Wackelige Dominanz

Der TV Oyten ist im Heimspiel gegen den BV Garrel das klar bessere Team. Der Sieg hätte daher auch höher ausfällen können.

Oyten. Als siegloser Tabellenletzter der 3. Liga West war der BV Garrel zum Auswärtsspiel gegen den TV Oyten gereist. Und bei diesem Fakt sollte es auch nach den 60 Minuten bleiben. Die Handballerinnen des TVO gewannen das Spiel mit 33:29 (16:11). Oyten bekleckerte sich gegen das Schlusslicht nicht unbedingt mit Ruhm. Doch viel wichtiger war Trainer Jörg Leyens, dass sein Team seine Serie weiter ausbaute. Der TV Oyten ist seit nunmehr sieben Spielen unbesiegt.

Ein Sieg mit vier Toren – das klingt alles andere als deutlich. Allerdings hätten die „Vampires“ einen wesentlich entspannteren Nachmittag verleben können. Denn besonders in Durchgang zwei legte die Leyens-Sieben einen dominanten Auftritt hin. Phasenweise lagen die Gastgeberinnen mit neun Toren in Führung (24:15). Doch in der Folge wackelte die Dominanz ordentlich.

Der Aufsteiger aus Garrel nutzte dies zu seinem Vorteil und machte die Begegnung doch noch spannend. Beim 28:24 (53.) war das Spiel plötzlich wieder offen. Aus Sicht des TV Oyten war dies vollkommen unnötig. Für Oytens Rechtsaußen Lisa Bormann-Rajes hatte es auch einen Grund, dass es knapper werden sollte als nötig. „Wir sind mit unserem Kader nicht so breit aufgestellt. Viele Spielerinnen müssen durchspielen, da bleibt dann auch mal die Puste weg“, sagte die frühere Bundesligaspielerin. Schlussendlich sei aber der Sieg das Wichtigste, stellte Bormann-Rajes fest: „Wir haben die zwei Punkte durch eine starke Teamleistung geholt.“ Die allerletzten Zweifel am verdienten Heimsieg beseitigte Denise Engelke, als sie das 32:27 für den TVO erzielt hatte.



Lisa Bormann-Rajes gehörte wieder zu den auffälligsten Spielerinnen des TV Oyten. Acht Tore gingen auf ihr Konto. 

Auch ihr Trainer wusste, dass beim TV Oyten in der Schlussphase nicht alles rund verlaufen war. „Das kann man sich – in Anführungsstrichen – in einem solchen Spiel aber auch mal erlauben. Die Mädels haben eine starke Hinrunde gespielt. Da muss man ihnen diese Schwächephase auch eingestehen“, sagte Leyens. Er wollte nach der Partie aber nicht nur das Negative erwähnt wissen. „Es gab während des Spiels einige spielerische Höhepunkte“, meinte er. Und damit hatte der Coach Recht. Vor allem Lisa Bormann-Rajes markierte eine Reihe schöner Tore.  Sie profitierte allerdings auch von ihren Mitspielerinnen. Dazu gehörte Torhüterin Bryana Newbern, die im zweiten Durchgang im Kasten der Gastgeberinnen stand. Sie parierte kurz nach ihrer Einwechslung gleich mal einen Siebenmeter und machte zudem mit schönen langen Pässen auf die pfeilschnelle Linkshänderin Bormann-Rajes auf sich aufmerksam.

Es war vor allem das Tempospiel, das dem TV Oyten zum Sieg verhalf. Wenn die Leyens-Sieben schnell nach vorne spielte, war der BV Garrel im Grunde machtlos. Erst als den „Vampires“ die Luft ein wenig ausging, kamen die Gäste wieder heran. „Vielleicht hatte so manche Spielerin auch schon gedanklich abgeschaltet, nachdem wir hoch geführt hatten“, rätselte Jörg Leyens.

Doch genau wie für Lisa Bormann-Rajes waren für Jörg Leyens auch die zwei Punkte und das Ausbauen der Serie das Entscheidende. „Die Mannschaft ist durch die Spiele der vergangenen Wochen doch ziemlich stark belastet. Jetzt steht regeneratives Training an und dann ein Highlight zum Jahresende“, sagte Leyens. Kommenden Sonnabend empfängt der TVO den Spitzenreiter aus Solingen.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

16.12.2018, 23:38 Uhr Presseberichte