Derbywochen im Tabellenkeller

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Warum auf die HSG Verden-Aller, TSV Daverden II und TV Oyten II richtungsweisende Duelle warten

Die Adventszeit ist die Zeit, in der mal runtergefahren werden sollte und Ruhe einkehrt. Sportlich gesehen haben es die kommenden Wochen in der Handball-Landesliga der Männer aber in sich. Denn in der Nord-Ost-Staffel tragen der TSV Daverden II, TV Oyten II und die HSG Verden-Aller bis zur Weihnachtspause noch ihre drei direkten Duelle aus. Derbys haben es ohnehin schon in sich, diese drei Lokalduelle aber noch ein bisschen mehr: Alle Spiele stehen ganz im Zeichen des Abstiegskampfes.

Ein schneller Blick auf die aktuelle Tabelle zeigt, dass ein Team des kreisverdener Trios vor den Derbywochen im Keller den größten Druck hat: Aufsteiger TV Oyten II. Die Oberliga-Reserve, die in der Vorsaison noch in der Regionsoberliga gespielt und wegen der Auflösung der Landesklasse quasi eine Liga übersprungen hat, wartet nach acht absolvierten Spielen noch immer auf den ersten Punkt. Momentan belegt der TVO den elften Tabellenplatz – ein Abstiegsrang. Gesucht wird in dieser Saison nur noch ein sportlicher Absteiger, da der MTV Soltau sich bereits vor dem ersten Spieltag aus der Landesliga zurückgezogen hat.

Zwar stehen die von Sören Blumenthal gecoachten Oytener noch ohne Punkt da, die Konkurrenz ist jedoch nicht weit enteilt. Direkt vor dem TVO ist die HSG Verden-Aller (2:12 Punkte) in der Tabelle platziert, der TSV Daverden II nimmt derzeit Rang acht ein und steht bei 4:10 Zählern. Zwischen Verden und Daverden II steht der MTV Eyendorf mit drei Pluspunkten auf Rang neun des Klassements. Die Punktestände sind ein klares Indiz dafür, wie wichtig die Derbywochen werden. Sollte der TV Oyten II auch nach den beiden Landkreisduellen ohne Punkt das Tabellenende zieren, verschärft sich die Lage für den Liganeuling.

Dem will Sören Blumenthal nicht widersprechen. Allerdings will er nicht von einer Vorentscheidung sprechen, sollten die Derbywochen für seine Sieben komplett erfolglos enden. „Sollten wir in Verden verlieren, hätte die HSG zwei Punkte mehr auf der Habenseite. Grundsätzlich gilt aber: Danach ist noch eine ganze Rückrunde zu spielen. Es kann also noch eine Menge passieren. Im Verein haben wir klar formuliert, dass wir die zweite Mannschaft mit allen Mitteln in der Landesliga halten wollen.“ Blumenthal ist davon überzeugt, dass sein Team in der zweiten Saisonhälfte noch Punkte einfährt.

Doch aktuell gilt die volle Konzentration dem Schlussspurt in diesem Jahr und den beiden Derbys. „Die Konstellation ist richtig gut. Für meine Spieler ist es noch einmal ein Ansporn mehr. Sie müssen in diesen beiden Spielen körperlich und geistig voll auf der Höhe sein“, blickt Sören Blumenthal den beiden Duellen mit den Kreisrivalen voller Vorfreude entgegen.

Zunächst können Blumenthal und Co. aber schauen, was die Konkurrenz macht. Denn während der TV Oyten II an diesem Wochenende spielfrei hat, eröffnen die HSG Verden-Aller und der TSV Daverden II die Derbywochen. Die beiden Mannschaften stehen sich am Sonnabend in der Aller-Weser-Halle gegenüber. Angepfiffen wird die Partie um 18.45 Uhr. „Die Vorfreude ist bei den Jungs richtig groß“, spricht HSG-Trainer Oliver Schaffeld über die Motivation seiner Spieler vor Derby Nummer eins. Dass bis zum Ende des Jahres eine Vorentscheidung im Abstiegskampf fallen könnte, glaubt auch Schaffeld nicht. „Wenn wir beide Derbys verlieren sollten, sähe es für uns düster aus. Gewinnen wir aber beide Male, sind wir auch noch nicht durch. Sicher ist aber, dass die Spiele alle sehr richtungsweisend sind.“

Obwohl die HSG Verden-Aller in dieser Saison bisher überhaupt nicht erfolgsverwöhnt ist, geht Oliver Schaffeld die Partie gegen Daverdens Verbandsliga-Reserve voller Optimismus an. „Ich sehe uns mit Daverden auf Augenhöhe. Wenn alles normal läuft, können wir in diesem Spiel punkten“, sagt der Trainer und wirft schon einmal einen Blick auf das Duell mit dem TV Oyten II: „Da müssen wir abwarten, wer bei Oyten auch aus der ersten Mannschaft aufläuft. Der TVO steht ja noch mehr unter Zugzwang als wir.“

Mit dem geringsten Druck gehen hingegen die Handballer des TSV Daverden II mit ihrem Coach Torsten Liebrum in die speziellen Wochen. „Die Konstellation hat es auf jeden Fall in sich, wobei wir uns das natürlich so auch nicht ausgesucht haben“, sagt Liebrum. Ob seine Truppe jedoch in der Tat mit dem geringsten Druck in die Derbys geht, ist sich der Coach der Grün-Weißen gar nicht so sicher. „Vielleicht ist der Druck für uns auch am größten, weil von uns zwei Siege erwartet werden“, mutmaßt er. „Aber klar: Wir wollen beide Spiele für uns entscheiden. Für alle drei Teams werden die Partien aber knifflige Aufgaben.“ Für die Verdener und Oytener biete sich zum Jahresabschluss die Chance, noch einmal zu punkten. „Und wir haben die Möglichkeit, uns von unten ein wenig abzusetzen.“

In Sachen Vorentscheidung vertritt Liebrum indes die gleiche Meinung wie seine Trainerkollegen. „Wir wären mit zwei Siegen noch längst nicht durch. Aber es wäre sehr wichtig, in den Derbys zu punkten. Denn wir wären mit zwei Siegen schon eine ganze Ecke weiter“, sagt Liebrum. Jedoch muss der TSV Daverden II am Saisonende ohnehin schauen, welchen Wert ein sportlicher Klassenerhalt hätte.

Verliert die erste Mannschaft der Grün-Weißen nämlich den Kampf gegen den Abstieg in der Verbandsliga, müsste die Reserve laut den Verbandsstatuten ohnehin runter in die Regionsoberliga. Bis zum Ende der Spielzeit sind es aber noch einige Monate. Jetzt stehen die Derbywochen an: Haben die Verdener das erste Kreisduell hinter sich, fahren sie am 10. Dezember als krasser Außenseiter zum VfL Fredenbeck III. Einen Tag später setzen der TV Oyten II und der TSV Daverden II im Aufsteigerduell die Derbywochen fort, bevor diese am 17. Dezember abgeschlossen werden – und zwar mit der Begegnung zwischen der HSG Verden-Aller und dem TV Oyten II. Nach diesem Spiel herrscht dann auch Gewissheit, ob der Abstiegskampf nach dem Jahreswechsel noch einmal so richtig Schwung aufnimmt.

Quelle: Achimer Kurier  –  Autor: Florian Cordes

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