Nervenkrimi in Bremen: Dem TV Oyten III gelingt große Überraschung

20. April 2026 | 3. Damen

In der Handball-Verbandsliga der Frauen hat Aufsteiger TV Oyten III drei Tage nach der Heimniederlage gegen den TuS Jahn Hollenstedt II in der Fremde für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Beim TSV Intschede geht unterdessen das Warten auf den zweiten Saisonsieg weiter.

SG Findorff – TV Oyten III 30:33 (17:17): Mit dem Sieg haben die Gäste dem Tabellenzweiten auch die letzte theoretische Hoffnung auf die Meisterschaft geraubt. TVO-Coach Jannik Sievers zeigte sich nach dem Abpfiff sichtlich stolz auf die geschlossene Teamleistung: „Ein riesiges Lob an die Mannschaft. Wir haben 60 Minuten lang hart gearbeitet, waren vor dem Tor extrem effektiv und haben zu jedem Zeitpunkt an den Sieg geglaubt.“

Von Beginn an agierte Oytens Drittvertretung hochkonzentriert. Angeführt von einer überragenden Theresa Otten, die mit 15 Treffern (darunter eine makellose Siebenmeterquote) zur Matchwinnerin avancierte, lag der TVO früh mit 3:1 (3.) vorn. Es entwickelte sich eine packende Begegnung auf Augenhöhe. Findorff konterte zur eigenen 10:7-Führung (13.). Zehn Minuten später lagen die Gäste nach einem Treffer von Julia Meyerdierks wieder mit drei Toren vorne – 15:12.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie ein Nervenkrimi. Bis zum 29:29 (53.) bekamen die Zuschauer ein Duell auf Augenhöhe geboten. Dann nutzten die „Vampires“ in der Crunchtime eine kleine Schwächephase der Gastgeberinnen eiskalt aus. Zwei verwandelte Strafwürfe von Otten brachten dem TVO eine 30:29-Führung. Bea Junge erhöhte auf 31:29, bevor erneut Meyerdierks in der 59. Minute mit dem 32:29 den Deckel auf den Auswärtssieg setzte. Für die SG Findorff war es nach knapp zwei Jahren die erste Niederlage in eigener Halle.

MTV Tostedt – TSV Intschede 32:26 (18:12): Für die bereits feststehenden Absteigerinnen vom Weserstrand gab es auch im Landkreis Harburg nichts zu holen. Trainer Niklas Bodenstab wurde in dem Auswärtsspiel an der Seitenlinie von Jahna Ahnemann vertreten. Trotz der schwierigen Vorzeichen – der TSV war mit nur acht Spielerinnen angereist – verkaufte sich das Team teuer.

In der Anfangsphase agierten die Gäste hellwach: Nach Treffern von Beeke Hermann und Henrike Schwittek lag Intschede mit 3:1 vorn und verteidigte diese Führung bis zum 6:5 durch Cora Witzschke (13.). Erst danach fanden die Gastgeberinnen besser zu ihrem Rhythmus. „Wir mussten dann leider abreißen lassen, wodurch der Rückstand bis zur Pause deutlich anwuchs“, resümierte Ahnemann.

Obwohl die Partie beim Stand von 12:18 zur Halbzeit bereits so gut wie vorentschieden schien, bewies das Schlusslicht aus dem Kreis Verden Charakter. In einer ausgeglichenen zweiten Hälfte war der TSV Intschede mit dem Oberliga-Absteiger auf Augenhöhe. Interimstrainerin Ahnemann hob nach dem Spiel vor allem die starke Leistung von Keeperin Mina Kruse hervor: „Trotz der Niederlage bin ich stolz auf die Moral. Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt hängen lassen.“

Quelle: Weser Kurier, Autor: Jürgen Prütt

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