Eine gefühlte Niederlage

25:25 – Vampires verspielen klare Führung

Oyten - Von Kai Caspers.
Nein, einen Sieger hatte es in der Partie zwischen den Damen des Handball-Drittligisten TV Oyten Vampires und dem VfL Oldenburg II nicht gegeben. Dennoch hatte es nach dem Abpfiff den Anschein. Denn während die Gäste das 25:25 (10:11) wie einen Sieg feierten, hockten die Schützlinge von Trainer Jörg Leyens etwas konsterniert auf den Bänken. „Das fühlt sich wie eine Niederlage an. Schließlich hatten wir das Ding doch schon in der Tasche“, schüttelte TVO-Flügelspielerin Lisa Bormann-Rajes den Kopf.Und tatsächlich. Als Denise Engelke nach einem Gegentreffer den folgenden Anwurf direkt im verwaisten VfL-Tor zum 24:18 (51.) untergebracht hatte, schien die Partie zugunsten der Gastgeberinnen gelaufen. „Aber dann haben wir in der Folge einige Bälle völlig leichtfertig verloren. Zudem gab es einige Entscheidungen, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte“, verwies Leyens unter anderem auf einen nicht gegebenen Treffer von Bormann-Rajes. „Da stand ich definitiv nicht im Kreis“, brachte auch Oytens Rechtsaußen nur wenig Verständnis dafür auf. Unterstützung erhielt sie dabei sogar von VfL-Trainer Andreas Lampe, der sich zuvor einige lautstarke Duelle mit den Schiedsrichterinnen geliefert hatte und dafür unter anderem auch eine Zeitstrafe kassierte. „Doch in der hektischen Schlussphase gab es einige glückliche Entscheidungen für uns“, musste Lampe eingestehen.Letztlich mussten sich die TVO-Damen jedoch an die eigene Nase fassen. Denn nach einer keinesfalls hochklassigen ersten Halbzeit fand das Leyens-Team immer besser ins Spiel. Das war in erster Linie der guten Defensive geschuldet, hinter der Torhüterin Romina Kahler eine starke Leistung zeigte und unter anderem gleich drei Siebenmeter entschärfte. Nach einem Treffer von Linksaußen Lea Bertram war die Führung erstmals auf sechs Tore angewachsen –  20:14 (41.). Als Denise Engelke das 22:15 (43.) erzielt hatte, reagierte Oldenburgs Trainer umgehend mit einer Auszeit. Im Anschluss ging Lampe sogar volles Risiko und opferte seine Torhüterin zugunsten einer weiteren Feldspielerin. Das brachte allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Vielmehr profitierten die Gäste nach Engelkes 24:18 vom nachlassenden Mut auf Seiten des TVO. „Da hätten wir einfach die Ruhe bewahren und cleverer spielen müssen“, monierte Bormann-Rajes. Denn während der VfL nun Tor um Tor aufholte, fehlte es im Offensivspiel der Vampires einfach am nötigen Druck auf die Oldenburger Deckung. Zudem wusste sich VfL-Torhüterin Julia Neumann in der entscheidenden Phase zu steigern und parierte einige wichtige Bälle. Nachdem die Gäste auf 23:24 (56.) verkürzt hatten, versuchte TVO-Trainer Leyens mit der Hereinnahme von Bryana Newbern für Romina Kahler noch mal einen Impuls zu setzen. Aber das klappte nur bedingt, da „Bry“ in der Folge gegen die freien Würfe machtlos war. Dennoch legte Jana Kokot per Siebenmeter erneut zum 25:23 vor. Aber auch das reichte nicht zum Sieg, da die Schiedsrichter 20 Sekunden vor dem Abpfiff beim 25:24 einen Oytener Angriff abpfiffen und Oldenburgs Laura Kannegießer die Aufholjagd der Gäste mit dem Treffer zum 25:25-Endstand krönte.


TV Oyten Vampires: Kahler, Newbern - Wiebke Meyer (2), Goldschmidt (2), Engelke (7/1), Bertram (1), Bormann-Rajes (4), Johannesmann, Victoria Otten, Theresa Otten, Kokot (7/1), Anna-Lena Meyer, Lange (2).

Entnommen aus:
Kreiszeitung vom 03.12.2018

03.12.2018, 14:58 Uhr Presseberichte