Der Leistungsträger ist zurück

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Warum das Jahr 2022 für Oytens Noah Dreyer Höhen und Tiefen bereithielt

Die Teamkollegen hatten Noah Dreyer bis Sonntagabend einiges voraus: Denn während die allermeisten Oberliga-Handballer des TV Oyten in dieser Saison bereits drei Siege direkt auf dem Feld erlebt haben, war dies dem Rückraumspieler nicht vergönnt. Bei jenen drei Erfolgen musste Dreyer zuschauen. Er fehlte verletzungsbedingt. Doch nun ist Dreyer zurück auf der Platte und hat nun ebenfalls seinen ersten Oberliga-Sieg im Trikot mit der Fledermaus gefeiert. Er gab am Sonntag beim 33:24-Triumph über den HC Bremen sein Comeback, das zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt zu erwarten war.

Neben den drei Siegen – der TVO gewann gegen den TSV Bremervörde, TvdH Oldenburg und die HSG Delmenhorst – verpasste Noah Dreyer fünf weitere Spiele. Der Oberliga-Aufsteiger um sein Trainer-Duo Lars Müller-Dormann/Marc Winter musste sogar befürchten, dass der Leistungsträger vor dem Jahreswechsel gar nicht mehr zum Einsatz kommt. „Den Dezember hatte ich mir aber schon für meine Rückkehr ausgeguckt“, sagt Noah Dreyer. „Meine Verletzung ist dann auch sehr gut verheilt. Als mein Arzt mir das Go gegeben hat, habe ich vergangene Woche erstmals wieder trainiert.“

Bei seiner Rückkehr erzielte er auf Anhieb fünf Tore. „Das ist schon ganz in Ordnung, es hätten aber auch ruhig mehr Tore sein können“, sagt Dreyer lachend. Insgesamt sei er mit seinem Comeback aber zufrieden gewesen. „Es hat sich zwar gut angefühlt, wieder auf der Platte zu stehen. Es war aber auch ungewohnt. Nach acht Wochen Pause sind die Bewegungsabläufe nicht ganz so da. Aber ich hatte keine Schmerzen und auch keine Blockade im Kopf. Das war schon alles in Ordnung. Jetzt geht‘s darum, zur alten Stärke zurückzufinden.“

Doch warum musste er sich überhaupt auf ein Comeback vorbereiten? Dreyer hatte sich Mitte September im Training einen Mittelhandbruch zugezogen. Nach den beiden Saisonauftaktspielen gegen die SG Achim/Baden und den TuS Rotenburg hieß es für den 23-Jährigen erst einmal: Pause. In beiden Partien zeigte der Rückraumspieler den großen Wert, den er für den TV Oyten hat. Pessimisten dürften gedacht haben, dass die „Vampires“ ohne ihren Haupttorschützen auf ziemlich verlorenem Posten in der neuen Liga stehen könnten. Schließlich verfügten nach dem Aufstieg aus der Verbandsliga nur zwei Handballer im TVO-Kader über Oberliga-Erfahrung: Torhüter Julius Timm und eben Noah Dreyer.

Weil der Fixpunkt im Angriff weggefallen war, mussten Winter und Müller-Dormann das Offensivspiel ihrer Sieben verändern. Es sollte gelingen: In vielen Begegnungen stellte der TVO auch ohne Noah Dreyer seine Oberligatauglichkeit unter Beweis. Die drei Siege waren der finale Beweis dafür, dass Oyten vollkommen zu Recht in der vierten Liga mitmischt. Noah Dreyer denkt ebenso, dass seine Pause der Mannschaft durchaus einen positiven Impuls verpasst hat. „Durch meinen Ausfall mussten andere Spieler das Zepter übernehmen. Und sie haben es ja auch gut gemacht“, verweist Dreyer mit einem Schmunzeln auf die drei Siege, die der TVO ohne ihn eingefahren hat. „Ich denke da zum Beispiel an Robin Hencken, der im Angriff toll spielt, oder auch an Leonard Fischer und Timo Blau, die in der Abwehr einen bärenstarken Job machen.“

Dreyer will aber auch nicht verschweigen, dass er froh ist, zurück zu sein. „Ich bin glücklich, wieder spielen zu können“, verdeutlicht der torgefährliche Rechtshänder. Nun will er seiner Mannschaft dabei helfen, damit am Saisonende der Klassenerhalt für den Aufsteiger steht.

Eine gute Ausgangslage hat sich der TVO definitiv erarbeitet. Die Lücke zu den beiden Regelabstiegsplätzen beträgt kurz vor dem Jahresende drei Punkte. Zwei Zähler können die Oytener noch am Sonnabend im letzten Spiel des Jahres einsammeln – und zwar beim TuS Haren.

Entschieden wird der Abstiegskampf aber nicht am Sonnabend im Emsland, sondern im neuen Jahr – im Laufe der zweiten Saisonhälfte. Noah Dreyer ist sehr optimistisch, dass er und seine Teamkollegen nicht zu den Klubs gehören werden, die die Oberliga im Mai nach unten verlassen müssen. „Es warten auswärts zwar noch viele schwierige Aufgaben auf uns. Dafür haben wir aber auch zu Hause noch einige Partien gegen direkte Konkurrenten vor uns“, sagt Dreyer mit Blick auf die Heimspiele gegen Rotenburg, Bremervörde, Delmenhorst, Beckdorf und Haren. Wenn am Sonnabend der erste Vergleich mit dem TuS Haren abgepfiffen wird, endet für Noah Dreyer aus persönlicher Sicht ein besonderes Jahr.

„Für mich waren es Monate mit einem Hoch, einem Tief und dann kam wieder ein Hoch“, sagt der 23-Jährige.Das erste Hoch war für Dreyer der Aufstieg in die Oberliga. „Danach wurden wir aber auch ziemlich schnell geerdet“, erinnert er sich an die Auftaktpleiten gegen die Nachbarn aus Achim und Rotenburg.

„Nach Rotenburg kam dann noch mein persönliches Tief hinzu“, sagt Dreyer. Mit seinem Comeback am vergangenen Sonntag hat er das erwähnte Tief endgültig überwunden, nun soll es wieder bergauf gehen für ihn. „Daher bin ich im Großen und Ganzen auch zufrieden mit meinem Sportjahr.“ Letztlich trägt auch der Sieg gegen den HC Bremen zu diesem positiven Jahresfazit bei. Denn Noah Dreyer holte mit diesem Erfolg das nach, was ihm seine Teamkollegen zuvor voraushatten.

ZUR SACHE

Jahresabschluss in Haren

Zum letzten Spiel des Jahres steht für die Oberliga-Handballer des TV Oyten noch einmal eine längere Auswärtsfahrt an. Es geht ins Emsland zum TuS Haren (Anpfiff: Sonnabend um 18 Uhr). Dort werden zwei Punkte vergeben, die für beide Mannschaften immens wichtig sind. Denn beide Teams peilen in dieser Saison den Klassenerhalt an. Der TVO steht mit 8:14 Zählern auf Rang zehn der Vierzehnerstaffel, Haren (7:15) sitzt Oyten direkt im Nacken.In der eigenen Halle ist Haren in der laufenden Saison schon eine der größten Überraschungen gelungen, als der TuS den ATSV Habenhausen mit 24:18 besiegte. Überhaupt scheint der Tabellenstand das Leistungsvermögen der Harener nicht richtig widerzuspiegeln. Denn die meisten Resultate fielen sehr knapp aus. Allein dreimal spielten die Emsländer unentschieden.So richtig schlau würde man anhand der Ergebnisse des TuS Haren nicht werden, findet auch Marc Winter, der den TVO mit Lars-Müller-Dormann coacht: „Das Team scheint eine Wundertüte zu sein und vor allem heimstark. Zudem kassieren sie nur wenige Gegentore.“ Daher stünden sich am Sonnabend zwei deckungsstarke Teams gegenüber. „Es wird ein enges Spiel, in dem wir kein Favorit sind, aber uns auch nicht verstecken müssen“, hofft Winter darauf, dass seine Sieben die lange Heimfahrt nicht mit leeren Händen antreten muss.

Quelle: Achimer Kurier  –  Autor: Florian Cordes

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