Eine besondere Rückkehr

[post_published] | [post_category]

Warum der Derbysieg des TV Oyten II aus zwei Gründen erfreulich gewesen ist

Die Pestalozzihalle kennt er aus dem Effeff. In der Heimspielstätte des TV Oyten ist Fynn Mosel unzählige Male aufgelaufen. Am Wochenende betrat der junge Handballer die Halle erneut. Mosel streifte sich im Landesliga-Derby gegen den TSV Daverden II das Trikot der Oytener Reserve über. Es war ein besonderer Einsatz für den 24-Jährigen. Denn der Rückraumspieler lief das erste Mal seit 2017 wieder für die „Vampires“ auf. Am Ende durften Mosel und Co. jubeln: Mit 30:24 gewann der TVO die Partie und feierte damit im neunten Anlauf den ersehnten ersten Saisonsieg.

Nach der Begegnung war die Freude bei der Mannschaft von Trainer Sören Blumenthal groß. Lange genug mussten die Oytener auf die ersten Zähler seit dem Aufstieg in die Landesliga warten. Entscheidenden Anteil am Erfolg hatte Fynn Mosel, der sich besonders treffsicher zeigte und zehn Tore beisteuerte. „Es war sehr, sehr schön, zu meinen Handball-Wurzeln zurückzukehren und mit den alten Jungs zu spielen“, erzählt der junge Handballer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Doch warum war der Einsatz von Fynn Mosel so besonders? Der 24-Jährige spielt eigentlich woanders Handball. Genauer gesagt trägt Mosel das Trikot des Landesligisten ASC 09 Dortmund. Die Staffel, in der der Klub aus dem Stadtbezirk Aplerbeck spielt, ist jedoch eine kleine. „Deshalb gab es Lücken im Spielplan, sodass ich länger spielfrei hatte“, klärt Mosel auf. So ergab sich für den Oytener die Möglichkeit, wieder das Trikot seines Heimatvereins zu tragen.

Dank eines Doppelspielrechts darf der Rückraumspieler bei der Reserve der „Vampires“ aushelfen. Ursprünglich wollte Mosel für die erste Mannschaft des TVO in der Oberliga auflaufen, als diese mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. Die Spielordnung machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung, da der zweite Verein, für den ein Handballer auflaufen will, maximal fünftklassig sein darf. „Dann hat Sören davon Wind bekommen und mich gefragt. Mit ihm habe ich selbst noch zusammengespielt“, verrät Mosel.

Ursprünglich wollte der Handballer schon im Oktober wieder für die „Vampires“ spielen. „Das hat dann nicht geklappt, aber jetzt im Dezember schon.“ Ohne Training wurde er ins kalte Wasser geworfen – mit Erfolg. „Dass es so funktioniert, war sehr schön für alle Seiten. Ich habe ja mit 75 Prozent der Leute zusammengespielt. Es ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht“, sagt Mosel schmunzelnd über das Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen, die er noch aus Jugendzeiten oder dem Herrenbereich kennt.

Vor fast sechs Jahren kehrte Fynn Mosel seiner Heimat den Rücken. Der 24-Jährige machte seinen Bundesfreiwilligendienst beim Deutschen Handballbund (DHB). Daher verschlug es Mosel nach Dortmund. Unter anderem begleitete er die Frauen-Weltmeisterschaft, die 2017 in Deutschland stattfand. Zwei Jahre später war er auch beim interkontinentalen Turnier der Männer, das Deutschland und Dänemark gemeinsam ausrichteten, vor Ort. Zudem beendete Mosel ein duales Studium erfolgreich. Seit September vergangenen Jahres ist er beim DHB fest angestellt. Beim Verband ist Mosel für die Organisation von internationalen Veranstaltungen zuständig. „Es ist super, wenn man sein Hobby ausleben kann“, freut sich der 24-Jährige, dass er auch beruflich mit dem Handballsport zu tun hat.

Im Ruhrgebiet hat sich Fynn Mosel sehr gut eingelebt. Auch der Handball half ihm dabei. „Da Handball ein Teamsport ist, habe ich schnell Freunde gefunden“, erzählt Mosel. Beim ASC 09 Dortmund hat der Rückraumspieler, der auch am Kreis spielen kann, eine starke Entwicklung genommen und gehört zu den wichtigsten Akteuren. Seit dieser Saison ist Mosel sogar Kapitän der Mannschaft. „Vergangenes Jahr haben wir den Aufstieg in die Verbandsliga verpasst. Wir hoffen, dass wir in dieser Saison noch mal angreifen können“, sagt Mosel. Derzeit steht der Klub in der Zehner-Staffel auf Platz vier.

Ob Fynn Mosel in den kommenden Wochen und Monaten wieder regelmäßiger für den TV Oyten II aufläuft, ist ungewiss. „Da muss man gucken, wie es klappt. Ich werde die Spielpläne übereinanderlegen und dann gucken, ob es passt“, kann der 24-Jährige nichts versprechen.

Auch ohne den Rückraumspieler wollen die „Vampires“ an den Derbyerfolg vom Wochenende anknüpfen. Gegen die HSG Verden-Aller soll an diesem Sonnabend im besten Fall der zweite Saisonsieg gelingen – egal ob Fynn Mosel dabei ist oder nicht. Seine erfolgreiche Rückkehr in die Pestalozzihalle kann dem jungen Handballer aber jetzt schon keiner mehr nehmen.

Quelle: Achimer Kurier  –  Autor: Maurice Reding

Die nächsten Spiele der 2. Herren

Die Termine aller Mannschaften sowie weitere Veranstaltungen findet ihr hier.

Keine Veranstaltung gefunden