H1 Warum ein Derby in Chris Ole Brandt viele Erinnerungen weckt

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Als A-Jugendlicher spielte Chris Ole Brandt mit dem TV Oyten in der Jugendbundesliga. Nun trifft er im Seniorenbereich mit dem TuS Rotenburg auf seinen Ex-Verein und ist voller Vorfreude.

Wege trennen sich, um sich irgendwann einmal wieder zu kreuzen. Diesem Ereignis begegnen besonders Sportler während ihrer Laufbahn immer wieder. Und zwar, wenn sie auf alte Trainer, Vereine oder andere frühere Weggefährten treffen. An diesem Freitag freut Chris Ole Brandt auf ein Wiedersehen mit seinem früheren Klub und mit „vielen Freunden“, wie der Oberliga-Handballer vom TuS Rotenburg es umschreibt. Brandt empfängt mit dem Team aus der Wümmestadt den TV Oyten (Anpfiff um 20.30 Uhr). Er trifft Spieler wieder, mit denen er in Oyten vor wenigen Jahren Vereinsgeschichte geschrieben hat. Beim zwei Jahre andauernden Abenteuer des TVO in der Jugendhandball-Bundesliga war Brandt hautnah dabei.

Wenn er über die Zeit im Oberhaus spricht, legt der mittlerweile 21 Jahre alte Rückraumspieler hin und wieder eine Pause ein. Es ist ein klares Indiz: Viele schöne Erinnerungen werden in Chris Ole Brandt geweckt. In den Spielzeiten 2017/2018 und 2018/2019 traf der mit der damaligen A-Jugend des TV Oyten auf die ganz großen Vereine des deutschen Handballs. Der Traum von der Bundesliga reifte in den Köpfen von Brandt und Co. jedoch schon wesentlich früher. „C-Jugend erstes Jahr, Trainingslager“, beginnt der Rotenburger über seine Erinnerungen zu sprechen. „Damals haben wir zum ersten Mal geträumt: Irgendwann mal mit der Truppe in der Jugendbundesliga zu spielen, das wär’s doch.“

Entscheidendes Tor gegen Kiel

Aus dem Traum wurde schließlich Realität. Die prägenden Augenblicke seien die beiden Qualifikationen gewesen, sagt Brandt. Die erste sei noch unerwartet dahergekommen „und war daher umso geiler“, sagt Brandt. „Im zweiten Jahr war dann schon eine gewisse Erwartungshaltung da, dass man es schafft.“ Beide Saisons in der Beletage hatten eines gemein: Der TVO sorgte für Furore – besonders in den beiden Heimspielen gegen den THW Kiel.

„Vor allem das erste Spiel gegen den THW muss ich hervorheben. Das ist wohl allen in Erinnerung geblieben“, blickt Chris Ole Brandt auf den 27:25-Erfolg vom 27. Januar 2018 zurück. „Dass wir damals gewonnen haben, war unfassbar und ist auch heute noch eine klasse Geschichte. Und dass wir das im zweiten Jahr wiederholt haben, ist ein Moment für die Ewigkeit.“ Das erste Spiel hat Chris Ole Brandt entschieden. Denn mit seinem Treffer zum 27:25 machte er damals alles klar. „Obwohl es ein Treffer ins leere Tor war, ist es eines der schönsten Tore, das ich je geworfen habe“, sagt Brandt auch mit mehr als vier Jahren Abstand zu dem Ereignis mit viel Freude in seiner Stimme. Beim TV Oyten sammelte er zudem im Herrenbereich seine ersten Erfahrungen. Damals spielte das Team noch in der Landesliga.

Doch nicht nur als Akteur auf dem Feld hat Chris Ole Brandt eine Oytener Vergangenheit. In der vergangenen Saison coachte er noch die männliche A-Jugend der „Vampires“. Mit Timo Precht und Ole Lübbers trifft er am Freitag zwei junge Handballer wieder, die vor wenigen Monaten noch unter ihm trainierten. Gleichzeitig war Marc Winter sein Vorgänger als A-Jugend-Coach. Nun sitzt Winter bei den TVO-Männern auf der Trainerbank. „Es gibt schon sehr viele schöne Anekdoten vor dem Spiel“, findet Chris Ole Brandt. Den Trainerjob in Oyten hat er auch aus zeitlichen Gründen niedergelegt. In Rotenburg coacht er im Jugendbereich, „dann bin ich noch am Stützpunkt aktiv und das Studium darf ja auch nicht zu kurz kommen“, schildert Brandt.

Allgemein denkt er stets gerne an das „Reinwachsen in die Oytener Handballfamilie“ zurück. „Ich habe es während meiner sechs Jahre in Oyten gemerkt und heute noch viel extremer: Immer, wenn ich nach Oyten komme, weiß ich, dass ich dort herzlich willkommen bin“, sagt Brandt und schiebt schmunzelnd hinterher: „Das wird jetzt, wenn man aufeinandertrifft aber vielleicht ein bisschen anders sein.“

Das erste Duell zwischen Oyten und Rotenburg steigt jedoch an der Wümme. Es treffen zwei Teams aufeinander, die ihr erstes Saisonspiel jeweils verloren haben. Der TuS verlor in Elsfleth, der TVO zu Hause gegen die SG Achim/Baden. Für beide geht es darum, den kompletten Fehlstart zu vermeiden. Chris Ole Brandt hofft – bei aller Freundschaft zum TVO –, dass seine Mannschaft nicht diejenige ist, die mit zwei Niederlagen aus den Startblöcken kommt.

Brandt sieht TuS als Favoriten

Seinem Coach Daniel van Frayenhove konnte Brandt im Vorfeld schon einmal genügend Tipps über die kommenden Gäste geben. Hat er doch mit den allermeisten Spielern des TV Oyten schon zusammen gespielt. Er weiß deshalb genau um die Stärken des Aufsteigers. „Besonders beeindruckt bin ich immer vom Zusammenspiel von Robin Hencken und Timo Blau. Das ist schon sehr stark“, erzählt Chris Ole Brandt. „Die beiden kennen sich schon so lange. Robin sieht genau, wann sich für Timo am Kreis das Fenster öffnet.“

Beeindruckt sei er aber auch von dem Auftritt der gesamten Mannschaft bei der knappen Auftaktniederlage gegen die SG Achim/Baden gewesen. „Ich habe mir das Spiel auf Video angesehen. Die Jungs aus Oyten haben echt gut mitgehalten. Am Ende haben es dann die größeren Erfahrungspunkte auf Achimer Seite ausgemacht“, beurteilt Brandt das 26:30 des TVO gegen den Nachbarn.

Über wesentlich mehr Oberliga-Erfahrung als Oyten verfügt auch Brandts aktuelles Team. „Daher sind wir auch Favorit“, gibt sich der 21-Jährige selbstbewusst. „Ich bin sehr gespannt, wie das alles laufen wird. Und freue mich, meine Freunde wiederzusehen.“

Info
Ein „kleines Derby“ für den TV Oyten
Die Niederlage gegen die SG Achim/Baden ist Geschichte. Der Fokus liegt beim Handball-Oberligisten TV Oyten jetzt auf dem zweiten Saisonspiel. Dieses bezeichnet Lars Müller-Dormann, der den TVO gemeinsam mit Marc Winter coacht, als ein „kleines Derby“. Die Oytener fahren zum TuS Rotenburg. „Das ist ein Spiel, das wir sicher eher gewinnen müssen als gegen Achim“, findet Müller-Dormann. Er rechnet damit, dass die Rotenburger – wie auch seine Mannschaft – zum Kreis der Teams zählen, die um den Klassenerhalt ringen.

Darüber hinaus geht er davon aus, dass der größere Druck auf den Schultern des Gastgebers lastet. Und das aus zwei Gründen. „Zum einen spielt Rotenburg zu Hause, zum anderen haben sie das erste Spiel in Elsfleth verloren. Und somit bei einem wahrscheinlichen Mitbewerber im Abstiegskampf“, erläutert der Coach der Oytener. Seine Mannschaft sei für das kleine Derby gut gerüstet. „Wichtig ist, dass wir wieder so eine gute Einstellung zeigen wie gegen Achim.“ Julius Timm wird dem TVO fehlen.

Anpfiff: Freitag um 20.30 Uhr in Rotenburg

Quelle: Achimer Kurier – Autor: Florian Cordes. Foto: Björn Hake

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