
Sieg und Pleite: Gemischter Heimspiel-Doppelpack für den TV Oyten
1. Februar 2026 | 1. Herren
Auf den TV Oyten hat in der Handball-Oberliga am Wochenende eine große Herausforderung gewartet. Die „Vampires“ waren binnen 24 Stunden zweimal vor eigenem Publikum gefordert. Beim Heimspiel-Doppelpack feierte der TVO am Sonnabend einen Sieg gegen den TV Neerstedt. Am Sonntag unterlag das Team von Trainer Lars Müller-Dormann jedoch den HSG Hunte-Aue Löwen.
TV Oyten – TV Neerstedt 31:27 (12:9): Der TV Oyten sah im Heimspiel gegen den TV Neerstedt bei einer Sechs-Tore-Führung bereits wie der sichere Sieger aus. Doch es musste noch einmal kräftig gezittert werden im Lager der „Vampires“. Die Gäste glichen binnen vier Minuten aus, vermochten das Momentum dann aber nicht zu nutzen, und der TV Oyten feierte doch noch einen Heimsieg.
Dass die Gastgeber noch einmal zittern mussten, lag in erster Linie an der schwachen Chancenverwertung. Nachdem Timo Precht in der 50. Spielminute per Heber auf 26:20 gestellt hatte, scheiterten sowohl Ole Lübbers als auch Sebastian Heller aus sechs Metern an Gäste-Keeper Kevin Pecht. „Die Würfe müssen natürlich rein. Zumal das Ding dann endgültig durch ist“, konstatierte TVO-Coach Lars Müller-Dormann.
Allerdings wollte er mit den beiden nicht zu hart ins Gericht gehen. Während Lübbers als einziger Kreisläufer durchspielen musste, war dem kurzfristig verpflichteten Heller der Trainingsrückstand in einigen Aktionen anzumerken. „Seppo hatte eine lange Pause. Aber das wird schon noch. Er wird für uns noch sehr wichtig werden. Gerade in der Deckung hat er ein starkes Spiel gemacht“, lobte Oytens Trainer den erfahrenen Linkshänder.
Auch Robin Hencken war die längere Pause deutlich anzumerken. In der Crunchtime präsentierte er sich jedoch hellwach. Gleich zweimal tankte sich Hencken durch die Deckung der Gäste und stellte mit seinem Doppelpack zum 28:26 (58.) die Weichen doch noch auf Sieg. Marc Lange beseitigte mit dem Treffer zum 29:26 (59.) letzte Zweifel.
Die Zuschauer – darunter Neerstedts zukünftiger Trainer Kai Freese – sahen ein Duell auf überschaubarem Niveau. Nach einer 3:0-Führung des TVO (5.) kämpfte sich der TV Neerstedt zwar zurück und ging durch Niels Uwe Hansen mit 4:3 (12.) in Führung, doch es sollte die einzige der Partie bleiben. Während die Grün-Weißen extrem fehlerhaft agierten – allein Christian Wilhelm scheiterte vor der Pause dreimal völlig frei vom Kreis –, funktionierte bei den Gastgebern zumindest das Tempospiel. Mit einem 9:12 aus Sicht der Gäste ging es in die Kabinen.
In Durchgang zwei bewies die Mannschaft von Coach Andreas Müller, der auf sieben Stammkräfte – darunter das Torhüter-Duo Tjark Müller und Lukas Oltmanns – verzichten musste, enorme Moral. Angeführt von Raik Steenken kamen die Männer aus der Gemeinde Dötlingen noch einmal zurück und glichen zum 26:26 aus. „Das Spiel war eigentlich weg. Wie wir da zurückgekommen sind, war phänomenal“, lobte Müller den Zwischenspurt seiner Sieben. Doch das Momentum hielt nicht. In der entscheidenden Phase verließ der TVN wieder seine Linie. Robin Hencken und Marc Lange nutzten Neerstedter Fehler eiskalt aus und sicherten den „Vampires“ den Heimsieg. „Wir halten uns in der Endphase nicht an die Absprachen“, ärgerte sich Andreas Müller über die vergebene Chance.
Sell sieht die Rote Karte
Derweil verfolgte Max Sell die dramatische Endphase bereits von der Tribüne. Oytens Rückraumspieler hatte nach dem Treffer zum 26:25 (54.) nach einer Attacke an Neerstedts Steenken zu Recht die Rote Karte gesehen. „Da muss Max natürlich einfach wegbleiben. Aber das weiß er auch“, kommentierte Lars Müller-Dormann die Aktion des vierfachen Torschützen. „Zum Glück hat sich Julius Timm von der Hektik nicht anstecken lassen“, lobte Müller-Dormann seinen Torhüter.
„Oyten hat weiß Gott nicht am Limit gespielt“, resümierte derweil Neerstedts Coach Andreas Müller. „Aber sie haben gut verteidigt und hatten mit Julius Timm über 60 Minuten den konstanteren Torwart.“ Tatsächlich zog der Keeper der Hausherren den Neerstedtern mit seinen Paraden mehrfach den Zahn.
TV Oyten – HSG Hunte-Aue Löwen 28:30 (16:15): Im zweiten Spiel binnen 24 Stunden hieß der Gegner am Sonntag HSG Hunte-Aue Löwen. Die Gastgeber ließen alles auf der Platte – am Ende reichte es gegen die ausgeruhten Kreisdiepholzer bei der 28:30 (16:15)-Niederlage jedoch nicht zu etwas Zählbarem. Marc Lange hatte per Siebenmeter in der 56. Spielminute für die Mannschaft von Trainer Lars Müller-Dormann zum 28:28 ausgeglichen. Kevin Lutz und Marek Damm besiegelten danach mit ihren Treffern zum Endstand die erste Heimniederlage der „Vampires“ in dieser Saison. Der TV Oyten steht nun bei 22:8 Punkten und nimmt gemeinsam mit der punktgleichen SG Bremen-Ost die Verfolgerrolle von Spitzenreiter VfL Horneburg (23:5) ein.
Hencken verletzt sich früh
Bei den Gastgebern gesellte sich zu den Langzeitausfällen Timo Blau und Michel Schack schon früh Robin Hencken mit einer Daumenverletzung. Hencken blieb so bei einem Siebenmetertreffer. Am Ende war es für Müller-Dormann in dem körperbetonten Spiel dann auch eine Kraftfrage. In der Schlussphase brachte auch ein Torwartwechsel – Niklas van den Berg löste Julius Timm ab – nicht mehr die Wende. Ole Lübbers und Mittelmann Lange sorgten mit ihren Treffern zum 19:18 (37.) für die letzte Führung des TVO. Wenig später lagen die Blau-Roten erstmals mit zwei Toren hinten – 19:21 (42.).
In der ersten Halbzeit hatte sich der TV Oyten nach einem 1:4-Fehlstart (5.) in die Partie gekämpft. Beim 7:7 (13.) durch Malte Emigholz stand es erstmals unentschieden. Acht Sekunden vor der Halbzeit scheiterte Oytens Linkshänder zum zweiten Mal vom Siebenmeterstrich und vergab dadurch eine höhere Pausenführung.
Quelle: Weser Kurier, Autor: Jürgen Prütt
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