TV Oyten verspielt Sechs-Tore-Führung und zittert sich zum 31:27-Erfolg

31. Januar 2026 | 1. Herren

Ohne Drama geht es scheinbar nicht bei den TV Oyten Vampires. Zum wiederholten Mal in dieser Saison wähnte sich der Handball-Oberligist bereits frühzeitig auf der Siegerstraße, ehe die Nerven von Trainer Lars Müller-Dormann doch noch extrem strapaziert wurden. Da bildete auch das Spitzenspiel gegen den TV Neerstedt keine Ausnahme. Schien die Partie nach einem Treffer von Timo Precht zum 26:20 (49.) vorzeitig zugunsten der Gastgeber entschieden, sprach nur vier Minuten später (!) beim 26:26 vieles für einen Erfolg des TVN. Doch auch die Gäste vermochten das Momentum nicht für sich zu nutzen und servierten den Vampires den 31:27 (12:9)-Erfolg letztlich auf dem Silbertablett.

Dass die Oytener noch einmal zittern mussten, lag in erster Linie an den schlechten Abschlüssen. Nachdem Precht auf 26:20 gestellt hatte, scheiterten sowohl Ole Lübbers als auch Sebastian Heller aus sechs Metern an TVN-Torhüter Kevin Pecht. „Die Würfe müssen natürlich rein. Zumal das Ding dann endgültig durch ist“, konstatierte Müller-Dormann. Allerdings wollte er mit den beiden nicht zu hart ins Gericht gehen. Während Ole Lübbers als einziger Kreisläufer durchspielen musste, war dem kurzfristig verpflichteten Sebastian Heller die fehlende Fitness, zumindest in der Offensive, noch deutlich anzumerken. „Seppo hatte eine lange Pause. Aber das wird schon noch. Dennoch wird er für uns noch sehr wichtig werden. Gerade in der Deckung hat er ein starkes Spiel gemacht“, lobte Oytens Trainer den Linkshänder. Auch Robin Hencken war die lange Pause deutlich anzumerken. Hatte der beste TVO-Torschütze in der ersten Halbzeit keinen guten Tag erwischt, präsentierte er sich jedoch in der Crunchtime hellwach. Gleich zweimal tankte er sich dank einer reinen Willensleistung durch die Neerstedter Deckung und stellte mit seinem Doppelpack zum 28:26 (58.) die Weichen doch noch auf Sieg. Zumal Marc Lange einen technischen Fehler der Gäste, die ihren Anwurf nach einer Auszeit falsch ausführten, mit dem 29:26 bestrafte. Zwar verkürzte Neerstedts Tapken noch auf 27:29, doch Malte Emigholz und erneut Lange hatten noch zwei Antworten parat.

Das war der erste Schritt. Jetzt gucken wir mal, was unsere Beine am Sonntag noch so hergeben.

Oytens Trainer Lars Müller-Dormann nach dem Erfolg über Neerstedt und vor dem Duell gegen die Hunte-Aue Löwen

Zu diesem Zeitpunkt saß Maximilian Sell längst auf der Tribüne. Verantwortlich dafür war ein völlig unnötiges und übermotiviertes Foul an Neerstedts Raik Steenken. Hatte Oytens Rückraumspieler bis zu diesem Zeitpunkt eine starke Partie abgeliefert, kassierte er beim 26:25 (54.) folgerichtig die Rote Karte und erwies seinem Team damit einen Bärendienst. „Da muss Max natürlich wegbleiben. Aber das weiß er auch. Aber irgendwie passte das zu der hektischen Phase, die völlig unnötig war. Schließlich hatten wir alles im Griff, ehe wir uns durch Fehlwürfe und technische Fehler selbst aus dem Konzept gebracht haben. Zum Glück hat sich Julius Timm, der eine starke Partie abgeliefert hat, davon nicht anstecken lassen“, lobte Müller-Dormann seinen Torhüter.

Maximilian Sell liefert eine starke Partie ab und kassiert eine völlig unnötige Rote Karte

Im Nachhinein musste der TVO-Trainer jedoch eingestehen, dass die Zuschauer eine Partie auf sehr überschaubarem Niveau geboten bekommen haben und das Spitzenspiel seinem Namen nicht gerecht werden konnte. Daran vermochte auch der gute Start der Gastgeber nichts zu ändern, denn nach dem 3:0 (5.) blieben sie sieben Minuten ohne eigenen Treffer – 3:4 (12.). Erst nach einer Auszeit wurde es wieder besser, wobei es gegen die kompromisslose Deckung des TVN im Positionsspiel kein Durchkommen gab. Da aber auch die Neerstedter extrem fehlerhaft agierten und das Oytener Tempospiel funktionierte, ging es mit einem 12:9 in die Pause. Im Hinblick auf die Partie am Sonntag gegen die HSG Hunte-Aue Löwen dosierte der TVO-Trainer ganz bewusst die jeweiligen Einsatzzeiten. Dabei erwies sich vor allen Dingen Youngster Mika Eilers, auch wenn er noch öfter den Zug zum Tor suchen könnte, als belebendes Element. „Das war der erste Schritt. Jetzt gucken wir mal, was unsere Beine am Sonntag noch so hergeben“, richtete Müller-Dormann seinen Blick schon mal auf das Duell gegen die Löwen.

TV Oyten Vampires: Timm, van den Berg – Hencken (8/2), Lange (4), Brüns (3), Heller (1), Precht (1), Meyer, Emigholz (4), Lübbers (4), Eilers (2), Sell (4).

Quelle: Kreiszeitung, Autor: Kai Caspers

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