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D1 Nach Abstieg schnell gefunden

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Wie Haupttorschützin Pia Franke den Saisonstart des TV Oyten beurteilt

Pia Franke war richtig gut drauf. Fünf Würfe hatte sich die Oberliga-Handballerin des TV Oyten am vergangenen Sonnabend im Heimspiel gegen die HSG Osnabrück genommen. Alle landeten im Tor der Gäste. Doch dann war das Spiel für die 25-Jährige jäh beendet. Mit einer Knöchelverletzung musste sie vom Feld. So beobachtete Franke den 29:19-Sieg nur noch von der Bank aus. Für den TVO war es im sechsten Saisonspiel der fünfte Erfolg . Hinzu kam noch das Unentschieden gegen Dinklage. Die „Vampires“ haben sich nach dem Abstieg aus der 3. Liga schnell in der Oberliga Nordsee gefangen. Einen großen Anteil daran hat Pia Franke. Sie ist aktuell die gefährlichste Angreiferin des TV Oyten.

Es war ein einfacher Richtungswechsel in einer Eins-gegen-eins-Situation. „Eigentlich eine Standardaktion, die ich schon so häufig gemacht habe“, sagt Pia Franke über die Situation, in der sie sich gegen die HSG Osnabrück am Knöchel verletzte. Bei der Bewegung knickte sie um – das Spiel war für sie beendet. Wie lange sie nun ausfällt, könne sie noch nicht abschätzen, schildert Pia Franke im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie rechnet aber nicht mit einer Pause von bis zu sechs Wochen. „Ich bin schon oft umgeknickt“, sagt sie, wie ein Bänderriss habe es sich nicht angefühlt. „Ich warte jetzt erst einmal ab, bis die Schwellung raus ist.“

40 Tore in sechs Partien

Am kommenden Wochenende würde sie ohnehin kein Spiel verpassen. Denn für den TV Oyten ist die nächste Partie erst am 29. Oktober vorgesehen. Ein längerer Ausfall von Pia Franke würde die von Kai Freese gecoachten „Vampires“ ohne Zweifel hart treffen. Die 25-Jährige hat großen Anteil, dass der Drittliga-Absteiger mit 11:1 Punkten die Oberliga-Tabelle in dieser frühen Saisonphase souverän anführt.

Das zeigt unter anderem eine Statistik – und zwar die Torschützenliste. In dieser muss nicht weit nach unten geschaut werden, um auf den Namen Pia Franke zu stoßen: Mit 40 Toren wird sie aktuell auf Rang sieben dieser Liste geführt. „Natürlich freut es mich, wenn ich Tore werfe. Aber mein Spiel zeichnet ja eigentlich aus, dass ich die anderen Mädels ins Szene setzte. Wer am Ende das Tor wirft, ist mir eigentlich egal“, will sich Pia Franke nicht in den Mittelpunkt stellen. Als eine der dienstältesten Spielerinnen bei den „Vampires“ will sie aber dennoch vorangehen und Verantwortung übernehmen. „Ich will die anderen mitziehen.“

Ein frustrierendes Erlebnis

Dass sie als Führungsspielerin gilt, kommt nicht von ungefähr. So gehörte Pia Franke schließlich auch zu dem TVO-Kader, der im Jahr 2017 zum bislang letzten Mal die Drittliga-Meisterschaft nach Oyten geholt hat. Damals verpasste sie einen Großteil der Saison jedoch wegen einer Knieverletzung. Fünf Jahre später erlebte sie den Absturz in die Oberliga hautnah mit. Seit dem Abstieg sind einige Monate vergangen, „und das große Thema ist er jetzt auch nicht mehr“, sagt Pia Franke. Dennoch sei der Gang in die Viertklassigkeit ein frustrierendes Erlebnis gewesen. „Wir sind damals in eine richtige Abwärtsspirale geraten und haben es dann nicht mehr geschafft, den Abstieg abzuwenden. Dabei war unser Kader gar nicht schlecht.“

Der Blick richtet sich bei den „Vampires“ nun aber auf die Oberligasaison und somit nach vorne. Mit dem neuen Trainer Kai Freese hätte der Beginn der neuen Zeitrechnung kaum besser verlaufen können. Der Spaß am Handball sei bei ihr wieder größer geworden, findet Pia Franke: „Das ist aber ja auch ganz normal, wenn man erfolgreich ist. Insgesamt habe ich aber schon das Gefühl, dass alle motivierter sind.“ Dazu habe auch der neue Coach beigetragen. „Kai hat für neuen Schwung gesorgt. Das passt schon alles sehr gut. Er setzt vor allem auf das Tempospiel, stellt uns aber in der Abwehr auch gut auf den jeweiligen Gegner ein, damit wir deren Leistungsträgerinnen kaltstellen.“ Der überaus gute Start zeigt, dass die Herangehensweise des neuen Trainers zur Mannschaft passt – und diese auch mitzieht.

Direkter Aufstieg kein Muss

Doch obwohl der TVO noch kein Spiel verloren hat und die Tabelle anführt, gibt sich Pia Franke selbstkritisch. „Komplett zufrieden können wir mit dem, was wir auf die Platte bringen, noch nicht sein. Wir machen noch zu viele technische Fehler und haben auch in der Abwehr nicht immer das beste Verhalten. Es gibt bei uns definitiv noch Luft nach oben.“

Das trifft auf die Tabellensituation derzeit nicht zu. Von einem direkten Wiederaufstieg möchte die 25-Jährige jedoch noch nicht reden. Langfristig wolle man sich schon die 3. Liga auf die Fahne schreiben, „denn auch strukturell passiert in Oyten momentan viel“, sagt Pia Franke. Der Aufstieg in dieser Saison sei jedoch nicht das große Ziel. „Der Aufstieg wurde uns auch vom Verein nicht vorgegeben. Wobei wir aber die Qualität haben, um Meister in der Oberliga zu werden.“

Ganz vorne auf der Agenda von Pia Franke steht momentan aber ohnehin, dass sich ihre Fußverletzung als weniger schlimm erweist, sie schnell wieder zurückkehrt und an ihre Leistungen bis zur Auswechslung gegen die HSG Osnabrück anknüpft.

Quelle: Achimer Kurier  –  Autor: Florian Cordes

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