Willkommen im Titelkampf

Oytens Drittliga-Frauen schlagen beim Siebenmeter-Festival den Tabellenzweiten aus Fritzlar mit 28:25 und haben nun die Tabellenspitze im Visier.

Oyten. Aller Anfang ist schwer. Das mussten nun auch wieder die Handballerinnen des TV Oyten erfahren. Im ersten Spiel des Jahres taten sich die „Vampires“ über weite Phasen der Partie gegen den SV Germania Fritzlar 1976 äußerst schwer. Letztendlich wurde der Tabellenzweite der 3. Liga West aber mit 28:25 (14:13) bezwungen.



Drückte mit zehn Treffern dem Spiel gegen Fritzlar ihren Stempel auf: Oytens Wiebke Meyer. (Björn Hake) 

Zwar war es für den Gegner aus Fritzlar bereits das dritte Spiel des Jahres, doch auch die Gäste kamen nur schleppend in Gang. Zudem deutete sich direkt an, dass dieses Duell auch von der Linie aus entschieden wird. Die ersten beiden Treffer (1:1) wurden per Siebenmeter markiert. Am Ende der 60 Minuten waren in der Statistik auf beiden Seiten jeweils acht Siebenmeter notiert worden, dahinter standen jeweils sieben Treffer. Für Oyten zeigte sich für die Tore von der Linie aus vor allem Wiebke Meyer zuständig. Sie bewies große Variabilität bei ihren fünf Treffern in fünf Versuchen. „Sie ist schon unglaublich abgeklärt“, betonte Coach Jörg Leyens, der sie als eine der Matchwinnerinnen betitelte. Denn Meyer zeigte nicht nur bei den Siebenmetern, über welch Qualität sie mit ihren 16 Jahren schon verfügt. Am Ende konnte sie auf ganze zehn Treffer verweisen und drückte dem Spiel damit ihren Stempel auf. Sie war es auch, die den entscheidenden Treffer zum 27:25 (59.) erzielte.

Matchwinnerin Nummer zwei war Keeperin Bryana Newbern, die in der Crunch-Time wichtige Paraden zeigte. Ihre Torhüter-Kollegin Romina Kahler stand ihr in dem Punkt aber in nichts nach. Sie hütete vor allem in Halbzeit eins das Oytener Gehäuse und hielt ihr Team mit starken Reflexen im Spiel. Beide Keeperinnen ließen sich auch nicht durch je einen Kopftreffer verunsichern. Das war extrem wichtig für den TVO, denn phasenweise erlaubten sich die Gastgeberinnen reichlich technische Fehler. So verpassten sie mehrfach in der Schlussphase die Chance, sich auf zwei, drei Treffer abzusetzen. Mal wurde der Pass schlampig gespielt, mal wurde zu früh abgeschlossen, mal wurde ein Schrittfehler gepfiffen, mal fiel der Ball auf den Fuß. Gleiches bereite der Leyens-Sieben auch zu Beginn Probleme. „Die Mannschaft musste aber auch erst mal wegstecken, dass wir Lisa (Bormann-Rajes, Anm. d. Red.) aufgrund einer starken Erkältung kurzfristig nicht einsetzen konnten“, erklärte sich Leyens den fehlerhaften Beginn. Da auch der Gegner mit denselben Problemen zu kämpfen hatte, war die Partie zunächst eine äußerst zerfahrene.Und dennoch gehörte dem Gast aus Fritzlar die erste Hälfte von Halbzeit eins. Während Oyten harmlos in der Offensive war – bestes Beispiel ein schwacher Wurf von Jana Kokot in die Arme der Keeperin – konterte Fritzlar gnadenlos. Immer wieder verhalf Oyten Fritzlar zu Tempogegenstößen. Langer und perfekt getimter Ball der Torhüterin in den Lauf der beiden schnellen Außen und schon führte der Gast mit 9:6 (17.). Leyens reagierte mit einem Time-Out und stellte Jana Kokot an den Kreis. Eine Umstellung, die Früchte tragen sollte. Oyten nahm langsam Fahrt auf und drehte die Partie bis zur Pause. Doch Fritzlar bewies, warum sie an Position zwei stehen. Der Gast stellte sich auf Oytens neue Taktik ein und gestaltete die Partie wieder ausgeglichen. Verantwortlich dafür war vor allem die Nummer 21 der Germania, Esther Meyfarth. Zwar wurde sie über weite Strecken der Partie durch die offensiv deckende Denise Engelke aus dem Spiel genommen, am Ende kam sie dennoch auf zehn Treffer. Das lag vor allem an ihrer Nervenstärke von der Linie. Meyfarth verwandelte insgesamt sechs Siebenmeter bei sechs Versuchen.

Doch am Ende sollte es für die Gäste nicht reichen. Wiederum stellte Leyens um, zog Kokot erneut in den Rückraum oder ließ teils auch Patricia Lange als zweite Kreisläuferin neben Kokot agieren. „Wir wollten sie dazu zwingen, anders zu reagieren“, verriet Leyens seine Taktik. Und die ging auf. Entschieden war die Partie nach dem Treffer von Meyer, den Schlusspunkt setzte Kokot mit dem 28:25. „Teamgeist, Qualität und Willensstärke – eine absolute Mannschaftsleistung“, lobte Leyens seine Truppe, die nun im Titelkampf angekommen ist.


Quelle: Achimer Kurier - Autor: Patrick Hilmes

11.02.2019, 11:34 Uhr Presseberichte