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H1 Der TV Oyten steht vor einer großen Herausforderung

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Die Aufstiegsfeier des TV Oyten liegt nun schon einige Wochen zurück. Die Konzentration gilt jetzt der neuen Saison. Und eines ist sicher: Es wird für den Aufsteiger eine schwierige Spielzeit.

In der Verbandsliga spielte der TV Oyten eine starke Saison. Der verdiente Lohn waren der Gewinn der Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg. (Foto: Björn Hake)

Solch eine Saison haben wohl nur die wenigsten Trainer in ihrer Laufbahn erlebt. Für Marc Winter und Lars Müller-Dormann lagen in der Spielzeit 2021/2022 Freud und Leid ganz dicht beieinander. Mit den Frauen des TV Oyten verpassten sie in der 3. Liga den Klassenerhalt. Das Männerteam des TVO führten sie hingegen in der Verbandsliga zur Meisterschaft. Jetzt sind Winter und Müller-Dormann nur noch für die Männer verantwortlich. Mit dem TV Oyten gehen sie nun eine Liga höher an den Start. Erstmals seit der Saison 2008/2009 ist eine erste Männermannschaft des TVO wieder viertklassig. Damals stieg die Mannschaft ab. Das will das aktuelle Team vermeiden. Es will den Klassenerhalt.

Das Ticket für die vierte Liga haben sich die Oytener in überzeugender Manier gesichert. Bis zum 17. Saisonspiel blieben die „Vampires“ in der Verbandsliga Nordsee ungeschlagen. Erst der ATSV Habenhausen II brachte dem späteren Meister die erste Niederlage ein. Die Sieben von Winter und Müller-Dormann strauchelte nach der Pleite in Bremen ein wenig – allerdings fiel sie nicht um. Der TVO fand zurück in die Spur und machte am Himmelfahrtstag sein Meisterstück. Und das ausgerechnet gegen den Gegner, gegen den es die erste Niederlage setzte. Am Ende der Saison waren es drei Spiele, die der Aufsteiger verloren hat.

Stünde diese Bilanz auch am Ende der neuen Saison, wäre dies ein sportliches Wunder. Aber nein – an solch ein Szenario glaubt in Oyten niemand. Jedem Spieler, den beiden Trainern und dem Umfeld ist bewusst, dass harte Monate, die vom Abstiegskampf geprägt sein werden, auf den Aufsteiger warten. Ein Grund dafür ist die fehlende Erfahrung. „Die beiden einzigen Spieler, die schon einmal Oberliga gespielt haben, sind Noah Dreyer und Julius Timm. Hinzu kommen dann noch Dodo und ich, die als Trainer Oberliga-Erfahrung haben. Das war es dann“, sagt Marc Winter. „Aber immerhin haben viele unserer Jungs damals mit Oyten in der Jugend-Bundesliga gespielt.“

Noah Dreyer hat mit der SG Achim/Baden schon Erfahrung in der Oberliga gesammelt. Nun ruhen beim TV Oyten die Hoffnungen auf ihm. (Foto: Björn Hake)

Ohnehin könnte es dem Kader an Breite fehlen. Von der Bank können Winter und Müller-Dormann nicht so viel Qualität nachschießen, wie es bei vielen anderen Teams der Oberliga Nordsee der Fall ist. Allerdings will das Trainer-Duo vor dem Beginn der Saison auch nicht schwarzmalen. Es sei keineswegs ein Himmelfahrtskommando, die vierte Liga anzugehen. Spieler auf Oberliga-Niveau habe man genug, findet Lars Müller-Dormann: „Wenn bei uns die ersten sieben, acht Spieler gesund bleiben und ihre Leistungen abrufen, dann ist der Klassenerhalt auf jeden Fall machbar. Bei vielen Verletzungen wird es aber eng.“ Winter ergänzt: „Die Jungs ziehen gut mit. Das haben wir vor allem bei unserem Trainingslager in Peine gesehen.“

Marc Winter deutet zudem an, dass das Team vor dem eigentlichen Zeitplan liege. „Wir haben damals gesagt, dass wir in drei Jahren in der Oberliga etabliert sein wollen. Wir sind halt jetzt schon da.“ Dieser großen Herausforderung wollen sich die Oytener nun stellen. Seitdem Marc Winter und Lars Müller-Dormann zuletzt Oberliga-Trainer waren – beim ATSV Habenhausen – sind einige Jahre vergangen. Bei vielen Mannschaften hat sich seitdem einiges verändert. „Dennoch wissen wir, was auf zukommt“, sagt Winter, „und zwar eine ganz andere Härte und ein viel höheres Tempo.“

Wir wissen, was auf uns zukommt.
TVO-Trainer Marc Winter

Das Trainer-Duo rechnet damit, dass der TVO mit fünf, sechs Mannschaften gegen den Abstieg kämpft. „Mit diesen Gegnern sind wir auf Augenhöhe“, schätzt Marc Winter die Ausgangslage ein. „Von diesen sechs Teams wollen wir mindestens die drittbeste Platzierung.“ Zwei Mannschaften müssen am Ende der Saison die Liga nach unten verlassen. Maximal kann die Anzahl der Absteiger aufgrund der gleitenden Skala auf drei steigen. Ein Vorteil für die „Vampires“ ist nach Ansicht der beiden Trainer, dass sie auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen können. „Große Integrationsarbeit mussten wir in den vergangenen Wochen nicht leisten“, sagt Winter.

In der Tat: Am Kader hat sich kaum etwas geändert. Abgänge gab es keine. Neu im Team ist Marlon Hencken, der als A-Jugendlicher bereits in der Meistersaison Luft im Seniorenbereich schnuppern durfte. Einziger externer Neuzugang ist Dominik Steinhoff, der zuletzt in Hamburg als Handballer aktiv war. Jedoch habe er sich während der Vorbereitung früh verletzt, schildert Lars Müller-Dormann. Inwiefern er eine Verstärkung ist, müsse sich erst noch herauskristallisieren. „Er bringt aber auf jeden Fall die körperlichen Voraussetzungen für die Oberliga mit.“

Die beiden TVO-Trainer Marc Winter (links) und Lars Muüller-Dormann wissen, dass ihrer Mannschaft eine schwierige Saison bevorsteht. (Foto: Björn Hake)

Dass es nicht gelungen war, den Kader breiter aufzustellen, „ist nun einmal das Schicksal eines Aufsteigers“, erklärt Marc Winter. Als Meisterschaft und Aufstieg endgültig perfekt waren, hätten die Spieler schließlich schon ihre Zusagen bei den anderen Vereinen gegeben. „Es ist nicht so einfach, Spieler zu einem Team zu lotsen, wenn nicht geklärt ist, in welcher Liga es in der neuen Saison weitergeht“, sagen Winter und Müller-Dormann unisono. Auch aus diesem Grund stehe der TVO vor einem sehr wichtigen Jahr. „Wir wollen uns durch gute Leistungen für andere Spieler interessant machen“, sagt Winter.

Doch zunächst neigt sich die Vorbereitung, die aufgrund einiger Verletzungen holprig verlaufen ist, nun dem Ende entgegen. Die Saison beginnt für den Aufsteiger gleich mit einem Paukenschlag: Die SG Achim/Baden – das Handball-Aushängeschild des Landkreises Verden – kommt zum Auftakt in die Pestalozzihalle. Dass die Saison mit dem spannungsgeladenen Derby startet, befürworten die beiden TVO-Trainer. „Bei uns herrscht noch die Aufstiegseuphorie. Es gibt daher keinen besseren Zeitpunkt, als gleich zu Beginn zu Hause das Derby auszutragen“, findet Winter.

Chancen gegen den Favoriten erhoffen sich die beiden Trainer durchaus. Sollte es dem TV Oyten gelingen, dem kreisverdener Handball-Flaggschiff einen Schuss vor den Bug zu verpassen, würde dies dem Aufsteiger definitiv für die Saison einen großen Schwung geben. Und diesen könnte der Aufsteiger für die Herausforderung, die in den kommenden Monaten wartet, sehr gut gebrauchen.

Info
Zugänge: Dominik Steinhoff (Hamburg), Marlon Hencken (eigene A-Jugend)
Abgänge: Keine
Restkader: Jonas Lüdersen, Julius Timm, Dennis Metz, Niklas van den Berg – Timo Precht, Mattis Brüns, Niklas Behrens, Leonard Fischer, Robin Hencken, Noah Dreyer, Marc Lange, Max Sell, Anton Zitnikov, Yanik Grobler, Dominik Lange, Timo Blau, Ole Lübbers
Trainer: Lars Müller-Dormann/Marc Winter
Torwart-Trainer: Stephan Meiners
Physio: Livia Vogt
Sportlicher Leiter/Teammanager: Florian Wodarz
Saisonziel: Klassenerhalt
Favoriten: TvdH Oldenburg, TV Cloppenburg, ATSV Habenhausen

Quelle: Achimer Kurier  –  Autor: Florian Cordes

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