In der vierten Liga etabliert

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Welche Entwicklung die früheren Bundesliga-Jungs des TV Oyten hingelegt haben

Die Saison 2017/2018 war für die Handballwelt im Landkreis Verden eine geschichtsträchtige. Übertrieben ist diese Behauptung keineswegs: Denn damals spielte die männliche A-Jugend des TV Oyten in der Bundesliga. Erstmals war einem Team aus dem Kreis Verden der Sprung ins Oberhaus geglückt. Große Namen waren damals in der Pestalozzihalle zu Gast. Und es sollte nicht bei der einen Saison bleiben: Nach dem Premierenjahr qualifizierte sich der TVO ein weiteres Mal für die Bundesliga. In beiden Spielzeiten hieß der Coach Thomas Cordes. Mittlerweile tummeln sich die meisten seiner früheren Schützlinge in der Oberliga Nordsee. Cordes hat die Entwicklung seiner Ex-Spieler genau im Blick.

Thomas Cordes führte die A-Jugend des TV Oyten gleich zweimal als Coach ins Oberhaus.

Viele seiner ehemaligen Bundesliga-Jungs mischen die Oberliga zurzeit regelrecht auf. Das allein beweist der Blick auf die Torschützenliste. Dieser lässt Thomas Cordes in Erinnerungen schwelgen, beeindruckt ihn und macht ihn auch stolz. Denn unter den besten Werfern der Liga finden sich gleich mehrere Namen wieder, die während der Bundesliga-Jahre im Kader des TV Oyten auftauchten: Hinter dem erfahrenen Oberliga-Spieler und Spitzenreiter Ole Harms (TV Cloppenburg) steht mit Chris-Ole Brandt der erste junge Handballer, der mit dem TVO Vereinsgeschichte geschrieben hat, auf dem zweiten Rang. Seine Treffer erzielt er mittlerweile für den TuS Rotenburg. 92 Tore hat der Rückraumspieler bereits markiert.

Oytens Robin Hencken ist in der Oberliga-Torschützenliste weit oben zu finden.

Auf 18 Treffer weniger kommt Robin Hencken. Er war damals ebenfalls fester Bestandteil des Oytener Bundesligateams, ist dem TVO weiterhin treu und nimmt in der Oberliga-Torjägerliste den vierten Platz ein. Direkt hinter Hencken ist momentan Mohamed Sibahi (69 Tore) postiert. Unter Trainer Thomas Cordes zog er in beiden Bundesliga-Jahren bei den „Vampires“ die Fäden im Rückraum. Nachdem er im Herrenbereich erste Schritte bei der SG Achim/Baden gemacht hat und zudem beim TV Cloppenburg Drittliga-Erfahrung sammelte, führt er in dieser Saison beim Oberliga-Titelkandidaten ATSV Habenhausen im Angriff Regie.

Für Thomas Cordes ist der aktuelle Stand der Oberliga-Torschützenliste jenes Indiz, das am besten die positive Entwicklung seiner früheren Bundesligaspieler aufzeigt. Und es wundert ihn keineswegs, dass es so gekommen ist. „Ich habe mir schon damals gedacht, dass sich die Jungs in der Oberliga behaupten können. Sie sind Garanten dafür, wenn ihre Teams erfolgreich sind“, sagt Cordes nicht ohne Stolz.

Die drei Haupttorschützen stechen sicher hervor. Ist diese Statistik nun einmal sehr auffällig. Aber auch andere Spieler, die einst mit dem TVO durch große Teile der Republik gereist sind und auf die Topnachwuchsteams Deutschlands getroffen sind, haben sich zu wichtigen Spielern in ihren Mannschaften gemausert: Bei der SG Achim/Baden ist Max Borchert – auch er spielte schon mit Cloppenburg in der 3. Liga – besonders gegen Ende des vergangenen Jahres zu einem wichtigen Faktor geworden. Die Abwehr der SG hielt Malte Meyer in der Vorsaison zusammen. In dieser Spielzeit fiel er aufgrund gesundheitlicher Probleme meist aus.

Dies traf während der Bundesliga-Jahre auf Niklas Wehrkamp zu. Er verpasste die allermeisten Partien im Oberhaus wegen eines Kreuzbandrisses, nun steht er beim Verbandsligisten TSV Daverden am Kreis. Beim TuS Rotenburg hat sich Keeper Mathis Köhlmoos einen Platz im Oberliga-Kader erkämpft. Niclas Hafemann ist dies beim TvdH Oldenburg gelungen. Bjarne Niemeyer spielt aktuell sogar eine Liga höher – mit der HSG Nienburg kämpft er in der 3. Liga um den Ligaverbleib.

Den Klassenerhalt peilt in der Oberliga der TV Oyten an. Das Gerüst des Aufsteigers bilden Spieler des früheren Bundesliga-Teams: Neben Robin Hencken sind Torhüter Jonas Lüdersen sowie die Feldspieler Noah Dreyer, Timo Blau, Mattis Brüns und Leonard Fischer auf einem guten Weg, für eine weitere Saison das Oberliga-Ticket zu lösen.

Trotz seiner eigenen Oytener Vergangenheit, wünscht Thomas Cordes jedoch allen Handballern, die einst unter ihm trainierten, eine möglichst erfolgreiche Saison. „Mich persönlich freut es am allermeisten, dass die Jungs alle in der Region geblieben sind“, sagt der Landesauswahltrainer. „Das ist doch wirklich ein schönes Ergebnis für den Handball hier vor Ort. Die Jungs können aufgrund ihrer Bundesliga-Vergangenheit auch Vorbilder für jüngere Handballer in der Region sein.“ Dass die Talente in der Oberliga mithalten können, hätte sich schon zu Jugendzeiten angedeutet, erinnert sich Cordes: „Wir haben damals bewusst gegen Männer-Oberligisten getestet. Damals fehlte noch die Körperlichkeit.“ Das habe sich nun aber gewandelt. „Chris-Ole Brandt hat zum Beispiel eine tolle Athletik aufgebaut“, lobt Thomas Cordes die aktuelle Nummer zwei der Oberliga-Torschützenliste.

Wenngleich Cordes nicht so häufig bei den Spielen seiner früheren Schützlinge in der Halle ist, verfolgt er das Geschehen genau. Und in Kontakt steht er mit einigen der jungen Handballer ohnehin: „Es ist schon so, dass sich der eine oder andere Spieler mal einen Rat bei mir einholt“, erzählt Cordes und fügt schmunzelnd an: „Das zeigt dann ja doch, dass man während der Bundesligazeit vernünftig mit den Jungs umgegangen ist.“ Ohnehin sei es ihm sehr wichtig, dass der Kontakt nicht abreißt. „Ich lege sehr viel Wert darauf, dass das alles nicht einschläft. Daher haben wir uns im Sommer letzten Jahres auch mal wieder alle getroffen, um uns zu sehen und über früher zu schnacken.“

Dass die Kontakte irgendwann einmal abreißen, befürchtet Thomas Cordes momentan nicht – vor allem nicht unter den Spielern in dieser Saison. Schließlich stehen sich viele der ehemaligen Bundesliga-Jungs mit ihren jeweiligen Teams in der Oberliga Nordsee gegenüber.

Quelle: Achimer Kurier  –  Autor: Florian Cordes, Fotos: Björn Hake

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