Kahler macht den Unterschied

Oytens Torhüterin überragt beim 24:23 gegen Astertal / Fehlerfestival

Entwischt: Gleich zwei Deckungsspielerinnen des SC Alstertal-Langenhorn können Oytens Jasmin Johannesmann nicht am Torwurf hindern. (Foto: Hägermann)

Während seine Spielerinnen noch lautstark den 24:23 (12:13)-Zittersieg über den SC Alstertal-Langenhorn bejubelten, saß Marc Winter ruhig auf der Bank und musste erst mal seinen Puls runterfahren. „Da keine Zuschauer erlaubt waren, mussten wir ja für die nötige Stimmung sorgen“, erklärte der erleichterte Trainer des Handball-Drittligisten TV Oyten Vampires seine lautstarken Ausbrüche mit einem leichten Grinsen im Gesicht.

Während der Partie war Winter indes kaum zu bremsen. Immer wieder stauchte er seine Spielerinnen zusammen. Nur gut, dass sein Pendant Lars Müller-Dormann es da doch deutlich ruhiger angehen ließ. In der Betrachtung der Partie, die zu keiner Phase Drittliga-Niveau hatte, war sich das Trainerduo des TVO dann aber einig. „Hinten ist bis uns weiterhin alles gut. Aber was wir uns dafür offensiv für Fehler erlauben – das geht gar nicht. Dabei war die Taktik im Vorfeld ganz klar besprochen. Überraschungen gab es somit keine. Aber wir haben eben eine extrem junge Mannschaft. Daher ist Geduld angesagt. Und vielleicht setzt der Sieg ja nun auch etwas frei“, so Winter.

Der Auftakt in die Partie – er begann denkbar schlecht für die Vampires. Zunächst scheiterte Jasmin Johannesmann mit einem Siebenmeter an SC-Torhüterin Belgardt und im Anschluss leisteten sich die Gastgeberinnen einen technischen Fehler nach dem anderen – 0:3. Erst Sabine Peek beendete nach acht Minuten die Torflaute des TVO. Im Anschluss glichen Ashley Butler und Julia Reinefeld zwar zum 3:3 (10.) aus, doch auch das sorgte nicht für die nötige Sicherheit im Spiel der Vampires. „Anstatt den Ball laufen zu lassen, haben wir immer wieder zu früh abgebrochen“, kritisierte Müller-Dormann. Die einzige Konstante im TVO-Spiel war Romina Kahler. Die Torhüterin glänzte einmal mehr mit einer bärenstarken Leistung. Allerdings konnte sie gar nicht so viele Bälle parieren, wie ihre Vorderleute diese leichtfertig wieder vertändelten. Daher ging es mit einem 12:13 in die Pause.

Gleiches Bild auch nach dem Wechsel. Die Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten setzten sich nahtlos fort. Nur gut, dass sich Emily Winkler davon nicht beeindrucken ließ. War sie mit ihren ersten beiden Würfen noch gescheitert, brachte sie den TVO beim 19:18 (48.) erstmals wieder in Führung. Diese retteten die Gastgeberinnen dank einer Energieleistung über die Zeit, da auch Alstertal extrem fehlerhaft agierte. Bestes Beispiel dafür die 56. Minute, als Laura Neu einen Siebenmeter neben das Tor setzte, obwohl Kahler bereits am Boden lag. Zwar gelang den Gästen dennoch das 23:23, aber Pia Franke traf zum entscheidenden 24:23.

Quelle: Kreiszeitung - Autor: Kai Caspers

26.10.2020, 06:28 Uhr Presseberichte