H1 Eine Verletzung als Chance

[post_published] | [post_category]

Wie der TV Oyten mit dem wochenlangen Ausfall von Spielmacher Noah Dreyer umgeht

Wann Noah Dreyer wieder einen Ball in die Hand nehmen kann, ist derzeit noch fraglich. Der Rückraumspieler hat sich zum Ziel gesetzt, im kommenden Jahr wieder fit zu sein. (Foto: Björn Hake)

Noah Dreyer hat die Szene noch genau vor Augen. Es war am vergangenen Mittwoch, als die Oberliga-Handballer des TV Oyten in der Pestalozzihalle ganz normal trainierten und sich auf die Partie gegen den ATSV Habenhausen vorbereiteten. Nach einer Eins-gegen-eins-Situation ging Dreyer zu Boden. Von einem auf den anderen Moment hatte der Rückraumspieler starke Schmerzen in der Hand, die sofort anschwoll. „Ich habe sofort gemerkt, dass da was kaputt ist“, erinnert sich Dreyer. Einen Tag später ging es zu Mannschaftsarzt Matthias Muschol. Dort erhielt Dreyer die bittere Diagnose: Zwei Mittelhandknochen sind gebrochen. Ein Handchirurg bestätigte die Diagnose, sodass endgültig klar war: An Handball ist in den kommenden Wochen für Noah Dreyer nicht zu denken.

Eine Woche ist seit dem verhängnisvollen Moment vergangen. „Das ist ein Schockmoment für mich gewesen. Ich habe erst später realisiert, dass jetzt erst mal Pause ist. Das wirft mich zurück und ist super ärgerlich“, erzählt der junge Handballer im Gespräch mit unserer Zeitung. Da es sich um einen glatten Bruch handelt, kommt der Rückraumspieler um eine Operation herum. Dafür dauert es länger, bis Dreyer wieder ins Spielgeschehen eingreifen kann. Aktuell beziffert der 23-Jährige die Ausfallzeit auf acht bis zehn Wochen. Das würde bedeuten, dass die „Vampires“ voraussichtlich erst im kommenden Jahr wieder auf ihren Haupttorschützen und Spielmacher zurückgreifen können.

Oytens Trainer Marc Winter (links) und Lars Müller-Dormann haben bereits die Köpfe zusammengesteckt, wie sie den Ausfall ihres Spielmachers kompensieren wollen. Oytens Trainer Marc Winter (links) und Lars-Müller-Dormann haben bereits die Köpfe zusammengesteckt, wie sie den Ausfall ihres Spielmachers kompensieren wollen. (Foto: Björn Hake)

Die Verletzung ist nicht nur für Noah Dreyer selbst, sondern auch für seine Trainer ein Schock gewesen. Marc Winter, der den TVO mit Lars Müller-Dormann coacht, bezeichnete den Ausfall von Dreyer in der vergangenen Woche bereits als Super-Gau. Dennoch habe das Trainerduo nicht lange gebraucht, um den Schock zu verdauen. „Das ging relativ schnell. Dodo (Lars Müller-Dormann, Anm. d. Red.) und ich haben gleich nach dem Training am Mittwoch die Köpfe zusammengesteckt, wie wir den Ausfall kompensieren können. Am Donnerstag sind wir vor die Mannschaft getreten und haben ihr unseren Plan präsentiert“, erzählt Marc Winter.

Der Plan gegen Drittliga-Absteiger Habenhausen lautete, aus einer guten Deckung mit hohem Tempo vor das gegnerische Tor zu kommen. „Das hat nicht so schlecht geklappt. Man hat schon gesehen, dass wir zu schnellen Toren kommen können“, gefiel Winter die Leistung der Mannschaft. Tatsächlich fiel die Niederlage alles andere als empfindlich aus. Die „Vampires“ mussten sich mit 20:34 geschlagen geben. „Wir waren 45 Minuten auf Augenhöhe, dann hat die Kraft nachgelassen“, zieht Winter einige positive Sachen aus der Partie. „Dennoch fehlt uns Noah gewaltig, das ist natürlich klar.“ Dreyer selbst ist erfreut, wie seine Mannschaftskollegen ohne ihn agierten. „Die Abwehr stand gegen Habenhausen super“, lobt der 23-Jährige.

Auch wenn die „Vampires“ gegen Habenhausen überzeugten, stehen sie mit null Punkten nach drei Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Umso wichtiger sind die kommenden beiden Aufgaben, die auf die Sieben von Winter und Müller-Dormann warten. Auswärts geht es an diesem Sonnabend zunächst gegen den Elsflether TB, eine Woche später reisen die Oytener zum TSV Bremervörde. „Das Habenhausen-Spiel macht uns natürlich Mut für die kommenden Aufgaben. Das Spiel war wichtig, um nicht die Köpfe hängen zu lassen. Die Jungs haben gesehen, dass es geht“, sagt Marc Winter.

Noah Dreyer misst den Begegnungen gegen Elsfleth und Bremervörde eine große Bedeutung bei. „Das werden enge Spiele, die wir aber für uns entscheiden können“, ist der Rückraumspieler optimistisch. Generell malt der junge Handballer trotz seines Ausfalls nicht schwarz: „Ich traue der Mannschaft genau das Gleiche zu wie mit mir. Jeder steht bei uns für jeden ein. Außerdem haben wir einen guten Teamgeist.“

In den kommenden Wochen kann Noah Dreyer seine Mannschaftskollegen nur von der Tribüne aus anfeuern. Für den jungen Handballer, der sich im Herrenbereich zum ersten Mal eine schwerere Verletzung zugezogen hat, geht es erst einmal darum, wieder komplett fit zu werden. „Ich bin in Abstimmung mit dem Arzt und den Physios. Nächste Woche bin ich beim Arzt, um zu schauen, wie es weitergeht“, erzählt Dreyer. Ziel sei es, dass alles gerade zusammenwachse. „Ich warte lieber ein, zwei Wochen länger, bevor ich später Probleme damit habe“, will Dreyer nichts überstürzen.

Im kommenden Jahr möchte Noah Dreyer wieder angreifen und mit seinen Teamkollegen auf dem Feld so viele Siege wie möglich feiern. Diese sind auch nötig, denn der Klassenerhalt ist das erklärte Ziel der „Vampires“. Bis der 23-Jährige wieder dabei ist, müssen es die Oytener ohne ihren Haupttorschützen und Spielmacher richten. Dass sie dies können, haben die „Vampires“ gegen Habenhausen schon einmal gezeigt. Jetzt müssen im finalen Schritt nur noch Punkte her. So könnte aus der Verletzung doch noch eine Chance werden.

Quelle: Achimer Kurier – Autor: Maurice Reding

Die nächsten Spiele der 1. Herren

Die Termine aller Mannschaften sowie weitere Veranstaltungen findet ihr hier.

Keine Veranstaltung gefunden