H1 Ein bitterer Abend

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TV Oyten führt beim TuS Rotenburg bereits mit fünf Toren, verlässt das Feld aber doch als Verlierer

Der TV Oyten führte am Freitag beim TuS Rotenburg phasenweise mit fünf Toren. Dennoch musste der Aufsteiger das Feld in der Halle an der Gerberstraße als Verlierer verlassen.

Niederlage ist nicht gleich Niederlage. Das mussten die Oberliga-Handballer des TV Oyten am Freitagabend in ihrem ersten Auswärtsspiel der Saison feststellen. Nach der Auftaktnierderlage waren die Oytener noch stolz, weil sie dem etablierten Viertligisten und Nachbarn – der SG Achim/Baden – alles abverlangt hatten. Doch nun war nach der Partie beim TuS Rotenburg die Gefühlslage eine komplett andere. Erneut unterlag der Aufsteiger – und zwar hauchzart mit 28:30 (17:13).

Das Resultat lässt die Gefühlslage der Oytener schon erahnen. Und Trainer Lars Müller-Dormann bestätigte dann auch: „Diese Niederlage tut uns richtig weh.“ Schmerzhaft war das verlorene Spiel vor allem deshalb, weil die Gäste keineswegs um zwei Tore schlechter waren. Im Gegensatz: Über weite Strecken waren die Oytener besser als die Gastgeber. Daher kam auch Marc Winter, neben Müller-Dormann Coach des TVO, zu einem klaren Fazit: „Nicht Rotenburg hat das Spiel gewonnen. Wir haben es viel mehr verloren.“

Starker Lüdersen im Tor

Direkt nach dem Anpfiff der Begegnung zeigte Jonas Lüdersen, dass er einen guten Tag erwischt hatte. In der Anfangsphase der Partie entschärfte der Keeper des TV Oyten gleich drei Tempogegenstöße der Rotenburger. Überhaupt entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein flottes Spiel, in der sich aber auch beide Mannschaften sowohl im Angriff als auch in der Abwehr ihre Fehler erlaubten.

Gegen Ende des ersten Durchgangs fabrizierten die Gastgeber die Mehrzahl an Patzern. Die Folge: Oyten setzte sich langsam ab. Während dem TuS in den letzten Minuten teils haarsträubende Abspielfehler unterliefen, nutzten die Oytener ihre Chancen konsequent und setzten sich bis zum Pausenpfiff mit vier Toren ab. Mit einer 17:13-Führung für den TVO gingen beide Mannschaften in die Kabinen.

In der Halle an der Gerberstraße roch es zu diesem Zeitpunkt nach den ersten beiden Punkten für Oyten. Daran sollte sich zunächst auch nichts ändern: Angetrieben vom stark aufspielenden Noah Dreyer setzte sich die Sieben von Winter und Müller-Dormann weiter ab. Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel betrug der Vorsprung fünf Tore – 20:15. Den 20. Treffer der Gäste markierte Noah Dreyer.

Das Tor war die vorerst letzte Aktion des Leistungsträgers. Dreyer benötigte eine Verschnaufpause. „Er war platt“, sagte Winter kurz und knapp. Die Auswechslung Dreyers brachte jedoch Probleme mit sich: Die anderen Spieler des TVO waren nicht in der Lage, den Qualitätsverlust zu kompensieren. „Da müssen sich dann auch die Anderen an die Nase fassen. Es kann nicht sein, dass wir uns so sehr auf Noah verlassen müssen“, ärgerte sich Winter. Chancen gab es zwar weiterhin, nur wurden diese vergeben.

Dreyer trifft nur den Pfosten

Das wiederum nutzte der TuS Rotenburg zu seinen Gunsten und startete eine erfolgreiche Aufholjagd. Tor um Tor holten die Gastgeber auf, bis schließlich Chris Ole Brandt, der einst in der Jugend für den TV Oyten gespielt hat, das 22:22 (42.) erzielte. Nach dem Ausgleich kam Noah Dreyer zurück aufs Feld und mit ihm wieder mehr Struktur ins Angriffsspiel der Gäste. Rotenburg ließ nun aber auch nicht mehr locker, sodass die Spannung bis in die letzten Minuten zunahm.

In der dramatischen Schlussphase war es aufseiten des TVO dann ausgerechnet Noah Dreyer, der Pech hatte. Er setzte beim Stand von 28:28 einen Siebenmeter an den Torpfosten. Im Gegenzug traf Lukas Misere 90 Sekunden vor dem Schluss zum 29:28 für Rotenburg. Danach blieb Oyten lange im Angriff, fand aber keine Lücke. Schlussendlich musste sich Leonard Fischer einen Wurf aus dem Rückraum nehmen, setzte diesen aber zu hoch an.

Nach einer Auszeit stellten die Rotenburger zwei Sekunden vor der Schlusssirene den Endstand her und hinterließen auf dem Feld eine Oytener Mannschaft, die eine schmerzhafte Niederlage einstecken und daher einen ganz bitteren Abend erleben musste.

Quelle: Achimer Kurier – Autor: Florian Cordes. Foto: Björn Hake

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