Zwischen Vorfreude und Kritik

Der TV Oyten empfängt am Sonntag den großen SC Magdeburg, doch derzeit herrscht auch Unmut über den neu beschlossenen Spielmodus

Oyten. Am vergangenen Wochenende ist es soweit gewesen: Mit dem 26:23 beim HC Empor Rostock hat der TV Oyten in der A-Jugend-Bundesliga seinen Negativtrend gestoppt. Nach dem Triumph an der Ostsee bekommen es Trainer Thomas Cordes und sein Team nun in eigener Halle wieder mit einem Schwergewicht zu tun. Es geht gegen den SC Magdeburg (Anpfiff: Sonntag um 15 Uhr).

In Rostock war Thomas Cordes zum Improvisieren gezwungen. Die rechte Angriffsseite war nach den Ausfällen von Max Borchert und Kilian Tiller verwaist. Gegen Magdeburg muss Cordes seinen Kader nun erneut umbauen. Joost Sanders raus, Max Borchert rein – so stellt sich die Situation beim Nachwuchs aus dem Kreis Verden dar. Während bei Linkshänder Borchert die Handprellung aus der Partie gegen die Füchse Berlin abgeklungen ist, fällt Sanders mit einer Knieverletzung aus. Eine genaue Diagnose stehe noch aus, berichtet Thomas Cordes. Zugezogen hat sich der mit Zweitspielrecht für den TV Oyten ausgestattete Rechtshänder (vier Tore in Rostock) die Verletzung am Sonntag im Spiel des TvdH Oldenburg gegen den OHV Aurich.

Im Vorjahr hatte der TV Oyten den Magdeburgern in beiden Spielen einen großen Kampf geliefert. Nach dem 28:29 in der Pestalozzihalle waren die „Vampires“ auch beim 25:26 im Rückspiel ganz dicht dran an einem Punkt. In beiden Partien hatte der Traditionsverein allerdings nicht seinen stärksten Kader aufgeboten. Auch dieses Mal würden die Chancen auf ein gutes Ergebnis davon abhängen, erklärt Thomas Cordes, mit welchen Spielern die Gäste in der Pestalozzihalle antreten. „Magdeburg spielt mit seinen Akteuren aus dem älteren A-Jugend-Jahrgang auch in der zweiten Männermannschaft in der 3. Liga. Wer dann schlussendlich in der Jugend zum Einsatz kommt, wird von Spiel zu Spiel entschieden“, erläutert Cordes. Mit nahezu stärkster Formation ist der SCM in dieser Saison erst einmal aufgelaufen: Am zweiten Spieltag beim 33:26-Sieg im Prestigeduell gegen die Füchse Berlin.Derweil hat der Bundesrat des Deutschen-Handball-Bundes (DHB) den neuen Spielmodus für die Jugend-Bundesliga auf den Weg gebracht. Ab der kommenden Spielzeit 2019/2020 wird es statt 48 nur noch 40 Plätze im Oberhaus geben. Vom Tisch ist die vom Chef-Nachwuchs-Bundestrainer Jochen Beppler und Sportvorstand Axel Kromer angestrebte Reduzierung auf 20 Teams. Nach einer Protestwelle aus den Landesverbänden war das Konzept in die Kritik geraten. Mit vier Staffeln á zehn Mannschaften (aktuell zwölf) soll die Bundesliga in Zukunft an den Start gehen. In der Rückrunde wird eine „Meisterrunde“ mit jeweils zwei Staffeln á acht Mannschaften eingeführt. Die Teams ab Platz fünf spielen in vier Sechser-Staffeln weiter.

Während Bob Hanning, DHB-Vizepräsident und A-Jugendtrainer bei den Füchsen Berlin, von einem „guten Kompromiss“ spricht, kann sich Ralf Fricke mit dem neuen Modus nicht anfreunden. Es würde sich ihm nicht erschließen, erklärt der erste Vorsitzende des HC Bremen gegenüber unserer Zeitung , warum der DHB das Erfolgsmodell in seiner aktuellen Form aufgibt. Durch den neuen Modus würde die Bundesliga für die Mannschaften, die nicht in der Meisterrunde spielen, an Attraktivität verlieren. „Wir haben weniger Heimspiele, einige Top-Klubs bekommen unsere Zuschauer nicht mehr zu sehen und es wird schwieriger, Sponsoren zu gewinnen“, kritisiert Fricke. In die gleiche Kerbe schlägt Thomas Cordes. Ein tolles Produkt würde rasiert, findet Oytens Trainer. „Für kleinere Vereine wie den TV Oyten wird es schwieriger werden, sich überhaupt zu qualifizieren und die großen Namen geben ihre Visitenkarte nur noch selten ab.“

Um so mehr sollten seine Spieler die Partien gegen die großen Namen genießen, kommt Cordes zurück zum Tagesgeschäft. Durch den Triumph in Rostock geht der TV Oyten als Tabellenzehnter in das Heimspiel gegen den Rangzweiten SC Magdeburg.

Quelle: Achimer Kurier  -  Autor: Jürgen Prütt

01.11.2018, 16:06 Uhr Presseberichte