Der TV Oyten geht als Spitzenreiter ins neue Jahr

Lange Zeit war das Topspiel zwischen dem TV Oyten und TV Schiffdorf kein gutes. Doch zwei erfahrene Spieler sollten den TVO dann doch zum Sieg und an die Tabellenspitze führen



In den entscheidenden Phasen war Sören Blumenthal an fast allen Toren des TV Oyten beteiligt. (Björn Hake)

Oyten „Was wir – allen voran ich – heute verballert haben. Katastrophal.“ Anton Zitnikov, Linkshänder der Landesliga-Handballer des TV Oyten, sprach nach dem Top-Duell gegen den TV Schiffdorf das aus, was wohl die allermeisten der etwa 250 Zuschauer gedacht hatten. Am Ende hatte Zitnikov es beim Showdown Zweiter gegen Erster aber doch noch auf sieben Treffer gebracht und damit seinen Teil zum 28:21 (10:11)-Erfolg der „Vampires“ beigesteuert.  Als Matchwinner durften sich aufseiten der Gastgeber mit Torwart Stephan Meiners und Sören Blumenthal zwei Routiniers feiern lassen.

„Spitzenreiter, Spitzenreiter“ grölten die von Lars Müller-Dormann und Marc Winter trainierten Blau-Roten nach Abpfiff der guten Schiedsrichter Marcel Lichtenberg und Jan Schweier im Siegerkreis. Nach dem zehnten Sieg im elften Spiel geht der TV Oyten als neuer Tabellenführer in das nächste Jahr. Zwei Zähler Abstand sind es zum TV Schiiffdorf, drei zur HSG Grüppenbühren/Bookholzberg.

Wenig spielerische Klasse, dafür umso mehr Spannung – das bekamen die Zuschauer in der Pestalozzihalle bis zur 44. Minute geboten. 15:15 stand es zu diesem Zeitpunkt. Die Entscheidung zugunsten der Gastgeber leitete dann Michael Bollhöfer ein. Bei Ballbesitz seiner Mannschaft beschwerte sich der Coach über eine Entscheidung der Referees und holte sich eine Gelbe Karte ab. Der Ball wanderte zur Sieben von Lars Müller-Dormann und die folgenden Angriffe des TVO nutzen Timo Blau und Sören Blumenthal zum 17:15 aus Sicht der Gastgeber. Blumenthal – kurz zuvor für den verletzt ausgeschiedenen Marc Lange aufs Feld gekommen – lief nun zu großer Form auf. Kaum ein Treffer, an dem der 37-Jährige fortan nicht beteiligt war. Mit einem verwandelten Siebenmeter zum 23:18 (56.) zeichnete der erfahrenste Feldspieler im Team der Oytener auch für die Entscheidung verantwortlich. Von Beginn an stand der TV Oyten gut in der Defensive. Manko war der Angriff. Bis zum 3:3 (10.) hatte die Müller-Dormann-Sieben bereits fünf Chancen aus der Kategorie „hundertprozentig“ versiebt. So blieben die Gäste im Spiel. Genauer gesagt hatte der TV Schiffdorf es Julian Langwucht zu verdanken, dass es mit einem 11:10 für die Gäste in die Pause ging. Sechs seiner insgesamt neun Tore erzielte der hoch aufgeschossene Linkshänder vor der Pause. Und zwar fast immer nach dem gleichen Muster: über die Mitte und dann links oben in den Winkel.Im zweiten Durchgang hatte sich der glänzend haltende Stephan Meiners im Tor der Oytener auf die Würfe des ehemaligen Jugend-Bundesligaspielers (HC Bremen) eingestellt. „Ich habe gedacht, der muss doch irgendwann auch mal die Ecke wechseln“, sagte der 38-Jährige. Das 17:16 (46.) sollte dann der letzte Treffer von Langwucht gewesen sein.  

„Mit dem war wir heute liegen gelassen haben, kannst du eigentlich kein Spiel gewinnen. Nutzen wir unsere Chancen, dann geht das Match richtig deutlich an uns“, resümierte Marc Winter. In der zweiten Halbzeit habe man dann im Angriff das richtige Mittel gefunden. „Bei Übergängen konnte Schiffdorf in der Abwehr nicht mehr so weit herausrücken“, erläuterte Winter. Am Ende hatte die beste Deckung gegen den besten Angriff der Liga triumphiert. Erst ein einziges Mal in der Saison – bei der 23:26-Niederlage gegen die SG Achim/Baden II – war der TV Schiffdorf zuvor unter der 30-Tore-Marke geblieben.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Jürgen Prütt

21.12.2019, 12:13 Uhr Presseberichte