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D1 TV Oyten Vampires: Kai Freese lässt vorm Start Deckungsarbeit knüppeln

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Das TVO-Trainergespann mit drei der fünf Neuen: Torwarttrainer Sören Böttcher, Coach Kai Freese, Bryana Newbern, Lena Prütt, Laura Schmelz, Co-Trainerin Carolin Sunder (v.l.). Es fehlen Leonie Schulte, Sarah Kennerth. (Foto: Hägermann)

Vor dem Start in die Handball-Oberliga sieht Kai Freese von den TV Oyten Vampires, einige Baustellen. In erster Linie auf die Deckungsarbeit legte der neue Coach seinen Fokus. Mit dem Saisonziel hält sich der Nachfolger des Duos Winter/Müller-Dormann vornehm zurück, um keinen unnötigen Druck für seine Spielerinnen aufzubauen.

Die Handballerinnen der TV Oyten Vampires mussten in der vergangenen Saison mit dem Abstieg aus der dritten Liga eine bittere Pille schlucken. Dazu kam der Abschied einiger Leistungsträgerinnen sowie ein Wechsel auf der Kommandobrücke. Denn mit Kai Freese, der von Carolin Sunder unterstützt wird, steht für das Duo Marc Winter/Lars Müller-Dormann nun ein neuer Trainer in der Verantwortung.

Auch wenn die Vampires nach wie vor über einen starken Kader verfügen, hält sich Kai Freese im Vorfeld bezüglich des eigenen Saisonziels vornehm zurück. „Natürlich wollen wir oben dabei sein. Und ich sehe auch, dass wir das können. Aber ich werde mich hüten, dass ich irgendwelche Parolen raushaue und sage, dass wir sofort wieder aufsteigen müssen. Denn das kann auch zu einer Überforderung führen“, will der 49-Jährige das Saisonziel ohnehin gemeinsam mit den Spielerinnen erarbeiten.

Aus gutem Grund: „Sie müssen ja auch dahinterstehen. Außerdem muss ich mich auch erst einmal beim TVO zurechtfinden. Schließlich ist das nach etlichen Jahren in Vechta alles Neuland für mich.“ Hinzu kommt, dass Freese bereits in der Vorbereitung nicht entgangen ist, dass der Abstieg definitiv seine Spuren hinterlassen hat. „Da war noch viel Unzufriedenheit, auch über die eigene persönliche Entwicklung, zu spüren. Aber genau das macht die Sache ja auch interessant und reizvoll für mich“, blickt Freese der Aufbauarbeit erwartungsvoll und freudig entgegen.

Freese: „Hier müssen neue Strukturen rein“

Und die wird nicht ohne größere Veränderungen gehen. Daran lässt Oytens Trainer keine Zweifel. „Hier müssen neue Strukturen rein. Sowohl was den Trainingsbetrieb angeht als auch die Einstellung zum Sport“, ist Freese unter anderem das Fehlen der einen oder anderen Spielerin in der Vorbereitung ein kleiner Dorn im Auge. „Zumal ich ja auch noch einige dabei habe, die im Schichtbetrieb sind. Das behindert die Trainingsarbeit schon etwas. Dennoch bin ich mit der Beteiligung bis dato sehr zufrieden.“

Auch wenn Freese bis zum Saisonauftakt nach den vielen negativen Erlebnissen in der Vergangenheit zunächst einmal die Köpfe wieder frei bekommen muss, hat er im sportlichen Bereich ziemlich schnell eine Großbaustelle ausgemacht – die Deckungsarbeit. „Deutschlandweit hatte Oyten von allen Drittligisten die fünftschlechteste Abwehr. Da muss sich also deutlich gesteigert werden. Nicht von ungefähr habe ich in den ersten drei Wochen der Vorbereitung auch nur Abwehr, Abwehr, Abwehr trainieren lassen“, hat der 49-Jährige neben der 6:0-Formation auch eine offensivere 5:1-Variante eingeführt: „Wir wollen Bälle gewinnen, um dann schnell nach vorne zu spielen. Aber auch die erste und zweite Welle gilt es noch zu verbessern. Eine gute Abwehr ist somit die Basis. Je weniger Gegentore wir kassieren, desto einfacher kommen wir auch in den Siegbereich.“

In der Offensive galt es für Kai Freese ebenfalls den Hebel anzusetzen. „Für mich war Oyten da zu leicht auszurechnen. Somit habe ich viel verändert und deutlich mehr Spielkonzeptionen einstudieren lassen. Schließlich müssen wir auf unterschiedliche Deckungsvarianten auch reagieren können. Sicherlich ist da viel auf die Spielerinnen eingeprasselt. Aber wenn alles sitzt, dürfte es für die Gegner gegen uns wesentlich schwerer werden“, will der 49-Jährige den Ball im Angriff deutlich schneller machen.

Damit das gelingt, hat Oytens Trainer in der Vorbereitung ordentlich klotzen lassen. Eine große Hilfe war ihm dabei Alexandra Sunder, die für das Athletiktraining zuständig ist. „Ich bin ein großer Fan von Fitness und Krafttraining. Das sind einfach die Basics. Denn wer keine Kraft hat, wird auch keine Spiele gewinnen. Und mit Alex haben wir da eine perfekte Trainerin. Sie kommt nicht nur vom Fach, sondern ist auch ausgebildete Physiotherapeutin.“ Auch Co-Trainerin Carolin Sunder ist für Freese von enormer Bedeutung. „Caro spricht zum einen die Sprache der Frauen und hat zum anderen auch noch mal einen anderen Blickwinkel als ich. Daher ergänzen wir uns also sehr gut.“

Was den eigenen Kader angeht, schmerzt Freese natürlich der Abgang von Romina Kahler, die in der 3. Liga jahrelang zu den stärksten Torhüterinnen zählte. Aber mit Bryana Newbern und Fenja Hassing steht Freese auf dieser Position ein Duo zur Verfügung, das definitiv höheren Ansprüchen genügt. „Wir haben Bry extra dazugeholt, da sie die Strukturen hier kennt. Sie wird auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen und soll Verantwortung übernehmen. Auch Fenja macht ihre Sache sehr gut.“

Eine Führungsrolle im jungen Oytener Team weist der TVO-Trainer auch Pia Franke, Anna-Lena Meyer und Sabine Peek zu. „Die können das. Gleichzeitig sind gewisse personelle Veränderungen im Team ja auch immer die Chance für eine neue Hierarchie“, erwartet Kai Freese auch von Lena Janssens und Laura Sposato einiges in dieser Saison. „Beide verfügen über höherklassige Erfahrung und sind extrem abgezockt. Auch wenn die Chancenverwertung vergangene Saison nicht so optimal gewesen ist. Dennoch sind beide unverzichtbar.“

Lena Prütt soll wichtige Rolle in der Abwehr spielen

Neu im Team sind mit Lena Prütt und Kim-Laura Schmelz gleich zwei Spielerinnen aus der eigenen A-Jugend. „Lena ist sehr talentiert und lernt extrem schnell im Training. Sie kann und soll aufgrund ihrer Größe auch eine wichtige Rolle in der Deckung übernehmen“, erwartet Freese einiges von der Rückraumspielerin. Schmelz, die letzte Saison noch B-Jugend gespielt hat, ist für die rechte Außenbahn vorgesehen und soll behutsam an das Niveau herangeführt werden. Da sich aber Marie Schote eventuell am Knie operieren lassen muss, könnte die Zeit der Eingewöhnung für die Linkshänderin deutlich schneller als erwartet vorbeigehen.

Aus der eigenen Reserve kommt Sarah Kennerth. Die Linkshänderin hat bereits eine Saison in der Oberliga absolviert und soll gemeinsam mit Madita Woltemade im rechten Rückraum spielen. Dazu gesellt sich mit Leonie Schulte eine erfahrene Spielerin aus der Reserve, die ebenfalls für den Rückraum vorgesehen ist. Freese: „Wir haben viele junge Spielerinnen in unserem Kader. Aber das macht es sehr interessant für mich, da ich sehr gerne mit ihnen arbeite und sie weiterentwickeln möchte.“

Dass es für seine Mannschaft zum Auftakt am Sonntag, 11. September, mit der HSG Hunte-Aue Löwen gleich gegen einen Aufsteiger geht – für Oytens Trainer kein Problem. „Die werden sicherlich heiß wie Frittenfett sein und mit einer großen Portion Euphorie anreisen. Mit Kristina Logvin, die von Bundesligist VfL Oldenburg nach Diepholz gewechselt ist, verfügt die HSG definitiv über eine Ausnahmespielerin der Liga. Ich traue uns aber schon zu, dass wir einen guten Start hinlegen. Gelingt das, steigt natürlich auch das Selbstvertrauen und die Spielerinnen werden alle zwei Zentimeter größer. Aber das bekommen wir sicher nicht geschenkt, sondern müssen uns alles erarbeiten.“

TV Oyten Vampires im Stenogramm
Zugänge:
Bryana Newbern (während der vergangenen Saison), Lena Prütt (eigene A-Jugend), Leonie Schulte, Sarah Kennerth (beide eigene Reserve), Kim-Laura Schmelz (eigene A-Jugend)
Abgänge:
Romina Kahler (Torwart-Trainerin TV Neerstedt), Lotta Heinrich (Pause), Tabea Webner (Pause), Jana Stoffel (Laufbahnende), Emily Winkler (BV Garrel), Katrin Salkic (Pause), Nathalie Meinke (Ziel unbekannt)
Restkader:
Fenja Hassing – Anna-Lena Meyer, Madita Woltemade, Pia Franke, Laura Sposato, Isabel Schengalz, Kathleen Hertes, Lena Janssens, Sabine Peek, Marie Schote, Jasmin Johannesmann
Trainer:
Kai Freese (für Marc Winter und Lars Müller-Dormann)
Co-Trainerin:
Carolin Sunder (neu)
Torwart-Trainer:
Sören Boettcher (wie bisher)
Athletik-Trainerin:
Alexandra Sunder (neu)
Physiotherapeutin:
Jana Garbrecht
Team-Arzt:
Matthias Muschol
Saisonziel: Oberes Tabellendrittel
Favoriten: Wilhelmshavener HV, SG SV Friedrichsfehn/TuS Petersfehn, TuS Jahn Hollenstedt

Quelle: Achimer Kreisblatt  –  Autor: Kai Caspers

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