In zwei Wochen fällt die Entscheidung

Das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen berät sich am 15. Februar über das weitere Vorgehen mit der Saison 2020/2021.

Erneut haben sich die Verantwortlichen des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) mit Vertretern der Ober- und Verbandsligisten über die Folgen der Corona-Pandemie für den Amateursport im Erwachsenenbereich ausgetauscht. Eine finale Entscheidung, wie es mit der Saison 2020/2021 weitergeht, ist noch nicht gefallen. Doch sie wird bald gefällt: Die Mitglieder des Präsidiums und des Erweiterten Präsidiums des HVN wollen sich am Abend des 15. Februars über einen möglichen Saisonabbruch der Spielklassen auf Verbandsebene und mögliche Folge-Szenarien beraten. Das teilte der Verband mit.

Vor einer Woche hatte der HVN noch gehofft, im März den Spielbetrieb wiederaufnehmen zu können. Dies hat sich nun geändert. Eine landesweite Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes Mitte Februar und einen Re-Start der Saison im März halten HVN-Präsident Stefan Hüdepohl sowie Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof aktuell für mehr als unwahrscheinlich. Die gleiche Meinung haben laut HVN die mehr als 100 Vereinstreter vertreten, die an dem Online-Dialog teilgenommen haben. 

Dennoch will der HVN noch warten, bevor er die Saison abbricht. Hüdepohl: „Wir warten vor einer endgültigen Entscheidung die Ergebnisse der nächsten Bund-Länder-Konferenz sowie den folgenden Austausch der Präsidenten der Landesverbände im Deutschen Handballbund ab.“  Die nächste Bund-Länder-Konferenz wird für die zweite Februarwoche erwartet. Der nächste Austausch der Landesverbandspräsidenten im DHB ist für den 13. Februar angesetzt. „Danach wissen wir hoffentlich, unter welchen Rahmenbedingungen wir weiterplanen können“, erklärte Hüdepohl. „Alles andere wäre Spekulation.“

Jens Schoof meinte zudem, dass der Landesverband am „Tropf der 3. Liga hänge“, die sich in Zuständigkeit des Deutschen Handballbundes (DHB) befindet. Ähnlich wie die Spieltechniker des Handball-Verbandes Niedersachsen haben die des DHB bereits verschiedene Szenarien für einen Re-Start, aber auch einen Saisonabbruch entwickelt. Derzeit ruht der Spielbetrieb in den verschiedenen Staffeln der 3. Liga ebenfalls. Unabhängig von den aktuellen Überlegungen des DHB gehen Schoof und Hüdepohl davon aus, dass der Deutsche Handballbund im zweiten Quartal dieses Jahres von den Landesverbänden die Meldungen von Aufsteigern für die 3. Ligen abfordert. 

„Darauf müssen wir uns einstellen“, sagte Schoof. Angedacht sei, im Fall eines Saisonabbruchs bei den niedersächsischen Oberligisten das Interesse an einem Aufstieg abzufragen. „Unser Wunsch bleibt, unter den Interessenten sportlich den Aufsteiger zu ermitteln, wenn es wieder möglich ist – gegebenenfalls auch mit Corona-Schnell-Tests von Spielern und Schiedsrichtern.“ Details kläre man derzeit.

Die vom Präsidium eingesetzte Task-Force hätte sich in der Tendenz für alle übrigen Klassen in der Zuständigkeit des HVN dafür ausgesprochen, auf Auf- und Abstiegsspiele zu verzichten. „Das würde bedeuten, alle Mannschaften würden in der Saison 2021/2022 in den Spielklassen an den Start gehen, wie es für die aktuelle Saison geplant war. Auf- und Absteiger würde es dann nicht geben.“

Einig seien sich Mitgliedern des Präsidiums, des Spielausschusses und der Task Force genauso, „möglichst schnell wieder in die Hallen zu kommen“, erklärt Schoof. Ließen es die Inzidenzwerte in den Landkreisen zu, wäre demnach ein Relaunch des HVN-Pokals denkbar. „Auf freiwilliger Basis und regional ausgerichtet“, erklärte Schoof.

Präsident Stefan Hüdepohl: „Wir müssen uns den Tatsachen stellen und jetzt ein Höchstmaß an Flexibilität beweisen, auch wenn uns der Zugang zu den Sporthallen noch länger verwehrt ist.“ Handball auf Rasen und Sand seien im späten Frühjahr und frühen Sommer geeignete Alternativen, „um unsere Mitglieder beim Handball zu halten.“

Neben der Abfrage des Meinungsbildes bei den Ober- und Verbandsligisten sind welche für die Vertreter der Mannschaften in den Landesligen und in den Landesklassen vorgesehen. Laut HVN-Geschäftsführer Markus Ernst werden diese in der kommenden Woche auf den Weg gebracht.

Quelle: Achimer Kurier

01.02.2021, 06:43 Uhr Presseberichte