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D1 Der Glaube ist noch da

13. Februar 2022 | 1. Damen

Wie Lena Janssens das Abschneiden der Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten beurteilt

Lena Janssens hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sie mit dem TV Oyten der Abstiegsrunde noch entgeht. (Foto: Björn Hake)

Wundertüte ist eines dieser Worte, die Trainer immer wieder gerne in den Mund nehmen. Marc Winter kam diese Vokabel vor der aktuellen Saison ebenfalls über die Lippen. Der Trainer der Handballerinnen des TV Oyten wollte damit im September 2021 deutlich zur Sprache bringen, dass für sein Team in der 3. Liga alles möglich werden könnte – sowohl nach oben als auch nach unten. Dennoch: Platz sechs – und somit das Entgehen der Abstiegsrunde – wurde als Ziel angepeilt. Dabei sollten neue Spielerinnen, die für Qualität stehen und Erfahrung in der 2. Liga gesammelt haben, mithelfen. Zu diesen zählt Lena Janssens. Momentan deutet aber vieles daraufhin, dass der TVO sein Ziel verfehlt. Das Team ist lediglich Zehnter.

Am Sonntag feierte die Winter-Sieben aber einen 22:20-Heimerfolg gegen die HG OKT. Die Linkshänderin Lena Janssens steuerte wichtige Tore zum Erfolg bei. Sie war in Durchgang zwei eine der Hauptdarstellerinnen, als die „Vampires“ gegen die Gäste aus Schleswig-Holstein eine erfolgreiche Aufholjagd starteten. Binnen weniger Minuten markierte die Flügelspielerin, die im Sommer vom SV Werder Bremen zum TV Oyten gekommen war, drei Treffer. „Das war ein unheimlich gutes Gefühl“, sagt Lena Janssens. Vor allem hätten sich die Tore gut angefühlt, weil sie in der ersten Halbzeit einige freie Würfe nicht im Kasten des Gegners untergebracht hatte. Auf der anderen Seite – der linken Außenbahn – erging es Laura Sposato ähnlich. Sie traf in Durchgang eins ebenfalls nicht, erzielte nach der Pause aber ebenso wichtige Tore während der Aufholjagd.

Laura Sposato erzielte von der Linksaußen-Position gegen die HG OKT wichtige Tore für die „Vampires“. (Foto: Björn Hake)

Die schwache Trefferquote ist ein Problem, welches der TVO schon die gesamte Saison wie einen Rucksack mit sich trägt. „Wir arbeiten stets daran, dass unsere Wurfquote besser wird“, versichert Lena Janssens. In der ersten Halbzeit gegen die HG OKT – und auch gegen Ende der Partie – war die Schwäche beim Team von TVO-Coach Marc Winter aber eben dennoch da. Warum die „Vampires“ in dieser Saison auffällig viele Chancen liegen lassen, kann sich die 28-jährige Linkshänderin nicht so richtig erklären. Es sei schwierig, den einen Grund zu nennen. „Die Drucksituation spielt da sicher eine Rolle. Fakt ist aber: Wir haben bei der Wurfquote noch Luft nach oben.“

Dass sich diese Quote nun gegen die HG OKT zum passenden Zeitpunkt gebessert hat, macht die frühere Zweitliga-Spielerin umso glücklicher. Wobei dies für Lena Janssens nicht der einzig entscheidende Faktor war, dass es den „Vampires“ gelungen war, das Spiel trotz eines Fünf-Tore-Rückstandes noch zu drehen. Für sie habe die Deckung einen ebenso wichtigen Anteil gehabt – und die Frau, die hinter der Abwehr stand: Torhüterin Romina Kahler. „Romi hat eine super Leistung gezeigt. Das hat uns Feldspielerinnen gestärkt. Romi im Tor und die Deckung davor – das hat einfach gut zusammengepasst“, sagt Lena Janssens über die Defensivleistung der zweiten Halbzeit.

Wenngleich die Hoffnung bei den „Vampires“ auf Platz sechs durch den Erfolg wieder zugenommen hat, ist dieses Ziel noch immer sechs Punkte entfernt. Und die Spiele werden für den TVO weniger – acht sind es noch. Um noch auf Platz sechs zu klettern, muss für den TVO eine Siegesserie her. Zudem muss die Konkurrenz für die „Vampires“ passende Resultate liefern. Und so kommt ein weiteres Wort ins Spiel, das Trainer gerne aussprechen: Mammutaufgabe. Diese steht den TVO-Handballerinnen bevor, wollen sie den Gang in die Abstiegsrunde noch verhindern. Dem ist sich auch Lena Janssens bewusst. „Klar, wir hätten uns alle einen anderen Saisonverlauf gewünscht. Wir müssen jetzt aber von Woche zu Woche schauen“, kündigt die Außenspielerin an. „Es gilt jetzt, das Bestmögliche rauszuholen. Wir brauchen einfach jeden Punkt.“

Komplett habe sie den Glauben, dass sie und ihr Team noch auf Platz sechs klettern, jedoch nicht verloren. Der jüngste Sieg hat den „Vampires“ eben auch Mut gemacht und das angekratzte Selbstvertrauen gestärkt. „Allerdings müssen wir natürlich auch den Tatsachen ins Auge blicken“, weiß Lena Janssens, dass ihrem Team ein harter Kampf in der Abstiegsrunde droht. Geht es in diese, dürfe das Team keine Angst vor den entscheidenden Spielen haben.

Lena Janssens und Co. dürfen den jüngsten Erfolg nun aber noch ein paar Tage genießen. Denn auf die „Vampires“ wartet ein spielfreies Wochenende. Nachdem Trainer Marc Winter bereits angekündigt hatte, dass das Auswärtsspiel gegen den VfL Oldenburg II aufgrund mehrerer Corona-Fälle beim Gegner ausfallen wird, wurde die Partie nun auch offiziell abgesetzt. Neu terminiert wurde das Derby jedoch noch nicht. „An diesen Tagen muss man ja immer mit einer Absage rechnen. Es wäre aber schön gewesen, wenn wir im Rhythmus geblieben wären“, sagt Lena Janssens über den Ausfall des Duells mit der Oldenburger Bundesliga-Reserve.

Quelle: Achimer Kurier  –  Autor: Florian Cordes

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