
TV Oyten: Standpauke verfehlt ihre Wirkung nicht
9. November 2025 | 1. Herren
Die Pausenansprache fiel kurz und heftig aus. Daran ließ Lars Müller-Dormann keine Zweifel. „Warum es bei uns immer erst ordentlich rappeln muss – ich weiß es nicht. Dabei hatte ich den Jungs im Vorfeld deutlich zu verstehen gegeben, dass es nur über die Einstellung geht“, quittierte der Trainer des Handball-Oberligisten TV Oyten den 37:34 (18:22)-Arbeitssieg über den OHV Aurich dann auch mit einem süffisanten Grinsen und Kopfschütteln.
Über die erste Halbzeit hätte Müller-Dormann am liebsten den Mantel des Schweigens gelegt. „Wir haben ja nicht nur vorne einmal mehr klare Möglichkeiten nicht genutzt. Nein, viel schlimmer war die Leistung in der Deckung. Da fehlte es komplett an der nötigen Körpersprache“, polterte der TVO-Trainer. „Scheinbar hatten die Jungs die Partie schon im Vorfeld abgehakt. Zumal Aurich lediglich mit einem Auswechselspieler angereist war.“
„Warum es bei uns immer erst ordentlich rappeln muss – ich weiß es auch nicht.“
Wie schon in den vergangenen Spielen fanden die Oytener ganz schlecht ins Spiel – 1:4 (4.). Doch nachdem Timo Precht zum 4:4 (7.) ausgeglichen hatte, schienen die Gastgeber endgültig angekommen. Pustekuchen. Die Auricher stürzten den TVO von einer Verlegenheit in die andere und wussten die sich bietenden Lücken in der Deckung konsequent zu nutzen. Nach dem 12:13 (19.) hatte Müller-Dormann genug gesehen und stauchte seine Spieler in einer Auszeit lautstark zusammen. Im Anschluss ließ er mit einer offensiven 5:1-Deckung agieren, um die Gäste etwas aus dem Konzept zu bringen. Das war allerdings ein Experiment von kurzer Dauer und kehrte nach wenigen Minuten zur gewohnten 6:0-Formation zurück. Besser wurde es dadurch auch nicht. Gerade der Innenblock mit Robin Hencken und Ole Lübbers fand überhaupt keinen Zugriff. Nicht von ungefähr ging es nach einer indiskutablen Vorstellung in der ersten Halbzeit auch völlig verdient mit einem 18:22 in die Pause.
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte setzten sich die Probleme des TVO zunächst fort. Erst nach 21:26 (36.) wurde es langsam besser. Zwar wurden weiterhin klare Chancen nicht genutzt, doch zumindest die Deckung hatte nun ansatzweise ihren Namen verdient. „Aber das war auch den nachlassenden Kräften der Gäste geschuldet“, musste Müller-Dormann eingestehen. In der 43. Minute glich der 13-fache Torschütze Robin Hencken zum 28:28 aus, ehe Ole Lübbers die erste Führung erzielte – 29:28. Beim 32:30 (48.) hätte Mika Eilers den Puls seines Trainers vorzeitig beruhigen können, doch der TVO-Youngster vergab gleich zwei Gegenstöße. Da auf der anderen Seite aber Torhüter Julius Timm jetzt einige Paraden zeigte, brachten die Gastgeber die Führung über die Zeit.
TV Oyten Vampires: Timm, Grobler – M. Lange (6), König, Hencken (13/2), D. Lange (1), Brüns (1), Precht (1), Meyer, Emigholz (4), Lübbers (7), Eilers (4).
Quelle: Kreiszeitung, Autor: Kai Caspers
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