TV Oyten: Der Jubel der anderen

Das war ein Krimi, jedoch ohne Happy End aus Oytener Sicht. DIe A-Jugend-Handballer des TVO unterliegen der SG HC Bremen/Hastedt.

Oyten. Ein Krimi, wie man ihn sich wünscht. Ständige Führungswechsel, vermeintliche Vorentscheidung und dann doch nochmals Spannung bis zum Schluss. Das Derby der A-Jugend-Bundesliga zwischen dem TV Oyten und der SG HC Bremen/Hastedt hatte alles, was das Handball-Herz begehrt. Das einzige, was fehlte, war aus Sicht der Oytener das Happy-End. Denn bei Schlusspfiff jubelten die anderen – 26:27 (12:12).

Als Bjarne Budelmann den Gast aus Bremen mit 26:24 (59.) in Führung geworfen hatte, war das Duell der beiden Nachbarn vermeintlich vorentschieden. Zuvor hatte Oyten mehrfach die Chance zur Führung gehabt, scheiterte jedoch immer wieder an sich selbst oder am gegnerischen Keeper. Verzweiflung machte sich dennoch nicht breit, aufbäumen hingegen schon. Killian Tiller und Mohamed-Aljawaa Sibahi sorgten mit ihren Treffern für erneute Hoffnung, zumindest ein Unentschieden erreichen zu können. Doch noch war ein wenig Zeit auf der Uhr und die Bremer Spielgemeinschaft rannte erneut an. Und sie fand die Lücke, die Max Borchert nur auf Kosten eines Siebenmeters schließen konnte. Acht Sekunden waren noch auf der Uhr. Die Oytener Hoffnungen waren nun bereits gering, denn Bjarne Budelmann hatte im Spielverlauf bereits fünfmal gezeigt, dass er äußerst sicher von der Linie ist. Nicht umsonst hatte ihn der Hallensprecher bereits mit Nationalspieler Uwe Gensheimer verglichen. Budelmann behielt erneut die Nerven und erzielte den umjubelten Siegtreffer.„Super, super bitter“, betitelte Thomas Cordes das Endresultat. Doch er hatte daran auch mit Blick auf die Schiedsrichter einiges auszusetzen. Beim Stand von 24:24 verstanden viele Zuschauer in der prall gefüllten Pestalozzihalle nicht, warum sie bei zwei Szenen keinen Pfiff hörten. „Das eine war eine klare Zeitstrafe und davor muss man auch pfeifen. Wer das nicht so sieht, der hat keine Ahnung von dem Sport“, kritisierte Cordes offen und sprach von krassen Fehlentscheidungen. Die Folge waren jeweils schnelle und erfolgreiche Gegenstöße der Bremer zum 24:25 und 24:26.
 Doch allein auf die Entscheidungen der Unparteiischen ist diese Niederlage nicht zurückzuführen, das weiß auch Thomas Cordes. „Es waren die berühmten Kleinigkeiten, die dann den Unterschied machen. Und wir machen einfach diese zwei, drei Fehler zu viel.“ Einen hat er wohl auch selbst zu verantworten. Denn in Halbzeit zwei schlug beinahe jeder Wurf der Bremer auch im Netz ein. Der in der ersten Hälfte so stark parierende Jonas Lüdersen hatte seine Form verloren. Ein Torwartwechsel wurde aber nicht vollzogen. „Als man gerade überlegte zu tauschen, da hält er einen. Das ist das berühmte russische Roulette“, erklärte Cordes seine Entscheidung.

Im Großen und Ganzen sprach er aber seinem Team ein großes Kompliment für die dargebotene Leistung aus. Und das völlig zurecht. Immerhin traf der TVO auf den Tabellenfünften und bot ihm einen echten Fight. Und das von Beginn an. Zumeist ging der favorisierte Gast in Führung, doch mehr als ein Tor Abstand gewährte ihm der TVO nie. In der Defensive stellte die Cordes-Sieben durch ihre offensive 5:1-Deckung die Bremer vor reichlich Probleme. Und im eigenen Angriff war es vor allem Chris-Ole Brandt, der sich immer wieder aus der zweiten Reihe hochschraubte und sicher traf.

Dass Brandt am Ende auf „nur“ sechs Tore kam, lag daran, dass er zu Beginn der zweiten Hälfte verletzt raus musste und erst am Ende wieder mitwirken konnte. In dieser Phase war es vor allem Mohamed-Aljawaa Sibahi, der die „Vampires“ im Spiel hielt. Am Ende konnte er auf stolze zehn Treffer verweisen. Doch sie alle führten nicht zu einem Happy-End, am Ende jubelten halt doch die anderen.

Ende ist auch das Stichwort für Thomas Cordes. Im Dezember hatte Cordes bereits in einem Interview mit unserer Zeitung Veränderungen angekündigt. Diese Veränderungen betreffen ihn selbst. Der Coach macht nach der Saison Schluss. „Das waren zwei tolle Jahre in der Bundesliga mit den Jungs, aber es waren auch zwei brutale Jahre. Die Zeit ist immer sehr intensiv und man muss sehr viel dafür investieren.“ Nun benötigt Cordes etwas mehr Ruhe und will erst mal Luft holen. Und zurücklehnen könne er sich gut, da er seine Truppe in gute Hände gebe. Die gehören Marc Winter. Der 51-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt, so hatte er zuletzt den ATSV Habenhausen in der 3. Liga gecoacht. Ab der neuen Saison, nach einem Jahr Pause, übernimmt er Oytens A-Jugend. „So viele reizvolle Aufgaben gibt es in der Gegend nicht. Und als die Anfrage Ende November kam, habe ich schnell zugesagt.“ Mitte Februar steigt der zukünftige Coach mit ins Training ein und hat dabei ein klares Ziel: „2. Liga bei den Frauen und 3. Liga bei den Männern hatte ich schon. Bundesliga wäre doch nochmals was.“

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Patrick Hilmes


 




 



 



 














 







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04.02.2019, 00:57 Uhr Presseberichte