Glückloser Auftakt

Einige strittige Entscheidungen der Schiedsrichter sowie Pech beim Abschluss haben einen erfolgreichen Auftakt des TV Oyten verhindert. Der Aufsteiger verlor mit 25:26 gegen den MTV Eyendorf.

Schlecht gespielt haben Timo Blau (am Ball) und der TV Oyten nicht. Dennoch verloren er und sein Team gegen Eyendorf. (FOCKE STRANGMANN)

Die Handballer des TV Oyten haben ihr Premierenspiel in der Verbandsliga Nordsee verloren. Viele vergebene Chancen und Pech bei einigen Entscheidungen der Schiedsrichter gaben beim 25:26 (13:15) gegen den MTV Eyendorf den Ausschlag. Schlussendlich war es ein glücklicher, aber nicht unverdienter Erfolg der Gäste. „Wir haben kein schlechtes Spiel abgeliefert, vielleicht waren wir ein wenig zu nervös“, befand Oytens Kreisläufer Timo Blau.

Meist recht behäbig in der Vorwärtsbewegung, aber bestens eingespielt –so präsentierte sich der MTV Eyendorf in der Pestalozzihalle. Besonders die Anspiele an den Kreis, wo Milan Weißbach als ständiger Unruhestifter unterwegs war, bekam die Defensive der „Vampires“ zunächst nicht in den Griff. Dominik Lange per Siebenmeter sowie Timo Blau vom Kreis hatten bei einem Gegentreffer von Sebastian Wartjes für das 2:1 gesorgt. Beim 2:3 (5.) war die Führung erstmals zu den Gästen gewandert. Vier Tore betrug diese zwischenzeitlich nach einem Treffer von Weißbach – 4:8 (12.). Dabei ging das Kreisläuferspiel der Gäste aus der Sicht von TVO-Trainer Lars Müller-Dormann über das erlaubte hinaus. „Da wurde viel mit den Händen gearbeitet. Wenn die Schiedsrichter die Spielweise zulassen, dann ist das nur schwer zu verteidigen.“

Rot für Jonas Schoof

Mitte der ersten Halbzeit kam Noah Dreyer ins Spiel. Eine gute Entscheidung von Oytens Trainerteam Lars Müller-Dormann/Marc Winter. Der von der SG Achim/Baden zurückgekehrte Rechtshänder entwickelte viel Druck und traf zum 9:10 (19.). Zwei Minuten später war der Ausgleich geschafft – 11:11. Doch kurz darauf lag der TVO wieder zurück: Gunnar Haisel hatte für den MTV zum 13:11 eingenetzt. Mit dem Abstand ging es auch in die Pause. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel für Oytens Jonas Schoof bereits gelaufen. Nach einem Gerangel mit Weißloch entschieden die Schiedsrichter Morgenstern/Zudse fünf Minuten vor Ende der ersten Spielhälfte auf Zeitstrafe für Eyendorfs Kreisläufer und zeigten Schoof die Rote Karte. „Zwei Minuten für beide hätten es auch getan. Ich habe in der Situation  kein grobes Foul von Jonas gesehen“, beurteilte Müller-Dormann die Entscheidung.

Im zweiten Durchgang behaupteten die Gäste ihre Führung bis zum 22:20. Nach Treffern von Blau, Mattis Brüns sowie zweimal Robin Hencken stand es  24:22 (52.) für den Liganeuling. Sollte die Partie doch noch gut enden für die Gastgeber? Sollte sie nicht. Dreimal in Folge rückten in der Schlussphase die Schiedsrichter in den Fokus. Dreimal fielen die Pfiffe in kniffligen Situation dabei zu ungunsten der „Vampires“ aus. Es waren die entscheidenden Szenen. Vor dem Treffer von Hencken zum 24:22 hatte Eyendorfs Abwehr sich in der Sportart vergriffen. Im griechisch-römischen Stil wurde Oytens Marc Lange auf dem Weg zum Tor auf den Boden geholt. Siebenmeter, aber keine persönliche Bestrafung – so die Entscheidung. Auch bei den Treffern zum 23:24 (Beratung, ob Abwurf oder Siebenmeter) und 24:24 (Ball laut TVO-Keeper Jonas Lüdersen im Toraus) standen die Schiedsrichter im Mittelpunkt. Nachdem Noah Dreyer noch einmal zum 25:25 ausgeglichenen hatte, setzte Eyendorfs Sebastian Wartjes den Schlusspunkt.

„Wir hatten bei der Zwei-Tore-Führung  so eine Ahnung, dass es nicht reicht“, sagte Müller-Dormann. Seine Mannschaft habe zunächst nicht gut verteidigt und dann im Laufe der Partie zu viele gute Möglichkeiten liegen gelassen, analysierte der Coach. Allen voran Kilian Tiller und Leonard Fischer entwickelten reichlich Pech bei ihren Würfen.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Jürgen Prütt

04.10.2020, 14:43 Uhr Presseberichte