Winter vermisst den unbedingten Willen

3. Liga: Handballerinnen des TV Oyten liefern im Duell gegen den Hannoverschen SC ein schwaches Spiel ab

Lisa Bormann-Rajes und der TV Oyten mussten sich im Kellerduell dem Hannoverschen SC mit 24:30 geschlagen geben. Auch die Linkshänderin vergab einige Chancen.

Schöne Spiele im Abstiegskampf – das ist eine Rarität. Das Kellerduell der 3. Liga Nord zwischen dem TV Oyten und dem Hannoverschen SC war ebenso keine schöne Begegnung. Abstiegskampf halt. Was aber in solchen Partien gefragt ist, ist der unbedingte Wille, gewinnen zu wollen. Und den ließen die Handballerinnen aus Oyten am Sonntag in der Pestalozzihalle vermissen. Die Gäste aus Hannover zeigten hingegen den nötigen Einsatz und gewannen das Spiel mit 30:24 (16:15).
Die "Vampires" aus Oyten haben durch die verdiente Niederlage eine große Chance verpasst. Mit einem Sieg hätte der Abstiegskampf in der Nordstaffel der 3. Liga so richtig Fahrt aufgenommen. Der TVO hätte den Rückstand auf die HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen und den VfL Oldenburg II, der am Sonntag knapp mit 24:25 beim MTV Heide verlor, auf einen Punkt verkürzt. Selbst der Tabellenachte TSV Wattenbek wäre für den TVO wieder in Reichweite gekommen. Doch aufgrund der schwachen Leistung gegen HSC und der daraus resultierenden Pleite bleibt alles im Konjunktiv. Der Vorletzte aus Oyten hat weiterhin drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer und nur noch zwei Zähler mehr auf dem Konto als das Schlusslicht aus Hannover.

Noch fünf Spiele bleiben

Nun bleiben dem TV Oyten noch fünf Spiele, den Rückstand wettzumachen und den Abstieg zu verhindern. Dafür müsse aber eine Steigerung her. Das forderte Trainer Marc Winter nach der Niederlage gegen den HSC, die für sein Team einfach nur sehr bitter war. "Jetzt wird es richtig schwer. Nun heißt es: kratzen und beißen", sagte Winter direkt nach dem Spiel. Der Gast aus Hannover habe seinen Spielerinnen vorgemacht, wie man sich im Abstiegskampf präsentieren muss. "Wir waren hingegen kein Team." Das Spiel seiner Sieben sei zu sehr von Einzelaktionen geprägt gewesen. Hinzu kam dann noch, dass die Abwehr des TVO ebenfalls nicht ihren besten Tag erwischt hatte. "So geht Abstiegskampf einfach nicht", monierte Marc Winter.
Mit diesem Satz kritisierte er aber nicht nur seine Mannschaft, sondern auch das Umfeld. Winter vermisste auch die Unterstützung des Vereins. In den zurückliegenden Partien wurde das Team stets durch Spieler anderer TVO-Teams lautstark unterstützt. In dem so wichtigen Spiel gegen den Hannoverschen SC war dies nicht der Fall. "Gefühlt war das für uns ein Auswärtsspiel", meinte Winter. Hauptproblem war aber nun einmal die Leistung der "Vampires". Und auch die Einstellung sei ein Thema gewesen. "Im Kopf waren wir wohl doch schon auf einen Punkt an OKT dran", sagte Winter. "Aber solch ein Denken geht natürlich nicht."
Zu keinem Zeitpunkt der Begegnung gingen die Gastgeberinnen mal deutlich in Führung. Nur im ersten Durchgang lagen die Oytenerinnen immer mal wieder mit einem Tor vorne. In die Kabine ging es dann mit einem 15:16. In der zweiten Halbzeit gelang es der Winter-Sieben nicht, die Deckung zu stabilisieren. Hinzu kam dann noch, dass sich in der Offensive die Fehler häuften. Gute Chancen wurde nicht genutzt, häufig aber auch der Ball leichtfertig hergegeben.
Dennoch keimte in der Schlussphase Hoffnung auf: Oyten lag bereits mit 20:26 (51.) hinten, blies dann aber für eine kurze Zeit zur Aufholjagd. Als Nathalie Meinke zum 23:26 (54.) traf – bei diesem Tor zeigte sie den von Winter vermissten Einsatzwillen –, schien plötzlich wieder alles möglich zu sein. Auch die Zuschauer waren da. Doch so schnell die Hoffnung aufkam, verpuffte sie wieder. Oyten nutzte das Momentum nicht für sich. Der HSC zog auf 30:23 davon. Die Partie war entschieden. "Es wird jetzt schwer. Aber aufgeben werden wir nicht", sagte Marc Winter trotz des heftigen Rückschlags.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

09.03.2020, 06:08 Uhr Presseberichte