Der Favorit wird nicht bestraft

Der TV Oyten leistet sich gegen die HSG Verden-Aller etliche Fehlwürfe, feiert aber dennoch einen Sieg



Linkshänder Kilian Tiller vergab in der ersten Halbzeit einige gute Chancen. Am Ende kamen er und der TV Oyten mit einem blauen Auge davon. (Björn Hake)

Oyten. Etwas mehr als fünf Minuten waren im Kreisduell der Handball-Landesliga der Männer zwischen dem TV Oyten und der HSG Verden-Aller noch auf der Uhr, da war bei Lars Müller-Dormann der Geduldsfaden gerissen. Der Coach der „Vampires“ nahm eine Auszeit und machte seinem Unmut Luft. „Was spielt ihr euch für einen Mist zusammen? Lasst den Ball laufen und schließt konzentrierter ab“, kritisierte Müller-Dormann. Zuvor hatte der TVO durch überhastete Abschlüsse und Ballverluste innerhalb von 90 Sekunden eine 26:23-Führung verspielt. Schlussendlich hatten die Gastgeber aber doch das bessere Ende für sich: Robin Hencken und Mattis Brüns waren zum 28:26 erfolgreich, eine Sekunde vor dem Ende zeichnete erneut Hencken für den 29:27 (15:14)-Endstand verantwortlich. Der Favorit war noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

„Einen Punkt hätten wir verdient gehabt, zwei waren möglich“, bescheinigte Sascha Kunze seiner Sieben eine gute Leistung. „Am Ende leisten wir uns dann aber doch den einen oder anderen Fehler zu viel, was auch an der für uns ungewohnten Backe gelegen haben mag“, analysierte der Coach der Gäste. Verdens gut aufgelegter Mittelmann Juri Wolkow (7/2 Tore) hatte die HSG Verden-Aller mit seinem Treffer zum 4:3 in Minute acht erstmals in Führung gebracht. Exakt eine Viertelstunde war gespielt, da stand es sogar 9:6 für den Rangneunten. Linkshänder Tobias Albert hatte für die Domstädter getroffen. Vorausgegangen waren aufseiten der Oytener schlampige Abschlüsse in Serie. Allein Rechtsaußen Kilian Tiller fand im ersten Viertel der Partie viermal völlig freistehend seinen Meister im starken HSG-Keeper Bastian Bormann. An der Abschlussschwäche der „Vampires“ sollte sich auch im weiteren Verlauf der Begegnung nichts ändern. Dank eines Treffers von Sören Blumenthal nahm der TVO dennoch einen knappe Führung mit in die Halbzeitbesprechung.

Nach Wiederanpfiff verfolgten Müller-Dormann und sein Co-Trainer Marc Winter mit schlechter Laune das Treiben ihrer Mannschaft. Als Linkshänder Anton Zintikov beim Stand von 22:20 (46.) einen Konter per Aufsetzer über den Kasten der Gäste setzte, konnte sich selbst Schiedsrichter Marcel Lichtenberg ein Lächeln nicht verkneifen.Die Überraschung blieb dann auch deshalb aus, da Oytens Robin Hencken zum Ende hin mächtig aufdrehte. Sieben seiner insgesamt acht Treffer erzielte der junge Rückraumlinke in den letzten 16 Minuten der Partie.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Jürgen Prütt

12.01.2020, 23:45 Uhr Presseberichte