Für den TV Oyten zählt nur der Ligaverbleib

Im Kader der Drittliga-Frauen des TV Oyten hat es viele Veränderungen gegeben. Daher peilen die „Vampires“ in der neuen Saison auch lediglich den Klassenerhalt an.


Die beiden Trainer Lars Müller-Dormann (links) und Marc Winter rechnen mit einer schwierigen Saison. (Björn Hake)

Keinen Illusionen will sich Marc Winter hingeben. Der Trainer des TV Oyten vermag nicht von Höherem zu träumen. Für Winter zählt in der kommenden Saison nur eines: Die von ihm gecoachten Handballerinnen des TVO sollen auch in der Spielzeit 2021/2022 Teil der 3. Liga sein. Oder anders gesagt: Für die „Vampires“ zählt nur der Klassenerhalt. Der Weg dorthin dürfte allerdings kein einfacher sein. Denn das Team des Trainer-Duos Marc Winter/Lars Müller-Dormann hat einen großen Umbruch hinter sich.

Die glanzvollen Zeiten sind fürs Erste vorbei beim TV Oyten. Der Drittliga-Meister der Jahre 2013 und 2017 hatte sich schon durch die vergangene Saison mehr oder weniger gequält. Obwohl Marc Winter nach dem coronabedingten Abbruch sagte, dass die „Vampires“ den Klassenerhalt noch auf sportlichem Wege perfekt gemacht hätten, wurde das Team dennoch vom Virus gerettet – so zynisch das auch klingen mag. Als die Saison frühzeitig vom Deutschen Handballbund beendet wurde, lag das Winter-Team auf dem vorletzten Rang und somit auf einen Abstiegsplatz.

Durchwachsene Vorbereitung

Dass es in der neuen Spielzeit wieder in diese Richtung gehen kann, darüber sind sich Marc Winter und sein Trainerkollege Lars Müller-Dormann im Klaren. Daher ruft Winter als Saisonziel auch „nur“ den Klassenerhalt aus. „Wir haben auf den Ligaverbleib eine gute Chance, wenn wir als Kollektiv in jedem Spiel funktionieren. Wir werden in kaum ein Spiel als Favorit gehen. Allen Spielerinnen muss klar sein, dass wir immer bei 100 Prozent sein müssen, wollen wir gewinnen“, sagt Winter wenige Tage vor dem Saisonstart. Ihr Auftaktspiel bestreiten die „Vampires“ am Sonnabend beim SV Henstedt-Ulzburg.


Linkshänderin Lena Schulz soll aus dem rechten Rückraum für Torgefahr sorgen. (Björn Hake)

Wenn der Anpfiff zur neuen Saison ertönt, liegt eine lange Vorbereitung hinter dem TV Oyten. „Mit der sind wir aber absolut nicht zufrieden“, erklärt Marc Winter. Der Grund sei nicht der Einsatz der Spielerinnen, sondern die Personallage. So haben etwa Rückkehrerin Lena Schulz sowie Nathalie Meinke Teile der Vorbereitung verpasst – und somit zwei Spielerinnen, die im Kader zentrale Rollen einnehmen sollen. „Bei sind wichtige Bestandteile in unserer Mannschaft“, verdeutlicht Marc Winter. Beim Auftaktspiel sind Schulz und Meinke jedoch einsetzbar. Doch auch so manches Testspielergebnis war für Marc Winter nicht zufriedenstellend. So unterlag der TV Oyten zuletzt beim Drittligisten SFN Vechta mit 26:35. Phasenweise lag Oyten mit zwölf Toren im Hintertreffen. „Man muss aber auch sagen, dass uns wegen Verletzungen in manchen Testspielen die Alternativen gefehlt haben“, relativiert Winter.

Abschied der alten Garde

Verloren hat der TV Oyten aber nicht nur den Test in Vechta. Zur neuen Saison ist dem TVO besonders viel Erfahrung abhanden gekommen. Denn die „alte Garde“ ist gegangen: Lisa Bormann-Rajes, Jana Kokot und Lisa Goldschmidt haben sich von den „Vampires“ verabschiedet. Bormann-Rajes hat sich dazu entschlossen, es sich selbst noch einmal in der ersten Bundesliga zu beweisen. Sie schloss sich ein zweites Mal der HSG Blomberg-Lippe an. Kokot und Goldschmidt sind gemeinsam nach Rostock gezogen. Hinzu kommt noch, dass Kim Pleß erneut eine Pause einlegt. Sie stieß im Verlauf der vergangenen Saison zum Team, um dem TVO im Abstiegskampf mit ihrer Erfahrung zu helfen. Diese Abgänge zu kompensieren, wird für die „Vampires“ kein leichtes Unterfangen sein.

Gleich drei Rückkehrerinnen

Dass es große Veränderungen geben wird, hatte sich früh abgezeichnet. Daher machte sich Marc Winter auch rasch daran, den Kader für die neue Saison schnell zusammenzustellen – mit Erfolg. Noch während der Vorsaison stand wesentlich mehr als ein Grundgerüst. Im Grunde war die Kaderplanung abgeschlossen, als die Saison 2019/2020 abgebrochen werden musste. Neben Lena Schulz ist es Winter gelungen, noch zwei andere Handballerinnen zur Rückkehr nach Oyten zu bewegen: Tabea Webner und Pia Franke.

 
Pia Franke trägt nach ihrer Pause wieder das Trikot des TV Oyten. Sie gehört im Kader der „Vampires“ im Rückraum zu den absoluten Hoffnungsträgerinnen. (Björn Hake)

Besonders in Rückraumspielerin Pia Franke steckt der Coach große Hoffnungen. „Sie soll bei uns Regie führen, gleichzeitig aber auch für Torgefahr sorgen“, sagt Winter. Neu im Team sind zudem Julia Reinefeld (HSG Heidmark), Ashley Butler (HSG Hude/Falkenburg) und Isabel Schengalz (SV Werder Bremen). Vor allem von der US-Nationalspielerin Ashley Butler erhoffen sich Marc Winter und Lars Müller-Dormann, dass sie mit ihrer Schnelligkeit den Gegnern häufig Schwierigkeiten bereitet.

Die Derbys fehlen

Enttäuschung herrschte beim TV Oyten, als der DHB die Staffeleinteilung der 3. Liga veröffentlicht hatte. Die „Vampires“ wurden dem Verband der Nord-Ost-Staffel zugeordnet. Auf echte Derbys muss die Winter-Sieben in den kommenden Monaten daher verzichten. Zwar trifft Oyten auf viele alte Bekannte und langjährige Weggefährten, die Duelle gegen den VfL Oldenburg II, BV Garrel und SFN Vechta wird es demnächst aber nicht mehr geben. Das Trio wurde vom DHB in die Staffel Nord-West gepackt.

Die Derbys fehlen zwar, dafür trifft der TV Oyten in der Nord-Ost-Staffel aber gleich auf vier Aufsteiger. Der SV Grün-Weiß Schwerin, Pfeffersport Berlin, Rostocker HC und die HSG Mönkeberg/Schönkirchen spielten in der Vorsaison noch in der Oberliga. Neulinge tun sich in der 3. Liga nicht selten schwer. Das ist ein Grund dafür, dass sich der TV Oyten berechtigte Hoffnungen machen darf, sein Ziel zu erreichen. Ein weiterer Grund ist, dass Marc Winter trotz der vielen Veränderungen im Kader noch immer ein Team mit Potenzial um sich hat. Und diese Mannschaft begibt sich ab Sonnabend auf den Weg, das von Marc Winter schon vor Monaten ausgerufene Vorhaben in die Realität umzusetzen.

Kader
Zugänge:
Pia Franke, Lena Schulz (beide Handballpause beendet), Julia Reinefeld (HSG Heidmark), Ashley Butler (HSG Hude/Falkenburg), Tabea Webner (SG Findorff), Isabel Schengalz (SV Werder Bremen), Jana Stoffel, Mirja Meinke, Nathalie Meinke, Sabine Peek, Jasmin Johannsmann (alle TV Oyten II)

Abgänge:
Jana Kokot, Lisa Goldschmidt (beide nach Rostock gezogen), Lisa Bormann-Rajes (HSG Blomberg-Lippe), Patricia Lange, Marielle Wolf (beide Laufbahnende), Kim Pleß (Handballpause), Theresa Otten (Studium)

Restkader: Romina Kahler, Fenja Hassing – Anna-Lena Meyer, Elisa Führ, Emily Winkler, Lea Bertram, Franca Jakob

Trainer: Marc Winter

Co-Trainer: Lars Müller-Dormann

Torwart-Trainer: Sören Böttcher

Team-Manager: Florian Wodarz

Mannschaftsarzt: Dr. Matthias Muschol

Physiotherapeutin: Ann-Kathrin Abbes

Saisonziel: Klassenerhalt

Favoriten: Frankfurter Handballclub, Buxtehuder SV II

Spielplan TV Oyten
17. Oktober:       SV Henstedt-Ulzburg (A)
25. Oktober:       SC Alstertal-Langenhorn (H)
31: Oktober:       Pfeffersport Berlin (A)
15. November:    HG OKT (H)
22. November:    Buxtehuder SV II (A)
29. November:    TSV Wattenbek (H)
05. Dezember:    HSG Mönkeberg/Schönkirchen (H)
12. Dezember:    Frankfurter Handballclub (A)
10. Januar:         SV Grün-Weiß Schwerin (H)
17. Januar:         MTV Heide (A)
31. Januar:         Rostocker Handball-Club (H)
21. Februar:       SV Henstedt-Ulzburg (H)
27. Februar:       SV Alstertal-Langenhorn (A)
07. März:           Pfeffersport Berlin (H)
20. März:           HG OKT (A)
28. März:           Buxtehuder SV II (H)
10. April:            TSV Wattenbek (A)
17. April:            HSG Mönkeberg/Schönkirchen (A)
25. April:            Frankfurter Handballclub (H)
02. Mai:             SV Grün-Weiß Schwerin (A)
09. Mai:             MTV Heide (H)
15. Mai:             Rostocker Handball-Club (A)


Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

16.10.2020, 09:32 Uhr Presseberichte