
TV Oyten: Emotionalen Abschieden geht eine Niederlage voraus
12. April 2026 | 1. Damen
Es war ein Nachmittag der Abschiede in der Pestalozzihalle. Die Regionalliga-Handballerinnen des TV Oyten empfingen zu ihrem letzten Heimspiel der Saison die HSG Hunte-Aue Löwen. Zum einen mussten sich die TVO-Frauen vom Gegner verabschieden. Denn der Klub aus dem Landkreis Diepholz stand vor dem Spiel als Absteiger fest. Beide Teams werden sich in der kommenden Spielzeit nicht begegnen. Nach der Partie rollten auf Oytener Seite ordentlich Tränen. Schließlich wurden mit Rückraumspielerin Anna-Lena Meyer und Keeperin Larissa Gärdes zwei Säulen des Teams verabschiedet. Beide wollen eine Handball-Pause einlegen. Ein Heimsieg zum Abschied war dem Duo nicht vergönnt. Die „Vampires“ verloren gegen die „Lady Lions“ mit 25:28 (14:17).
Vier Siebenmeter landen nicht im Tor
Dabei war der Erfolg vor eigenem Publikum mehr als möglich. Eine schwache Trefferquote verhinderte den Sieg jedoch. Allein bei vier Siebenmetern scheiterten die Gastgeberinnen an HSG-Keeperin Jessika Michel. Sarah Kennerth und Jasmin Johannesmann vergaben jeweils doppelt. Doch nicht nur bei den Strafwürfen fehlte die Treffsicherheit. Hinzu kamen viele freie Würfe, die die TVO-Handballerinnen nicht an Michel vorbeibrachten. „Es war klar, dass es ein zäher Nachmittag wird“, sagte Oytens Trainer Thomas Cordes hinsichtlich der Tatsache, dass es für seine Sieben in der Partie um nicht mehr viel ging und zudem die Emotionalität aufgrund der Verabschiedungen der beiden Leistungsträgerinnen mit im Spiel war. „Trotzdem müssen wir dieses Spiel gewinnen“, unterstrich Cordes.
Ein Dorn im Auge waren Cordes – neben der schwachen Chancenverwertung – die 17 Gegentreffer in Halbzeit eins. „Das sind einfach zu viele. Aber wir hatten vor der Pause auch keinen Zugriff, weder im Angriff noch in der Abwehr“, kritisierte Cordes seine Sieben, die sich nach der Hälfte der Spielzeit einem Drei-Tore-Rückstand gegenüberstehen sah. Kurz vor dem Seitenwechsel sah es sogar nach einer größeren Hypothek für die „Vampires“ aus, als die Löwinnen mit 16:11 (26.) führten. Ein wenig reparierten die Gastgeberinnen die erste Halbzeit aber noch.
Steigerung nach der Pause
In Halbzeit zwei bescheinigte Cordes seinem Team einen „durchschnittlichen Auftritt“. Der Trainer kritisierte aber zugleich: „Die Chancenverwertung war weiterhin katastrophal.“ Dennoch bogen die „Vampires“ die Begegnung Mitte des zweiten Durchgangs zunächst. Lena Prütt glich mit einem wuchtigen Treffer aus dem Rückraum aus – 21:21 (43.). Maja Hidde kämpfte sich kurz darauf durch die HSG-Deckung und brachte die Gastgeberinnen sogar mit 22:21 in Führung.
„Ich dachte beim Ausgleich: Jetzt arbeiten wir uns voran. Aber wir haben das leider verpasst“, sah Cordes wieder Fehlwürfe seiner Sieben, die am Ende entscheidend waren. Der Absteiger aus dem Kreis Diepholz nutzte hingegen seine Chancen und drehte das Spiel ein weiteres Mal: Als Karla Witte, die zur neuen Saison zu SFN Vechta wechselt, zwei Minuten vor Spielende zum 28:25 für die Gäste traf, war die Entscheidung gefallen.
„Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt“, sagte Cordes. Dieser Satz galt auch für Anna-Lena Meyer und Larissa Gärdes. Beide wurden mit sehr emotionalen Worten ihrer Teamkolleginnen Shiva Esser und Lisa-Marie Gerling verabschiedet. Sie hätten sich darüber wohl noch mehr gefreut, wenn sie vorher gemeinsam gewonnen hätten.
Quelle: Weser Kurier, Autor: Florian Cordes
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