
Pleite zum Saisonabschluss: TV Oyten unterliegt in Neerstedt
10. Mai 2026 | 1. Herren
Der TV Neerstedt war zum Abschluss in der Handball-Oberliga der Männer zu stark für den TV Oyten. „Wir wollten die Feierlichkeiten der Neerstedter nicht durch einen Sieg stören“, stellte „Vampires“-Coach Lars Müller-Dormann nach der 25:31-Niederlage in der Gemeinde Dötlingen ironisch fest. Bereits zur Pause lagen die Gäste deutlich mit 11:19 zurück.
„Das war nichts“, redete Müller-Dormann in seinem Fazit nicht lange um den heißen Brei herum. „Und zwar vorne und hinten nicht.“ Nur zu Beginn der zweiten Hälfte blitzte bei den „Vampires“ auf, warum sie in dieser Saison zu den Top-Teams der Liga gehören. Innerhalb von elf Minuten schmolz der Vorsprung der Hausherren auf vier Tore zusammen. Timon Meyer traf zum 18:22 aus Sicht des TVO.
Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen, doch Robin Hencken setzte beim Stand von 13:19 (34.) einen Siebenmeter per Aufsetzer über den Kasten der Hausherren. „Geht der auch noch rein, wird es vielleicht noch einmal richtig eng“, gestand Neerstedts Coach Andreas Müller.
Oytens Aufholjagd wird gestoppt
Der Bookholzberger stoppte den Lauf des TVO mit einer Auszeit. Raik Steenken traf per Doppelpack zum 24:18 (43.), spätestens beim 28:21 (50.) war die Messe gelesen. Durch die Niederlage beendet der TV Oyten die Spielzeit auf Tabellenplatz vier. Der TV Dinklage hat den TVO am letzten Spieltag durch einen 43:26-Kantersieg gegen Absteiger OHV Aurich II noch von Rang drei verdrängt.
Ein Lob von Lars Müller-Dormann erhielt Youngster Timon Meyer. Da Malte Emigholz als Trainer mit der C-Jugend des TSV Daverden in der Relegation zur Oberliga im Einsatz war, spielte Meyer auf dem rechten Flügel durch und erzielte fünf Tore. Müller-Dormann: „Timon hat ein wirklich gutes Spiel gemacht. Überhaupt waren die Außenpositionen heute okay.“ Auf der linken Seite trafen Mattis Brüns (2) und Timo Precht (3) zusammen ebenfalls fünfmal.
Schack verletzt sich in seinem letzten Spiel
Pech hatte Michel Schack bei seinem letzten Auftritt für die Blau-Roten. Der zukünftige Achimer verletzte sich bereits in der ersten Halbzeit an der Hand und blieb nach der Pause auf der Bank. „Das sieht nicht gut aus“, stellte TVO-Physiotherapeut Eckart Reincke beim Seitenwechsel fest.
Dass die Schiedsrichter in einigen Phasen gegen den TV Oyten entschieden, wollte Lars Müller-Dormann nicht als Ausrede gelten lassen. „Wenn du so eine erste Halbzeit ablieferst, dann brauchst du nicht mit den Schiedsrichtern zu hadern“, unterstrich der Coach aus Bremen.
Unterdessen wurde Neerstedts scheidender Trainer Andreas Müller – er wechselt mit seinem Co-Trainer Dirk Maske zu den Neerstedter Frauen – der Abschied versüßt. „Wir hatten uns gewünscht, dass die Jungs dem Spiel von Beginn an ihren Stempel aufdrücken. Das haben sie gemacht.“
Gäste laufen der Musik hinterher
Keine fünf Minuten waren gespielt, da führte der TV Neerstedt bereits mit 4:1. Max Tapken stellte im weiteren Verlauf sogar auf 14:6 (20.) für den Tabellenfünften, bei dem nach der Partie neben dem kompletten Trainerteam gleich sechs Spieler verabschiedet wurden.
Lars Müller-Dormann brachte Mitte der ersten Spielhälfte Julius Timm für Niklas van den Berg zwischen die Pfosten und Marc Lange, der mit sieben Toren treffsicherster Oytener war, zog nun die Fäden im Spielaufbau. Durch die Nachjustierungen war der TV Oyten fortan zumindest auf Augenhöhe mit den Hausherren. Die letzten beiden Tore vor der Pause gingen auf das Konto von Timon Meyer – er traf zum 19:10 und 19:11. Den Sieg ließ sich der TV Neerstedt in den zweiten 30 Minuten jedoch nicht mehr nehmen.
Quelle: Weser Kurier, Autor: Jürgen Prütt
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