HVN beendet das Punktspieljahr

Auf Verbandsebene soll in diesem Jahr kein Pflichtspiel mehr ausgetragen werden. Zu diesem Schritt hat sich das Präsidium am Mittwochmorgen entschieden.

Erst vor einer Woche hatte sich der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) dazu entschlossen, es den Vereinen zu überlassen, ob sie zu ihren Pflichtspielen antreten wollen. Voraussetzung einer Absage war, dass eines der beiden Teams aus einem Gebiet kommt, in dem eine Inzidenz von über 35 Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gemeldet wurde. Jetzt folgte die Kehrtwende beim Verband: Der Spielbetrieb der Jugend und der Senioren in den Ober-, Verbands- und Landesligen sowie den Landesklassen, die in Obhut des HVN stehen, wird mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. „Zunächst bis einschließlich 31. Dezember“, sagte Präsident Stefan Hüdepohl am Mittwochvormittag mit Blick auf die nach wie vor ständig steigenden Covid-19-Fallzahlen.

Das Präsidium des HVN hatte sich am Mittwochmorgen dazu entschlossen, die Reißleine zu ziehen. Der Entscheidung war ein Treffen einer „Task-Force“ vorausgegangen, zu der neben Hüdepohl die Vizepräsidenten Harald Schieb (Recht) und Jens Schoof (Spieltechnik) sowie die beiden Geschäftsführer Markus Ernst und Gerald Glöde gehören. Die Gruppe empfahl schließlich die Aussetzung des Spielbetriebes. Das HVN-Präsidium folgte dieser Empfehlung. Nun fordert das Präsidium die einzelnen Regionen wiederum dazu auf, sich der Verbandsentscheidung anzuschließen. Die Handball-Region Mitte Niedersachsen hatte sich am vergangenen Freitag dazu entschieden, alle Spiele bis zum 22. November abzusagen. Steffen Mundt, Vorsitzender der Region Mitte, erklärte, dass an dieser Frist erst einmal festgehalten werden soll.

Am vergangenen Wochenende waren in den Seniorenklassen des HVN-Bereichs 106 Spiele angesetzt. 85 Begegnungen wurden von den Vereinen kurzfristig verlegt, sodass lediglich 21 Partien ausgetragen worden sind. Die Jugendklassen sollten am kommenden Wochenende ihren Spielbetrieb aufnehmen. 

Pflichtspiele sollen ausgesetzt werden, Freundschaftsspiele hingegen nicht, erklärte Hüdepohl: "Solange die gesetzlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind und die gültigen Hygienevorschriften der örtlichen Behörden eingehalten werden.“ Hüdepohl teilte zudem mit, dass die "Task-Force" bestehen bleibt: „Die Gruppe wird regelmäßig tagen, die Situation beurteilen und Vorschläge für die Form des Spielbetriebes ab Januar kommenden Jahres erarbeiten.“

Mit der Entscheidung vom Mittwoch vergangener Woche wollte der HVN den Mannschaften ein Höchstmaß an Freiraum geben. "Jetzt haben die Vereine mit den Füßen abgestimmt. Diese Abstimmung akzeptieren wir. Viele Vereine und auch Sportlerinnen und Sportler haben uns aufgefordert, Verantwortung zu zeigen und den Spielbetrieb auszusetzen. Diesem Wunsch tragen wir Rechnung, weil auch in den Gebieten ohne große Inzidenz viele voller Verunsicherung und Furcht sind, sich beim Sport mit Corona zu infizieren. Dies ist angesichts der immer neuen Rekorde der Fallzahlen nachvollziehbar“, sagte Hüdepohl.

Vollkommen offen ist, wie und wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Erste Modelle hätten die Spieltechniker allerdings schon diskutiert: angefangen bei der Austragung der Meisterschaft in einer Einfachrunde bis hin zur Verkleinerung der Staffeln mit Ermittlung der Meister und Absteiger in Play-off-Spielen. „Das ist aber alles Zukunftsmusik“, meinte der HVN-Präsident. „Die ,Task-Force‘ wird Vorschläge erarbeiten, über die das Präsidium zu beraten hat.“

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes
 

28.10.2020, 13:51 Uhr Presseberichte