SG Bremen-Ost gegen TV Oyten: Das Gipfeltreffen steigt in Hemelingen

27. November 2025 | 1. Herren

Alte Gefühle kommen bei Lars Müller-Dormann vor diesem Spiel nicht auf. „Dafür ist das schon zu lange her“, sagt der Trainer des Handball-Oberligisten TV Oyten und lacht dabei laut. Zu lange her – das ist die Zeit, in der Müller-Dormann selbst aktiver Handballer für die SG Bremen-Ost aufgelaufen ist. Jetzt trifft er mit dem TVO auf die Hansestädter (Anpfiff: Sonnabend um 18.30 Uhr). Es wird in Hemelingen das absolute Spitzenspiel. Denn die Bremer empfangen in der Bezirkssporthalle als Tabellenführer ihren ersten Verfolger.

Wie haben sich Oyten und Bremen-Ost an der Spitze festgesetzt?

Die SG Bremen-Ost ist als Aufsteiger extrem stark aus den Startlöchern gekommen. Die ersten sechs Spiele hat die Mannschaft von Coach Luke Pehling allesamt gewonnen. „Bremen-Ost hat sehr gut angefangen und dann kommt ein Aufsteiger natürlich schnell in einen Lauf“, sagt Müller-Dormann über den kommenden Gegner. Einen ersten Rückschlag mussten die Hansestädter Anfang November hinnehmen – sie verloren beim derzeitigen Vorletzten TV Schiffdorf. Die Pehling-Sieben rehabilitierte sich aber schnell, siegte zuletzt bei der TSG Hatten-Sandkrug und steht nun mit 14:2 Punkten auf Rang eins.

Auf Platz zwei folgt der TV Oyten mit einer minimal schlechteren Bilanz – 13:3 Zähler. Die bisher einzige Niederlage kassierte das Team von Müller-Dormann auswärts, nach einer langen Fahrt verloren die „Vampires“ mit 24:28 beim TuS Haren. Es folgten darauf die zwei Heimsiege gegen den OHV Aurich II und TSV Bremervörde, bei denen Oyten jeweils nicht über die gesamte Spielzeit überzeugte. Aber: Durch die Erfolge hat sich der Tabellenzweite nun das Spitzenspiel in Bremen verdient. „Ein Topspiel ist natürlich immer reizvoll. Die Halle wird sicher voll sein“, hofft Müller-Dormann auf ein großes Publikum an seiner alten Wirkungsstätte.

Zudem rechnet er mit viel Unterstützung aus Oyten. „Der Weg ist ja nicht so weit“, sagt Müller-Dormann schmunzelnd, der mit seinem Team der SG Bremen-Ost die Tabellenführung abluchsen kann – sofern die „Vampires“ das Duell für sich entscheiden.

Wie schätzt Oytens Trainer den Tabellenführer ein?

Lars Müller-Dormann beschreibt die SG Bremen-Ost als „unangenehme Mannschaft“. Denn der Aufsteiger würde mit einer gesunden Härte zu Werke gehen. „Die haben einen ähnlichen Stil wie Bremervörde“, sagt Oytens Coach. Problematisch könne für sein Team werden, sich gegen die „offensive und aggressive Abwehr“ zu behaupten. „Aus ihrer Deckung machen die Bremer ordentlich Tempo“, hat Müller-Dormann beobachtet.

Er hat dem Aufsteiger aus dem Osten der benachbarten Hansestadt zugetraut, in der Oberliga eine gute Rolle zu spielen. „Ich habe sie schon im oberen Drittel gesehen. Dass sie nun aber so gut dabei sind, hätte ich nicht gedacht“, gibt Müller-Dormann zu.

Ein Topspiel ist natürlich immer reizvoll.
TVO-Trainer Lars Müller-Dormann

Welche Fehler darf der TVO nicht machen?

Die Spiele des TVO waren zuletzt davon geprägt, dass das Team zu Beginn seine Schwierigkeiten hatte. Gegen den TSV Bremervörde sei es zwar schon besser in den ersten Minuten gewesen, findet Müller-Dormann, allerdings sei seine Sieben auch gegen Bremervörde in der Anfangsphase noch nicht da gewesen, wo der Coach seine Mannschaft eigentlich sehen will.

Gegen den Tabellenführer gelte umso mehr, dass „wir 60 Minuten konstant gut spielen.“ Zudem warnt Müller-Dormann eindringlich davor, was seiner Mannschaft in der Bezirkssporthalle Hemelingen keinesfalls passieren darf: „Wir müssen unbedingt von Anfang an wach sein. Es darf uns nicht passieren, gleich zu Beginn hinterherzulaufen.“ Der TV Neerstedt, als Tabellenvierter ein weiteres Topteam der Oberliga, hat laut Lars Müller-Dormann die Erfahrung machen müssen, was geschieht, wenn die SG deutlicher führt. Bremen-Ost hat den TVN Mitte Oktober recht klar mit 34:28 besiegt.

Andersherum dürfe sein Team sich bei einer Führung nicht ausruhen, schaut Müller-Dormann auf das Spiel gegen Bremervörde zurück. Phasenweise führten die „Vampires“ mit elf Toren, machten es hinten raus aber noch einmal unnötig spannend.

Fehlen dem TV Oyten wichtige Spieler?

Große Personalsorgen hat Lars Müller-Dormann zwar nicht, ein ganz wichtiger Spieler wird aber fehlen. Kreisläufer und Abwehrchef Timo Blau ist zum Zuschauen gezwungen. Er hatte sich am vergangenen Wochenende gegen Bremervörde den Finger ausgekugelt. Mittlerweile ist seine Hand eingegipst.

Wie lange der Leistungsträger nicht spielen kann, sei aktuell noch vollkommen offen, sagt Müller-Dormann: „Es könnte etwas Schlimmeres sein. Wir müssen abwarten, was beim MRT-Termin herauskommt.“ Der Coach ist zuversichtlich, dass der Ausfall von Blau kompensiert wird. „Allerdings sind wir nun am Kreis schon dünn aufgestellt.“ Als gelernter Kreisläufer steht dem TVO nun nur noch Ole Lübbers zur Verfügung.

Quelle: Weser Kurier, Autor: Florian Cordes

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