Doppelt chancenlos

Der TV Oyten muss sich in eigener Halle der Bundesliga-Reserve von Borussia Dortmund deutlich geschlagen geben – 26:35. Und auch die heimischen Fans waren in puncto Lautstärke unterlegen.
Uwe Kellner hat wohl nicht ganz ernst gemeint, was er vor dem Anpfiff des Drittligaspiels zwischen den Handballerinnen des TV Oyten und Borussia Dortmund II sagte. „Das ist ja ein bisschen schwach“, befand Oytens Hallensprecher, als er die Unterstützung der Gäste prüfte. Wirklich laut waren die Anhänger der Schwarz-Gelben zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht. Das änderte sich aber schlagartig, als die Begegnung angepfiffen wurde. Denn die mitgereisten Dortmunder unterstützen ihr Team 60 Minuten lautstark. Die Stimmung ähnelte eher der, die es Woche für Woche in Fußballstadien zu erleben gibt. Doch nicht nur die TVO-Fans auf der Tribüne waren gegen die Westfalen chancenlos. Auch auf dem Feld war der TV Oyten der Dortmunder Bundesliga-Reserve deutlich unterlegen. Folgerichtig gewannen die Gäste mit 35:26 (17:11).

Tobias Fenske, Trainer von Borussia Dortmund II, war nach der Partie sehr angetan von der Leistung seiner Mannschaft: „Meine Mädels haben das sehr diszipliniert gespielt.“ Auf der Gegenseite musste dagegen die Erkenntnis hingenommen werden, dass die junge Mannschaft aus dem Ruhrgebiet mindestens eine Nummer zu groß gewesen ist. Besonders in der Deckung fehlte bei Oyten die Gegenwehr. Die Dortmunderinnen traten mit viel mehr Spielwitz auf als die „Vampires“. Das musste auch Oytens Trainer Jörg Leyens neidlos anerkennen. „Der Angriff des BVB war ziemlich schwer zu verteidigen. Die haben sich im Zusammenspiel blind verstanden. An den Kreis und auf die Außen haben sie tolle Pässe gespielt. Das ist teilweise eine Galavorstellung gewesen“, lobte Leyens die Gäste. „Gegen diese Qualität konnten wir nicht dagegenhalten.“Gute Torhüterin reicht nichtFür seine eigene Mannschaft hatte der Trainer hingegen kaum lobende Worte. „Solche Spiele kann man natürlich verlieren. Wir haben aber zu viele Fehler gemacht“, sagte er. „Diese Partie müssen wir aufarbeiten. Heute ist deutlich geworden, dass wir in dieser Saison um jedes Tor und um jeden Punkt kämpfen müssen.“ Die am Ende hohe Niederlage konnte auch Oytens Torhüterin Bryana Newbern, die sich im zweiten Durchgang von Minute zu Minute steigerte, nicht mehr knapper gestalten. Dabei sah es – rein vom Zwischenergebnis her – in der 50. Minute noch recht gut aus für den TV Oyten. Die Gäste aus Dortmund lagen zehn Minuten vor dem Abpfiff nur mit vier Toren (25:21.) in Front. Die junge Bundesliga-Reserve hatte zuvor schon höher geführt.Von der kleinen Aufholjagd der Leyens-Sieben ließ sich der BVB aber nicht beeindrucken. Gefühlt musste sich das Team von Coach Fenske nur einmal kurz schütteln und zog auf 30:23 davon. Eine Minute vor Schluss führten die Westfalen sogar kurz mit zehn Toren (35:25.). Oytens Jugendnationalspielerin Wiebke Meyer blieb es vorbehalten, drei Sekunden vor der Schlusssirene den letzten Treffer des Spiels zu markieren. Den Gastgeberinnen und den TVO-Anhängern blieb danach nur übrig, die doppelte Chancenlosigkeit neidlos anzuerkennen.  

Genügend Zeit, um die verdiente Schlappe aufzuarbeiten, bleibt Jörg Leyens und seinem Team. Denn das nächste Spiel tragen die „Vampires“ erst in 14 Tagen aus. Für den TV Oyten steht am 14. Oktober das Auswärtsspiel bei Germania Fritzlar an. Ein Gegner, der mit zwei Siegen in die 3. Liga West gestartet ist.Entnommen aus:
Achimer Kurier, Autor: Florian Cordes

02.10.2018, 10:46 Uhr Presseberichte