Ein letztes Mal

Die A-Jugend des TV Oyten besiegt zum Bundesliga-Abschluss den VfL Bad Schwartau mit 37:34. Danach wurden neun Spieler und der Trainer verabschiedet



Zwei Jahre Bundesliga liegen hinter dem TV Oyten. Ein Teil des Teams wird demnächst eine erneute Qualifikation anstreben.

Oyten. Ein letztes Mal ein gemeinsames Aufwärmen, ein letztes Mal die Ansprache des Trainers verfolgen, ein letztes Mal in die Halle einlaufen und ein letztes Mal in der Jugendhandball-Bundesliga spielen: Diese Erfahrungen haben am Sonntag neun A-Jugendspieler des TV Oyten gemacht. Für sie stand der Saisonausklang in der Bundesliga an. Und er hätte schöner kaum sein können. Mehr als 300 Zuschauer waren noch einmal in die Pestalozzihalle gepilgert. Sie alle wollten die Partie gegen den VfL Bad Schwartau sehen. Die beiden Teams boten dem Publikum ein kurzweiliges und vor allem torreiches Spiel, in dem beide Abwehrreihen kaum vorhanden waren. Insgesamt fielen 71 Tore. Oyten gewann mit 37:34 (19:19).

Nach dem Abpfiff wurden einige Abschiedsreden gehalten. Denn es waren nicht nur die Spieler Max Borchert, Mohamed Sibahi, Robin Hencken, Chris Ole Brandt, Hannes Grittner, Timo Blau, Kilian Tiller, Mattis Köhlmoos und Mattis Brüns, die ihren letzten Bundesliga-Auftritt erlebten. Das galt auch für den Mann, der das Team zweimal in die Bundesliga geführt hat: Trainer Thomas Cordes. „Sein Ersatz für die Mannschaft war einmalig“, sagte Oytens Kreisläufer Timo Blau über seinen Coach. „Er trägt den Hauptteil daran, dass wir zwei Jahre Bundesliga gespielt haben.“ Thomas Cordes wollte sich aber nicht unbedingt in den Vordergrund stellen – sondern das gesamte Projekt, das er im Nachwuchsbereich des TV Oyten mit „seinen Jungs“ auf die Beine gestellt hat. Zur Saison 2014/2015 hatte Cordes beim TVO begonnen. Seine Amtszeit gipfelte schließlich in den beiden Spielzeiten in der Bundesliga. „Ein bisschen erleichtert bin ich jetzt, dass Ruhe einkehrt. Es waren aber nicht nur die zwei vergangenen Jahre, die extrem waren. Auch die Zeit davor, in der wir auf die Bundesliga hingearbeitet haben, waren anstrengend.Nicht ganz einfach sei auch der Sonntag gewesen. Bereits vor dem Spiel habe er sich nicht wirklich wohlgefühlt, erzählte Thomas Cordes. Bei der Abschiedszeremonie in der Halle wirkte der Coach gefasst. Das sei vor dem Anwurf anders gewesen – und zwar in der Kabine. „Dort war die Stimmung schon sehr emotional. Da wurden von allen die guten und schönen Worte rausgehauen“, gewährte Cordes einen kleinen Blick in die Kabine. Und auch auf dem Feld wurden viele Gefühle gezeigt. Jede gelungene Aktion wurde während der Partie gefeiert. Allerdings gab es die meist nur in den beiden Offensivreihen. Scheinbar ist es ein Gesetz, dass die Deckungen keine gute Rolle spielen, wenn Oyten auf Bad Schwartau trifft. Bereits im Hinspiel erzielten beide Teams in der Summe 71 Tore. Damals setzte sich Bad Schwartau hauchzart mit 36:35 durch.

„In beiden Abwehrreihen hat doch die Anspannung gefehlt. Man hat gemerkt, dass es im Saison-Kehraus für beide Mannschaft um nicht mehr viel ging“, bilanzierte Cordes, der mit dem TVO die Saison auf dem zehnten Rang beendet und somit einen Rang hinter dem Zweitliga-Nachwuchs aus Bad Schwartau. „Wir sind natürlich froh, dass wir das letzte Spiel gewonnen haben. Insgesamt war es für uns eine sehr gute Saison.“Sehr gut war auch die Angriffsleistung des TV Oyten. Das zeigt allein schon die Anzahl der Tore. „Es war ein munteres Hin und Her. Zudem haben wir relativ wild gewechselt. Das habe ich aber bewusst gemacht, damit alle Spieler noch einmal auf die Bühne durften“, sagte Cordes. Den Sieg sicherte dann aber doch eine Defensivaktion. 40 Sekunden vor dem Schlusspfiff hielt Jonas Lüdersen einen Siebenmeter. Zu diesem Zeitpunkt führte Oyten mit zwei Toren (36:34). Kurz darauf stellte Hannes Grittner mit seinem einzigen Treffer den Endstand her.

Und so ging für die neun Spieler und ihren Trainer ein letzter Bundesliga-Nachmittag langsam zu Ende. Ob es für den gesamten Verein der vorerst letzte Auftritt im Oberhaus war, wird sich noch zeigen. Denn die männliche A-Jugend des TVO wird sich über die Qualifikation wieder für die Beletage qualifizieren wollen. Das Gesicht des Teams wird dann ein anderes sein – und es wird vom neuen Coach Marc Winter trainiert werden.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

15.04.2019, 15:26 Uhr Presseberichte