TV Oyten: Wie Thomas Cordes bei seinem Team die Sinne geschärft hat

22. Januar 2026 | 1. Damen

Es waren deutliche Worte, die Thomas Cordes kurz vor dem Weihnachtsfest wählte. Von Besinnlichkeit konnte aber keine Rede sein. Nach der knappen 25:26-Derbyniederlage gegen den TuS Komet Arsten sagte der Trainer der Handballerinnen des TV Oyten, dass seine Mannschaft von nun an mit im Abstiegskampf der Regionalliga stecke. Einen Monat und zwei Spiele später sieht die Welt zwar nicht komplett anders, aber schon deutlich besser aus. Denn die „Vampires“ haben sich leistungstechnisch gesteigert und im neuen Jahr schon wichtige Punkte eingefahren. Im Heimspiel gegen die HSG Stade/Fredenbeck, das an diesem Sonnabend ab 15 Uhr in der Pestalozzihalle steigt, will die Cordes-Sieben an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen.

Der Satz, mit dem er Mitte Dezember vergangenen Jahres den Abstiegskampf für seine Mannschaft in der höchsten Spielklasse des Handballverbandes Niedersachsen-Bremen ausgerufen hat, ist bei Thomas Cordes nicht in Vergessenheit geraten. Vielmehr steht Oytens Trainer auch heute noch zu seiner Aussage, wenn auch mit einem Aber. „Ich sehe nicht mehr die Schärfe, die ich bewusst gewählt habe. Denn es ist ein Effekt eingetreten“, sagt Cordes im Gespräch mit unserer Zeitung. Daher habe sich der Satz ein Stück weit relativiert.

Der von Cordes angesprochene Effekt trat gleich im ersten Spiel des neuen Jahres ein. Vor eigenem Publikum präsentierten sich die „Vampires“ hellwach und demontierten den Tabellenzehnten TuS Jahn Hollenstedt. 38:23 lautete das deutliche Endergebnis zugunsten der Cordes-Sieben. Am vergangenen Wochenende zeigte die Mannschaft auch beim Hannoverschen SC eine ansprechende Leistung. Kleinigkeiten führten jedoch dazu, dass die Partie gegen den Tabellendritten mit 25:28 verloren ging. „Wir haben gute Spiele abgeliefert. In Hannover ist es schade gewesen, dass wir keine Punkte geholt haben“, blickt Cordes zurück.

Lob für Leistung gegen Hollenstedt

Insbesondere die Leistung seiner Mannschaft gegen Hollenstedt hat Thomas Cordes imponiert. „Es war ein super Spiel gegen Hollenstedt. Es gibt nicht so viele Spiele in der Liga, die mit 15 Toren gewonnen werden“, verdeutlicht der TVO-Coach. Auch gegen den Hannoverschen SC wäre etwas möglich gewesen. „Wir konnten es nicht so durchbringen, sind aber auch nicht unzufrieden“, zieht Cordes auch aus der knappen Niederlage positive Dinge. Die deutliche Aussage nach dem Arsten-Spiel scheint also ein Wachrüttler zur richtigen Zeit gewesen zu sein.

Die bisherige Saison des TV Oyten ist ein Auf und Ab. Erfolge und Niederlagen wechseln sich regelmäßig ab – eine Ausnahme bildet die Siegesserie vom dritten bis fünften Spieltag. Sechsmal ging die Cordes-Sieben als Gewinner von der Platte, achtmal hatte sie das Nachsehen. „Dafür gibt es immer irgendwelche Gründe. Der Auftakt in Hollenstedt war zum Beispiel ohne Larissa Gärdes. Das sind alles so Kleinigkeiten“, erklärt Cordes die fehlende Konstanz.

Dennoch könne man von einer positiven Entwicklung sprechen. „Wir haben die Pflichtaufgaben alle erfüllt und die jungen Spielerinnen haben sich weiterentwickelt“, hält Cordes fest. Als positive Beispiele nennt der Trainer Sarah Kennerth, Maja Hidde, Jana Lüdersen und Isabel Schengalz. „Sarah ist eine sportliche Leistungsträgerin und menschlich weiter gereift. Sie ist immer positiv und gibt nie auf. Maja findet immer besser ins Spiel, Jana hat eine super Entwicklung genommen. Und Isabel spielt unangefochten im Rückraum“, lobt Cordes das Quartett.

Mit einer Bilanz von 12:16 Zählern nach 14 Partien befinden sich die „Vampires“ im Klassement auf Rang acht. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt momentan sechs Punkte. Um sich noch weiter von unten abzusetzen, wollen die Oytenerinnen im Heimspiel gegen die HSG Stade/Fredenbeck einen Sieg einfahren. Den ersten Vergleich entschied die Mannschaft von Thomas Cordes mit 27:22 für sich.

Gegner ist für Cordes eine Wundertüte

Die HSG Stade/Fredenbeck, die nach 13 absolvierten Spielen auf 13:13 Punkte kommt, bezeichnet Cordes als Wundertüte. Am vergangenen Wochenende spielte der Tabellensechste nur unentschieden gegen die HSG Hunte-Aue Löwen und ermöglichte dem Schlusslicht damit den erst zweiten Pluspunkt in dieser Saison. Das Ergebnis habe ihn überrascht, gibt Cordes zu. „Dennoch ist das eine ernst zu nehmende Mannschaft.“

Der Coach geht von einem Spiel auf Augenhöhe aus, in dem Kleinigkeiten entscheiden. „Eine gute Deckung, wenig technische Fehler und die Chancenverwertung“, zählt Cordes auf, worauf es ankommt. Fehlen wird dem Oytener Trainer Anna-Lena Meyer, die beruflich verhindert ist. Fraglich sind zudem die Einsätze von Jasmin Johannesmann und Torhüterin Shiva Esser, die angeschlagen sind. Lena Prütt ist krank und droht ebenfalls auszufallen.

Quelle: Weser Kurier, Autor: Maurice Reding

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