Die Meisterschaft rückt näher

28. Februar 2025 | 1. Herren

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit überrennt die SG Achim/Baden den TV Oyten im Derby

Der Angriff auf Platz zwei hätte am Sonnabend gestartet werden können – und somit auf einen möglichen Aufstiegsplatz. Dafür hätte der TV Oyten sein Heimspiel in der Handball-Oberliga Nord gegen die SG Achim/Baden gewinnen müssen. Von einem Erfolg war der TVO jedoch weit entfernt. Aufgrund eines Leistungseinbruchs in der zweiten Halbzeit verloren die Oytener das Derby gegen den Nachbarn deutlich mit 20:32 (12:14).

Während Marc Winter, der beim TVO ein Trainerduo mit Lars Müller-Dormann bildet, den Angriff auf Platz zwei fürs Erste aufgegeben hat, haben die Gäste ihre Vormachtstellung in der Oberliga Nord untermauert. Die Spitzenposition wurde von der SG Achim/Baden weiter zementiert. Bei noch neun ausstehenden Spielen und einem Vorsprung von nun sieben Punkten scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Sieben von Trainer Florian Schacht ihr Meisterstück macht. Sieben Zähler sind es nun, da der TV Neerstedt am Sonnabend gegen den neuen Tabellenzweiten HSG Grüppenbühren/Bookholzberg verloren hat.

Der SG-Coach hielt sich zuletzt stets zurück, wenn er auf den sehr wahrscheinlichen Titelgewinn angesprochen wurde. Nach dem Derbysieg ließ er sich zumindest einen Satz entlocken, in dem er eine Meisterschaft und einen damit verbundenen Regionalliga-Aufstieg anspricht. „Ich habe den Jungs in der letzten Auszeit mit auf den Weg gegeben, dass sie mit Struktur weiterspielen und diese Atmosphäre genießen sollen. Denn läuft alles gut für uns, dann ist es wohl leider das vorerst letzte Derby gegen Oyten gewesen“, sagte Schacht.

TVO-Trainer fühlen sich benachteiligt

Während die Gäste aus Achim den Erfolg in Oyten ausgiebig feierten, ärgerten sich die beiden Coaches der Gastgeber nicht nur über die Leistung, die ihre Mannschaft in der zweiten Halbzeit angeboten hat. Marc Winter und Lars Müller-Dormann fühlten sich in so mancher Szene von den Schiedsrichtern benachteiligt. Besonders eine Entscheidung war ihnen im Gedächtnis geblieben: Linkshänder Malte Emigholz wurde nach einem Foul an SG-Regisseur Fiete Esser mit einer Zeitstrafe auf die Bank geschickt (36.), die die TVO-Trainer als sehr fragwürdig beurteilten. Oytens Robin Hencken beschwerte sich sogar so sehr bei den Unparteiischen, dass er die folgenden zwei Minuten ebenfalls zusehen musste.

Die Achimer führten zu diesem Zeitpunkt mit 18:13 und nutzen die doppelte Überzahl: Als Oyten wieder vollzählig war, lag die SG mit sieben Tore vorne – 20:13 (38.). Das Derby war praktisch entschieden. Die Schiedsrichter hätten in so mancher Situation die Pfiffe gegen ihr Team ausgelegt, monierte Winter. Zugleich lobte er sein Team für die ersten 30 Minuten: „In der ersten Halbzeit waren wir richtig gut unterwegs.“

Bohling läuft zur Topform auf

Für Lars Müller-Dormann stand gar fest, „dass wir zur Halbzeitpause eigentlich führen müssen.“ Die Gastgeber lagen nach der Hälfte der Spielzeit mit 12:14 zurück, weil sie zu viele gute Torchancen liegen gelassen haben. Die Oytener vergaben nicht nur drei Siebenmeter, sondern nutzten zudem einige freie Würfe aus dem Spiel heraus nicht. Dies lag jedoch auch an dem Mann, der bei der SG zwischen den Posten stand: Sebastian Bohling. Er lief in Durchgang eins phasenweise zur Topform auf. Dabei war Bohling gar nicht für die Start-Sieben vorgesehen. Eigentlich sollte Mirco Thalmann im Kasten beginnen. Er verletzte sich während des Aufwärmens jedoch am Oberschenkel. „Ich befürchte, es könnte etwas Schlimmeres sein“, sagte Thalmann in der Halbzeitpause.

Schlimm wurde es im zweiten Durchgang vor allem für die Hausherren: Schnell ging die SG, bei der zu Beginn der zweiten Halbzeit die ganz junge Garde auf dem Feld stand, mit 18:13 in Führung. Es folgten die beiden Zwei-Minuten-Strafen und die Vergrößerung des Vorsprungs der Gäste. Beim Stand von 22:14 für die Achimer versuchten es die Oytener im Angriff mit einem siebten Feldspieler. Doch auch diese Taktik fruchtete nicht. Die Gastgeber nahmen sich häufig unvorbereitete Würfe aus dem Rückraum, die für Sebastian Bohling zur leichten Beute wurden. „Wir sind nicht mehr in die Tiefe gekommen. Und dann werfen wir den Torhüter auch noch zum Weltmeister“, sprach Müller-Dormann ein Manko an.

Die Schacht-Sieben zog ihr Spiel hingegen konsequent durch und vergrößerte den Vorsprung zunehmend: Beim 24:14 (44.) durch Fiete Esser war der Abstand erstmals zweistellig. In der Folge machten sich beim TVO zunehmend Auflösungserscheinungen breit: Luis Varela stellte zehn Minuten vor dem Abpfiff auf 30:16 für den Spitzenreiter. Danach bauten auch die Achimer im Angriff ab. Sie scheiterten nun ebenfalls bei freien Würfen an TVO-Keeper Julius Timm, der in der Schlussphase das Tor hütete. Und so plätscherten die finalen Minuten in einem längst entschiedenen Derby vor sich hin.

Dass seine Mannschaft es gegen Ende etwas schleifen ließ, störte Florian Schacht wenig. „Wenn wir unser Ding hier aber bis zum Ende durchziehen, halten wir Oyten unter 20 Tore. Denn unsere Deckung war heute stark“, nannte der Trainer einen Grund, der in dem sehr wahrscheinlich vorerst letzten Derby zwischen der SG Achim/Baden und dem TV Oyten den Unterschied gemacht hat.

Quelle: Achimer Kurier  –  Autor:

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