Begegnung mit der Vergangenheit

Handballerin Tina Schwarz empfängt am Sonnabend mit SFN Vechta ihren Ex-Verein TV Oyten


Tina Schwarz trug in der 3. Liga für zwei Saisons das Trikot des TV Oyten.

Mit genügend zeitlichem Abstand fällt der Blick nach hinten oft nicht mehr so schwer. So ergeht es auch Tina Schwarz, wenn sie an das Ende der Handball-Saison 2014/2015 denkt: Am 25. April 2015 schloss sie mit dem TV Oyten die damalige Drittliga-Spielzeit mit einem Heimspiel gegen den TSV Owschlag ab. Für die Linkshänderin war es eine besondere Partie. Es war ihre letzte im Trikot der „Vampires“. Danach wechselte sie zu ihrem Jugendverein SFN Vechta. Auch heute gehört sie bei dem Team noch zu den Leistungsträgerinnen. An diesem Sonnabend kommt es in der 3. Liga zum Wiedersehen mit ihrem Ex-Klub: Vechta empfängt die „Vampires“.

Der Blick nach hinten fällt der 29-Jährigen nicht mehr so schwer, weil ihr Abschiedsspiel alles andere als erfolgreich war. Damals verlor der TV Oyten – noch unter Trainer Sebastian Kohls – mit 26:33. Tina Schwarz weiß noch heute, dass es damals kein gutes Spiel von ihr und ihren Teamkolleginnen war. „Aber das hat man auch schon längst verdrängt“, sagt sie schmunzelnd. Dass sie mittlerweile über das Erlebnis lächeln kann, erscheint nur logisch. Schließlich sind mittlerweile sechseinhalb Jahre seit ihrem Abschied aus Oyten vergangen.

Kein deutlicher Favorit

„Die Zeit in Oyten ist echt schon lange her“, blickt die Rückraumspielerin zurück. Seit ihrem Weggang hat sich bei den „Vampires“ viel getan. Ihr damaliger Coach Sebastian Kohls sitzt mittlerweile bei der weiblichen A-Jugend auf der Bank, das Drittliga-Team wird von Marc Winter und Lars Müller-Dormann gecoacht. Das Gesicht der Mannschaft hat sich ebenfalls extrem gewandelt. Von ihren früheren Mitspielerinnen – zwei Saisons lief Tina Schwarz für Oyten auf – sind nur noch Pia Franke und Romina Kahler dabei. Mit beiden hatte sie damals viel Zeit im Auto verbracht. „Mit Romi und Pia habe ich damals eine Fahrgemeinschaft gebildet“, erinnert sich Tina Schwarz.

Obwohl sich der Kader stark verändert hat, sei es für sie dennoch etwas Besonderes, wenn sie am Sonnabend mit Vechta die „Vampires“ empfängt. „Für jede Spielerin ist es doch immer schön, wenn sie auf den Ex-Verein trifft“, findet Tina Schwarz vor dem Duell mit dem TV Oyten, der sich in dieser Saison noch nicht so präsentiert, wie es sich die Verantwortlichen erhofft hatten.

Starke Torausbeute

Tabellarisch gesehen gehen Schwarz und ihr Team als Favorit in die Begegnung: Der SFN Vechta ist momentan Fünfter der Staffel A, Oyten ist Vorletzter. Dennoch rechnet Tina Schwarz mit einem ausgeglichen Spiel. Der jüngste Trend spreche auch ein wenig für den TVO, findet sie. Oyten holte zuletzt beim SC Alstertal-Langenhorn immerhin einen Punkt, während Vechta beim Buxtehuder SV II eine heftige 21:36-Niederlage einstecken musste. „In diesem Spiel waren alle schlecht drauf“, meint Schwarz. Überhaupt habe ihr Team zuletzt Schwierigkeiten im Angriff gehabt. Gegen Oyten – so hofft die Rückraumspielerin – soll es nun wieder besser laufen. „Ich würde mir zwar wünschen, dass Oyten auch schon mehr Punkte hätte, aber an diesem Wochenende sollten sie noch nicht durchstarten“, sagt die 29-Jährige schmunzelnd.

Das große Ziel, das Tina Schwarz in dieser Saison mit Vechta erreichen möchte, sei der erneute Klassenerhalt. Daher will sie vor allem die Teilnahme an der Abstiegsrunde vermeiden. Wohlwissend, dass es in dieser Runde für jedes Team richtig hart wird. Analog zum TV Oyten will auch sie in der Staffel A mindestens auf Rang sechs landen. Die Leistungen von Tina Schwarz dürften für Vechta ein wichtiger Faktor werden, um dieses Ziel zu erreichen. Sie gehört weiterhin zu den Stützen im Team. Das zeigt auch die Statistik: 52 Treffer gehen bisher auf ihr Konto, damit ist sie hinter Luca Vodde (60 Tore) zweitbeste Torschützin ihres Teams.

„Ich bin nun vier Jahre älter als die nächstältere Spielerin bei uns in der Mannschaft“, erzählt Tina Schwarz. „Ich finde es schon toll, dass ich in der 3. Liga noch so mithalten kann.“ Und das möchte sie auch am Sonnabend, in einer für sie besonderen Begegnung mit dem Ex-Klub, einmal mehr unter Beweis stellen. 

Quelle: Achimer Kurier  -  Autor: Florian Cordes

19.11.2021, 08:12 Uhr Presseberichte