Der DHB verlängert die Pause

Für die Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten ist das Sportjahr 2020 zu Ende – Weitere Beratungen stehen an

Der Deutsche Handballbund hat sich entschieden: In den 3. Ligen und in der Jugendbundesliga wird in diesem Jahr kein Spiel mehr angepfiffen. Davon betroffen sind auch die Drittliga-Frauen des TV Oyten.


Anna-Lena Meyer (am Ball) hat in Berlin den letzten Pflichtspieltreffer des TV Oyten im Jahr 2020 erzielt. (Björn Hake)

Am 31. Oktober sind die Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten mit einer 19:29-Niederlage im Gepäck vom Aufsteiger Pfeffersport Berlin zurückgekehrt. Nun steht fest: Die Partie in der Bundeshauptstadt war für die „Vampires“ die letzte in diesem Kalenderjahr. Der Spielbetrieb in den 3. Ligen und den Jugend-Bundesligen wird coronabedingt bis zum Ende des Jahres ausgesetzt. Diesen Beschluss fassten das Präsidium und der Vorstand des Deutschen Handballbundes (DHB) am Mittwoch. Am 30. Oktober hatte das gleiche Gremium die Saison zunächst bis zum 15. November unterbrochen (wir berichteten).

Am Dienstag hatte sich der DHB in zwei Videokonferenzen mit den Vereinen der 3. Ligen der Männer und Frauen ausgetauscht. Für den TV Oyten saß Matthias Mosel vor dem Laptop. Während der Videoschalte mit den insgesamt 59 Frauen-Drittligisten habe sich die Entscheidung bereits abgezeichnet, berichtete das TVO-Vorstandsmitglied: „Es haben sich quasi alle Vereine gegen eine Weiterführung der Saison ab dem 21. November ausgesprochen. Es hätte mich gewundert, wenn die Entscheidung des DHB anders ausgefallen wäre.“Es sei nun die gemeinsame Aufgabe des Verbandes und der Vereine, Wege zu finden, wie der Handball in den 3. Ligen attraktiv bleiben könne und welche Formen des Spielbetriebes sinnvoll seien, erklärte Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des DHB. „Wir verstehen die Nöte vor Ort. Im ersten Schritt hat die Sicherung des Trainingsbetriebes Priorität. Wir müssen mit Blick auf die Gesundheit aller immer verantwortungsvoll handeln, aber auch weiter mutig das Mögliche planen – mit der Bereitschaft sehr flexibel zu reagieren.“

Die „Frogs-Ladies“ vom SV Henstedt-Ulzburg, Klassenpartner TV Oyten in der Staffel Nord-Ost, hatten bereits im Vorfeld der Videokonferenz eine klare Position eingenommen. Der DHB möge darauf verzichten, den Spielbetrieb „auf Teufel komm raus“ fortzusetzen, hatte der Klub aus Schleswig-Holstein über seine Facebookseite Stellung bezogen. Man habe gegenüber Kindern und Jugendlichen eine Vorbildfunktion. Ein verantwortungsvoller Spielbetrieb, zu dem auch eine entsprechende Teststrategie gehöre, wäre weder wirtschaftlich noch emotional und moralisch möglich. 

Für TVO-Trainer Marc Winter war der Beschluss die einzig nachvollziehbare Entscheidung. (Björn Hake)

Für Marc Winter war der Beschluss des DHB die „einzig nachvollziehbare Entscheidung“. „Es wäre aber schon klasse, wenn wir ab Dezember wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen können“, hofft der Trainer des TVO auf sinkende Infektionszahlen. Aktuell, erklärte er, hielten sich die Spielerinnen individuell fit.

Der DHB will nun mit den Spielausschüssen beraten, wie die Saison fortgesetzt werden kann. Welches Testkonzept kann zum Einsatz kommen? Wo und in welchem Umfang kann vor Publikum gespielt werden? Welche Anpassungen müssen im Modus vorgenommen werden? Diese Fragen suchen nach Antworten. Aktuell ist die Wiederaufnahme des Spielbetriebes für das Wochenende 9./10. Januar vorgesehen – sofern die Entwicklung der Pandemie dies zulässt. Derweil skizziert Mosel ein Szenario, wie es im Januar weitergehen könnte. „Die Hinrunde wird zu Ende gespielt. Danach spielen die Teams auf den Plätzen eins bis sechs die Aufsteiger und die Teams ab Platz sieben die Absteiger im Play-off-Modus aus.“ Dies sei aber nur ein Denkmodell, verdeutlicht Mosel.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Jürgen Prütt

12.11.2020, 07:52 Uhr Presseberichte