
TV Oyten: Der Februar legt ein großes Problem endgültig offen
23. Februar 2026 | 1. Herren
Der Februar endete für die Oberliga-Handballer des TV Oyten, wie er begonnen hat – mit einer Niederlage. Am 1. Februar verlor der TVO daheim gegen die HSG Hunte-Aue Löwen, nachdem er einen Tag zuvor gegen den TV Neerstedt gewonnen hatte. Nun schloss Oyten den Februar mit einer Schlappe bei der TSG Hatten-Sandkrug ab. Zwar ist Oyten weiterhin Dritter, Ambitionen nach oben dürften aber nicht mehr vorhanden sein. Dafür war der kürzeste Monat des Jahres mit zu vielen Rückschlägen versehen. Denn aus den vier Spielen im Februar hat der TVO nur einen Punkt geholt.
Nach der Niederlage in Hatten – der TVO hatte das Spiel im Kreis Oldenburg mit 27:33 verloren – atmete Oytens Coach Lars Müller-Dormann erst einmal durch: „Es ist wohl ganz gut, dass wir am kommenden Wochenende frei haben. Das wird uns allen guttun, um mal die Köpfe freizubekommen – nachdem, was zuletzt alles so gewesen ist.“ Der Coach spielt damit insbesondere auf die Personalsituation an. In den vergangenen Wochen musste Müller-Dormann aufgrund von Ausfällen immer wieder improvisieren: Marc Lange und Ole Lübbers mussten im mit 24:33 verlorenen Spitzenspiel gegen Horneburg passen. Oyten hätte das Spiel wegen der Personalnot gerne verlegt – Horneburg lehnte ab.
Wichtige Stützen sind verletzt
Linkshänder Sebastian Heller, der erst seit wenigen Wochen zum Oberliga-Kader des TVO gehört, stand in der Partie gegen den Tabellenführer ebenfalls nicht auf der Platte. Heller wurde wegen der großen Personalnot an die Pestalozzistraße geholt. Mit dem erfahrenen Rückraumspieler soll der Ausfall von Michel Schack kompensiert werden. Der Rechtshänder, der zur neuen Saison zum Regionalligisten SG Achim/Baden wechselt, fällt seit Mitte Januar aus. Schack hat sich im Training die Mittelhand gebrochen.
Bereits länger muss Müller-Dormann auf Timo Blau verzichten. Der Kreisläufer und Abwehrchef laboriert an einem Sehnenriss im Finger. Unproblematisch ist die Heilung nicht verlaufen. Daher rechnet Blau selbst nicht damit, dass er in dieser Saison noch ein Spiel mit dem TVO bestreitet. „Ich hatte jetzt mal wieder einen Ball in der Hand. Aber da geht noch gar nichts“, sagt Blau.
Der Führungsspieler ist trotz seines Ausfalls nahe dran am Team – und weiß daher genau, warum der Februar – den einzigen Punkt in dem Monat holte Oyten beim 31:31 gegen den Tabellenletzten TV Schiffdorf – von Misserfolgen geprägt war. „Unser Kader ist einfach zu klein“, nennt Blau das Hauptproblem beim Namen und führt weiter aus: „Wenn viele Verletzungen zu einem ohnehin schmalen Kader hinzukommen, kannst du da nichts großartig machen.“
Hinzu komme dann noch, dass sich die Länge der Saison allmählich bemerkbar mache, findet Blau: „Bei manchen Spielern ist schon ein Verschleiß da, weil sie oft über 60 Minuten spielen müssen.“ Auf einigen Positionen sei dies bei den „Vampires“ der Fall. Ole Lübbers nennt Blau als Beispiel, der nach seinem eigenen Ausfall nun der einzig gelernte Kreisläufer im Kader ist. „Und Robin Hencken muss auch immer sehr lange durchhalten“, erklärt Blau, dass Oytens Haupttorschütze nur wenig Zeit zum Verschnaufen bekommt. „Es ist daher kaum möglich, immer bei 100 Prozent zu sein.“
Die Richtung ist daher klar, die sie in Oyten anpeilen: Für die Zukunft soll der Oberliga-Kader wachsen. „Es wird nicht ewig funktionieren, dass die Last nur auf den Schultern einzelner Spieler liegt und dass wir mit sieben, acht Stammspielern durch eine gesamte Saison kommen.“ Allerdings verdeutlicht Blau zugleich, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, neue Spieler zum TV Oyten zu lotsen. „Es ist ja ein allgemeines Thema für unsere gesamte Sportart: Für die Oberliga muss man als Spieler einen gewissen Aufwand auf sich nehmen. Und da ist der Pool dann doch sehr beschränkt.“
Der Kader soll breiter werden
Der TVO könne dabei mit einigen Vorzügen werben, meint Timo Blau: „Wir haben einen sehr stabilen Verein und junge Spieler bekommen bei uns in der Oberliga schnell ihre Spielzeiten.“ Dennoch weiß der Abwehrchef, dass es nicht einfach werde, den Kader für die neue Saison breiter aufzustellen.
Der Blick richtet sich aber nicht ausschließlich auf die kommende Spielzeit. Zugleich erklärt Blau, dass der TVO die aktuelle Saison vernünftig zu Ende bringen will. Aktuell nimmt die Sieben von Müller-Dormann Platz drei ein. „Unter die Top drei gehören wir meiner Meinung nach auch“, zählt Blau seine Mannschaft trotz der zuletzt erfolglosen Wochen zu den Topmannschaften.
Als Ziel gibt er für die letzten acht Saisonspiele aus, dass die Oytener, die die Oberliga Nord phasenweise als Spitzenreiter anführten, nicht aus den Top fünf rutschen wollen. „Den Weg nach ganz oben wird es für uns wohl nicht mehr geben. Ein Rang unter den besten Fünf sollte aber schon das Ziel sein.“ Nach dem spielfreien Wochenende soll der erste Schritt in diese Richtung gemacht werden.
Den Monat März eröffnet der TVO mit dem Heimspiel gegen den TuS Haren. „Gegen diesen Gegner haben wir selten gut gespielt. Aber es ist auf jeden Fall ein Spiel, das wir gewinnen können und danach dann hoffentlich unter den Top fünf einlaufen“, hofft Blau auf einen guten Start in den März und dass der neue Monat erfolgreicher wird als der Februar.
Quelle: Weser Kurier, Autor: Florian Cordes
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