
Dem TV Oyten fehlt der Abwehrchef: Timo Blau pausiert ein Vierteljahr
11. Dezember 2025 | 1. Herren
Timo Blau ist eine Bank in der Abwehr des TV Oyten. Seit Jahren ist er der Chef in der Defensive des aktuellen Spitzenreiters der Handball-Oberliga Nord. Und auch – sind die „Vampires“ im Ballbesitz, ist Blau am Kreis positioniert – ist der 25-Jährige ein wichtiger Spieler im Kader. Doch nun hat die Abwehr ihren Boss fürs Erste verloren. Drei Monate lang muss Timo Blau pausieren. Der Grund: Er hat sich die Strecksehne im Mittelfinger der rechten Hand gerissen. Somit fehlt Blau auch im kommenden Heimspiel gegen die HSG Delmenhorst am Sonntag (Anpfiff: 14.30 Uhr).
Die Operation an der Hand stand am Mittwoch an. Somit legte sich Timo Blau rund zwei Wochen, nachdem er sich die Verletzung zugezogen hatte, unter das Messer. Es war am 23. November im Heimspiel gegen den TSV Bremervörde, den Oyten mit 32:30 besiegte. Erste Aktion in der Abwehr – und schon war es passiert. „Ich hatte mir den Finger eigentlich nur ausgekugelt. Bin wohl im Trikot hängen geblieben“, rätselt Blau ein wenig, wie der Finger aus seinem Gelenk gerutscht ist. Anfangs habe sich Blau nicht viel dabei gedacht. „Der Finger stand halt schräg ab“, sagt er nüchtern.
Zudem konnte Oytens Physiotherapeut Eckart Reincke den Finger schnell wieder einrenken. „Ecki meinte da aber schon, dass der Finger sehr komisch ausschaut“, erinnert sich Blau an die erste Einschätzung des Physios. Also wurde schnell Kontakt zu Dr. Matthias Muschol aufgenommen. „Er sagte direkt, dass es wohl die Strecksehne getroffen hat“, erzählt Blau. Ein MRT brachte Gewissheit, die Operation folgte, und nun steht die Pause an, die Blau mit drei Monaten beziffert.
Naturgemäß bedauert er, dass er nun ein Vierteljahr aussetzen muss. Allerdings sei es ihm wichtiger, dass „der Finger jetzt wieder gerade ist“, sagt der Abwehrchef des Oberliga-Spitzenreiters. Zudem sei er froh, dass der Eingriff schnell gemacht wurde. „Es hätte auch gefährlich werden können, wenn ich nicht so schnell operiert worden wäre. Die Sehne hätte sich sonst zurückgezogen“, beschreibt Blau ein mögliches Problem.
Jetzt solle der Finger, in dem bei der OP ein Draht eingezogen wurde und der in einigen Wochen wieder entfernt wird, gut verheilen, sagt Oytens Kreisläufer. „Und vielleicht kann ich dann noch ein paar Spiele in dieser Saison machen“, stapelt Blau in Sachen Rückkehr auf das Feld aktuell tief.
Allerdings sind Oytens Cheftrainer Lars Müller-Dormann und sein Team in dieser Saison bereits darin geübt, ohne den Abwehrchef auszukommen. Denn die Spielzeit 2025/2026 ist nicht unbedingt die beste für Timo Blau. Den Saisonauftakt bei der HSG Hunte-Aue Löwen verpasste der 25-Jährige berufsbedingt. Im weiteren Verlauf zog er sich eine Zerrung zu, die ihn schwächte – und nun kommt die dreimonatige Verletzungspause.
Wegen der Fingerblessur endete das Heimspiel gegen Bremervörde für ihn sehr früh. Bei den beiden jüngsten Spielen gegen die SG Bremen-Ost und den TV Dinklage musste Blau ebenfalls die Zuschauerrolle einnehmen. „Aber es läuft ja auch ohne mich ganz gut“, sagt Blau schmunzelnd. Worauf er mit dieser Aussage anspielt, fällt beim Blick auf die Tabelle sofort ins Auge. Im Klassement steht die Sieben von Müller-Dormann seit dem 30:29-Erfolg bei der SG Bremen-Ost ganz oben. „Natürlich sind wir mit der bisherigen Saison alle zufrieden. Es fühlt sich immer gut an, Erster zu sein“, sagt Timo Blau.
An der Spitze wolle man definitiv auch den Jahreswechsel verbringen. Zweimal muss Oyten 2025 noch ran. Am kommenden Sonntag geht es gegen die HSG Delmenhorst. „Das ist kein schlechtes Team. Aber dennoch sollten wir dieses Spiel gewinnen. Zumal wir zu Hause spielen“, rechnet Blau damit, dass seine Teamkollegen das letzte Heimspiel des Jahres erfolgreich gestalten. Zum Abschluss des Jahres geht es für die „Vampires“ am 21. Dezember zum Wilhelmshavener HV II.
Timo Blau hofft aber nicht nur darauf, dass der TVO aus den beiden Partien die nächsten vier Punkte einfährt. „Wir sollten auch endlich mal wieder ein Spiel deutlich gewinnen. Es ist bei uns häufig das Problem, dass wir den Gegner trotz hoher Führungen stark machen“, sagt Blau über die meist knappen Siege des Tabellenführers. „Wir haben oft gute Phasen, an die sich dann schlechte anschließen.“ Müller-Dormann und sein Team wollen daran arbeiten, das gute Niveau in den kommenden Partien über die gesamte Spielzeit zu zeigen. Allerdings muss dies fürs Erste ohne den Abwehrchef gelingen.
Quelle: Weser Kurier, Autor: Florian Cordes
Die nächsten Spiele der m.B-Jugend
Die Termine aller Mannschaften sowie weitere Veranstaltungen findet ihr hier.

