TV Oyten macht in Berlin alles falsch

Die Drittliga-Frauen des TV Oyten verlieren deutlich bei Pfeffersport Berlin. Nun pausieren die „Vampires“. Denn der DHB hat den Spielbetrieb bis zum 15. November ausgesetzt, um den Status der Klubs zu klären.

Dass Anna-Lena Meyer (am Ball) der letzte Treffer des Spiels gelang, war für die Rückraumspielerin sicherlich kein Trost. Schließlich verlor sie mit Oyten deutlich. (Björn Hake)

Rückschlag beim Aufsteiger anstatt ein positives Punktekonto: Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg gegen den SC Alstertal-Langenhorn (24:23) setzte es für die Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten am Sonnabend im Auswärtsspiel gegen Pfeffersport Berlin eine empfindliche 19:29 (10:14)-Niederlage. Nach der Pleite beim zuvor sieglosen Hauptstadtklub gehen die „Vampires“ mit 2:4 Punkten auf Platz acht der Tabelle in eine Spielpause, die für die Mannschaft der Trainer Marc Winter und Lars Müller-Dormann mindestens bis zum 22. November andauern wird.

Denn am Freitag hatten das Präsidium und der Vorstand des Deutsche Handball-Bundes (DHB) entschieden, den Spielbetrieb in den 3. Ligen und den Jugend-Bundesligen bis einschließlich 15. November auszusetzen. Die zuständigen Gremien würden in der Zwischenzeit in Rücksprache mit den Vereinen die Möglichkeiten der Fortsetzung des Spiel- und Trainingsbetriebs und die dafür erforderlichen Maßnahmen prüfen, teilte der Verband mit. Die Saisonpause verschaffe Zeit, sagt Mark Schober, Vorstandvorsitzender des DHB, „die wir benötigen, um die gerade erst veröffentlichten Verordnungen der jeweiligen Länder einschätzen zu können.“

Angesichts der nun anstehenden Auszeit kam die Niederlage beim Liganeuling von der Spree für Marc Winter zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Oytens Trainer bescheinigte seiner Sieben eine schwache Vorstellung. Man habe es verpasst, befand Winter, ein gutes Gefühl mit in die nächsten Wochen zu nehmen. „Es gibt nichts zu beschönigen. Wir wussten, was auf uns zukommt, haben dann im Spiel aber so gut alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.“ Bis zum 9:8 durch Julia Reinefeld behauptete der TVOyten im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg zunächst eine knappe Führung. Nachdem dann Jasmin Johannesmann aufseiten der Gäste den ersten von fünf Siebenmetern vergeben hatte, drehte sich das Blatt. Beim 10:9 (23.) lag der Meister der Oberliga Ostsee-Spree erstmals vorne, zur Halbzeit betrug der Vorsprung der Gastgeberinnen bereits vier Tore. Nach Wiederanpfiff setzte sich bei den Spielerinnen von Winter und Müller-Dormann die Schwäche vom Strich fort. Zweimal Sabine Peek und abermals Kreisläuferin Johannesmann scheiterten. Und so zog Pfeffersport vorentscheidend auf sechs Tore davon  – 16:10 (34.).

Schwache Defensive

Hatte Marc Winter in den ersten Spielen noch den Angriff als Schwachstelle ausgemacht, so war in der Bundeshauptstadt auch auf die Defensive kein Verlass. „Wir haben es nicht geschafft, dass Zusammenspiel der Rückraumrechten mit der Kreisläuferin zu unterbinden. Das Spiel hätten wir nicht verlieren müssen.“ Seine Sieben hatte durch Nathalie Meinke (44.) noch einmal – per Siebenmeter – auf vier Tore verkürzt (14:18). Am Ausgang änderte der Treffer jedoch nichts mehr. Bis auf 29:18 setzte sich Pfeffersport Berlin in der Folge ab. Anna-Lena Meyer markierte 15 Sekunden vor dem Abpfiff mit ihrem sechsten Treffer den Endstand.

Nun muss der TVO auf Antworten einiger Fragen warten: Werden die Vereine der 3. Ligen als Profisportler eingestuft und dürfen sie deshalb weiterspielen? Dann allerdings ohne Zuschauer und mit entsprechenden Auflagen. Oder müssen sie als Amateursportler den ganzen November über pausieren? Den Status der Klubs und die Konsequenzen für den Spielbetrieb will der DHB in dieser Woche klären. „Den Spielbetrieb aussetzen oder testen wie in der 2. Liga“, fasst Mark Schober die beiden Szenarien zusammen. Man arbeite mit Hochdruck  daran, auch auf politischer Ebene die drängenden Fragen zu klären, versichert der Vorstandschef.

„Im Moment wissen wir nicht, wie es weitergeht. Es muss ja nicht nur unser Status geklärt werden, sondern auch, ob wir eine Ausnahmegenehmigung zum Trainieren erhalten“, ist bei Marc Winter die Ungewissheit groß. Bereits an diesem Wochenende prägten viele Absagen den Spieltag in den 3. Ligen. Nicht einmal die Hälfte aller Partien fand noch statt. Zweifel an der korrekten Durchführung der Saison scheinen durchaus berechtigt. Sollte die 3. Liga den Spielbetrieb dennoch nach der Auszeit  fortsetzen, würde der TV Oyten am Sonntag, 22. November, mit einem Auswärtsspiel beim Buxtehuder SV II wieder in den Spielbetrieb einsteigen.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Jürgen Prütt

02.11.2020, 09:29 Uhr Presseberichte